Der Zuckerkreml Der Zuckerkreml
Der Zuckerkreml
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Der Zuckerkreml

Ein furioses Sittengemälde von Russlands Starautor: ein literarischer Extrakt aus Wodka, Schnee und Blut – mit sechs Löffeln Zucker

Russland im Jahr 2028: ein neues Mittelalter, geprägt von Informations- technologie und Massenarmut. Körperliche Züchtigung ist an der Tagesordnung. In einem gewaltigen Stimmenchor führt Sorokin den Leser durch die dunklen Seitengassen des Lebens in einem utopischen Russland, das er dem heutigen wie einen Zerrspiegel vorhält.

In fünfzehn virtuosen Kurzerzählungen lernen wir Hofnarren, Henker, Zwangsarbeiter, Bettler und Dissidenten kennen – und die anrührende Marfuscha, die wie Tausende anderer Kinder am Weihnachtstag auf dem Roten Platz ein Kremlmodell mit Mauern, Türmen und Toren ganz aus Zucker geschenkt bekommt. Weil alle Brennstoffe ins Ausland verkauft werden, heizen auch wohlsituierte Moskauer mit Holzscheiten, und die Aufzüge der Wohnhäuser stehen am Wochenende still. Der Alltag ist geprägt von Angst und Gewalt, versüßt wird er höchstens aus der Zuckerdose oder eben mit den fabrikmäßig hergestellten Zuckerkremln, die mal als Devotionalie, mal als Ersatzbefriedigung fürs Volk dienen: ein Trost, den man lutschen kann. Wie auch Sorokins anti-utopischer Roman »Der Tag des Opritschniks« besticht »Der Zuckerkreml« durch große sprachliche Kraft, stilistischen Reichtum und die literarische Könnerschaft des Autors, der uns eine Welt vorführt, in der die ärgsten Albträume, die zu träumen das Russland von heute Anlass gibt, Wirklichkeit geworden sind.

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Erscheinungstermin: 19.08.2010

  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch, Kiepenheuer & Witsch eBook
  • Erscheinungstermin: 19.08.2010
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 240 Seiten
  • ISBN: 978-3-462-04226-9 (Gebundene Ausgabe)
  • ISBN: 978-3-462-30202-8 (E-Book)
  • »[...] Diese allgemeine Barbarei inszeniert der Autor mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors, versetzt mit Pulp und Porno.«

    Die Zeit
  • »[...] liest sich wie eine Art dickflüssiges Konzentrat seines Gesamtwerks [...] Sorokin erweist sich einmal mehr als ein postmoderner Autor, der sein Metier virtuos und kraftvoll beherrscht.«

    taz
  • »Seine Prosa lebt von der sprachlichen Wucht und vom zornigen Einfallsreichtum, mit dem ein Autor hier gegen die Borniertheit anschreibt.«

    Christoph Schröder, spiegel.de

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