Es geht um Familie, Freunde und eine Karategruppe. Es geht um Rangordnung, Prägung und Schwarze Schafe. Und um viel zu unkonventionelles Denken.
Als die Schriftstellerin Karen D. durch St. Pauli radelt, beobachtet sie aus dem Augenwinkel, wie ihr Ex Norbert Klobke sich abmüht, sie bloß nicht zu sehen. Seit sie einst wegen eines Mainzelmännchens stritten, meidet er sie. Außerdem hat er panische Angst, in einem ihrer Romane aufzutauchen.
Sie dagegen hat panische Angst, sich jetzt ablenken zu lassen. Sie ist in Eile, ihre Freundin hat sie zu einem ADHS-Spezialisten geschickt. Doch zu spät: Schon springt er an, der Gedankenmotor, und lässt die Autorin durch die Gänge ihres Gehirns schlittern. Als sie im Warteraum ankommt, hat sie alles durchdekliniert: Klobkes Partyleidenschaft, Kredite unter Schimpansen, authentisches Schreiben.
Und das ist immer so: Familientreffen in Hamburg, Karategruppe in Brandenburg, tagtäglich zergrübelt ihr Gehirn rasant die Welt. Nur: Ist das eine Aufmerksamkeitsstörung – oder leidet sie an einer gestörten Welt?