
Kulinarischer Genuss und packender Krimi - Tom Hillenbrand über Xavier Kieffers neuen Fall »Höllenfang«
In „Höllenfang“ gerät dein Luxemburger Ermittler Xavier Kieffer in die düsteren Machenschaften der maritimen Industrie – es geht um illegale Fischerei und die Schattenseiten der Aquakultur. Was hat dich dazu inspiriert, die weltweite Bedrohung unserer Ozeane in einem Krimi in den Fokus zu rücken?
Ich wusste, dass viel von dem Fisch, den wir essen, aus Aquakultur stammt. Aber eigentlich hatte ich gedacht, das wäre ganz gut, weil es die natürlichen Ressourcen im Meer schont. In einer ARTE-Doku habe ich dann allerdings gelernt, dass die Fische in der Aquakultur ja auch irgendetwas fressen müssen - und dass die letzten Fischschwärme weggefischt werden, mit absolut verbrecherischen Methoden. Das war der Auslöser für die Idee, Xavier Kieffer auf das Thema loszulassen.
Kieffer ist kein typischer Kommissar, sondern leidenschaftlicher Koch, der immer wieder in lebensgefährliche Ermittlungen hineingezogen wird. Wie gelingt dir in deinen Romanen die Balance zwischen kulinarischem Genuss und packender Krimi-Spannung?
Ich glaube, gerade die Tatsache, dass Kiefer kein Profi ist, sondern ein Amateur, sorgt durchaus für Spannung. Kann dieser kettenrauchende Töpel, der oft zu viel Riesling trinkt, wirklich einen Kriminalfall lösen? Interessante sind neben der eigentlichen Geschichte auch die Irrwege des Protagonisten. Und zwischendurch legt Kieffer eben auch immer wieder Pausen ein, um zu schlemmen. Aber gerade dabei hat er oft die besten kriminalistischen Ideen!
Was beginnt wie ein mysteriöser Fall im Umfeld der Gastronomie, wächst schnell zu einem internationalen Fall mit mächtigen Gegenspielern heran. Wie hast du für den neuen Fall die Hintergründe recherchiert?
Wie bei vielen Lebensmitteln, die eine dunkle Seite haben, war es auch hier erschreckend einfach, an die relevanten Informationen zu kommen. Man muss nur die Augen aufmachen. Es gibt zum Raubbau an den Meeren und zur Sklaverei im Fischsektor Berichte von Umweltschützern und Menschenrechtlern. Das alles ist gut dokumentiert, taucht aber in der Öffentlichkeit kaum auf. Ein Krimi ist eine gute Möglichkeit, das Thema zu präsentieren.





















