Freitisch

Novelle

Sind wir die geworden, die wir sein wollten?»Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden.« Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten.Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen.Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte.Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können – davon handelt Uwe Timms geistreiche, gewitzte, glänzend geschriebene Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist?

 

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Erscheinungstermin: 02.10.2013

  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch eBook, Kiepenheuer&Witsch
  • Erscheinungstermin: 02.10.2013
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 144 Seiten
  • ISBN: 978-3-462-30762-7 (E-Book)
  • ISBN: 978-3-462-04318-1 (Gebundene Ausgabe)
  • »Uwe Timms klug komponierte und sehr unterhaltsame Novelle ist beides – eine Hommage an Arno Schmidt und gleichzeitig ein ironisches Stück über die Denkmalisierung eines Schriftstellers.«

    Tages-Anzeiger, Schweiz, 8. November 2011
  • »Abermals erweist sich Timm jedoch als ein sehr eigenständiger und präziser Sprachästhet; schon dies ein guter Grund für die Lektüre seines neuen Buches.«

    Westfalenpost, 9. Dezember 2019
  • »[...] geistreich, pointiert und mit ironischer Gelassenheit [...]«

    stern, 9. Dezember 2019
  • »Ein literarisches Fest, wie man es nur selten feiern kann.«

    Darmstädter Echo, 9. Dezember 2019
  • »Anspielungen auf Arno Schmidt [...] durchziehen die Erzählung, die zwanglos, mit einer sehr entspannt wirkenden Anmutung von Zerstreutheit, zwischen damals und heute hin- und herspringt.«

    Die Zeit Literatur, 9. Dezember 2019

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