Volker Kitz erzählt in seinem autofiktionalen Romandebüt die Geschichte eines Sohnes und seiner Mutter, deren Erwartungen der Sohn nicht erfüllt – bis ein Unglück geschieht. In dichter, vorantreibender Sprache geht er den Kräften von Herkunft, Begehren, Familie und Tod nach und fragt: Welcher Instanz vertrauen wir?
Viele Jahre, nachdem seine Mutter ums Leben kam, kehrt der Erzähler ins Dorf seiner Kindheit zurück. Eine Betrunkene konfrontiert ihn mit einem Gerücht: dass er die Schuld am Tod der Mutter trägt.
Er rekonstruiert die Geschichte eines Jungen, der als Sohn der Religionslehrerin im Dorf aufwuchs, privilegiert und stigmatisiert zugleich. Das Verhältnis zur Mutter ist eng, der Sohn ist ihr Projekt: Er soll Pfarrer werden, besser noch Bischof – oder ein Professor, der eine katholische Frau heiratet. Als sich abzeichnet, dass er andere Wege geht und auch keine Frau nach Hause bringt, sondern einen Mann, greift die Mutter zu allen ihr verfügbaren Mitteln, um die Schande, die sie im Dorf fürchtet, abzuwenden.
»Wer meine Mutter war, fiel auf mich zurück. Wer ich war, auf sie.«