Im Gespräch

Drei Fragen an Isabel Bogdan anlässlich des Jubiläums „Der Pfau“

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Isabel Bogdans Debütroman »Der Pfau« hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem echten Lieblingsbuch entwickelt. Mit über 700.000 begeisterten Leserinnen und Lesern und einer hochkarätigen Verfilmung ist die Geschichte um das chaotische Teambuilding-Wochenende längst ein fester Bestandteil jeder gut sortierten Bibliothek.

Zum 10-jährigen Jubiläum erscheint diese subtile, britisch-humorvolle Komödie nun in einem ganz besonderen Gewand: Eine handliche Geschenkausgabe, die nicht nur optisch ein Highlight ist, sondern als perfekter Begleiter in jede Tasche passt.

Bevor wir jedoch erneut in die Highlands reisen, haben wir die Gelegenheit genutzt, einen Blick hinter die Kulissen der Entstehungsgeschichte zu werfen. Drei Fragen an Isabel Bogdan über Vögel, den Reiz der Insel und das Geheimnis eines zeitlosen Bestsellers.

Hättest du vor zehn Jahren, als der Satz „Einer der Pfauen war verrückt
geworden“ zum ersten Mal auf gedrucktem Papier stand, jemals geahnt, dass dieser
eine Vogel eine solche Lawine – von über 700.000 verkauften Büchern bis hin zur
Kinoleinwand – auslösen würde?

Haha! Hätte das vorher jemand behauptet, hätte ich ihn ausgelacht. Ich war ja lange genug
als Übersetzerin im Literaturbetrieb aktiv, um zu wissen, wie unwahrscheinlich es ist, dass
so etwas passiert. Eigentlich staune ich seit 10 Jahren durch.
 

Vom Übersetzen zum eigenen Bestseller: Vor dem Pfau hast du vor allem anderen
Autor*innen deine Stimme geliehen – wie sehr hat dieser Erfolg dein Leben als
Autorin umgekrempelt und wie gut vertragen sich das Schreiben und das Übersetzen
heute in deinem Alltag?

Mein berufliches Leben hat der Pfau auf jeden Fall umgekrempelt. Vorher saß ich allein zu
Hause am Schreibtisch und übersetzte weitgehend unbemerkt ein Buch nach dem anderen.
Dann kannte plötzlich jede Buchhändlerin meinen Namen, und ich war dauernd auf
Lesereisen. Diese Abwechslung von Schreiben und Lesereisen macht mir große Freude.
Leider komme ich gar nicht mehr zum Übersetzen, das bedaure ich einerseits sehr, denn ich
habe es immer gern gemacht – andererseits ist das eigene Schreiben einfach wichtiger
geworden, und das ist auch toll.
 

Vom Lord über die Investmentbanker bis hin zur Köchin – in den Highlands
prallten Welten aufeinander. Wenn du heute, zehn Jahre später, noch einmal ein
Wochenende auf dem Landsitz der McIntoshs verbringen würdest: Mit welcher Figur
würdest du am liebsten einen Whisky am Kamin trinken?

Mit der Köchin natürlich! Die hat es ja faustdick hinter den Ohren. Oder nein, mit Jim, und
er sollte mir unbedingt etwas vorsingen. Und Lord und Lady sollten auf jeden Fall dabei
sein! Außerdem würde ich Bernard und die Chefin mal fest in den Arm nehmen wollen.
Mit Andrew könnte man wahrscheinlich die anregendsten Gespräche führen. Und David ist
natürlich ebenso entzückend wie die Psychologin, und ohne Aileen und Ryszard läuft ja
sowieso nichts. Mervyn bekommt keinen Whisky, aber er darf den Kopf auf meinen Schoß
legen.

 

Der Pfau
Isabel Bogdan

Der Pfau

Taschenbuch13,00 *
Alle Bücher
Heike Blenk
© Heike Blenk
Isabel Bogdan

Isabel Bogdan, geboren 1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokio. Sie verfasste zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Jane Gardam, Nick Hornby und Jonathan Safran Foer. 2011 erschien ihr erstes eigenes Buch, »Sachen machen«, bei Rowohlt, außerdem schrieb sie Kurzgeschichten in Anthologien. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung und 2011 den für Literatur. 2016 erschien ihr Bestsellerroman »Der Pfau« und 2019 »Laufen« und 2024 ihr Roman »Wohnverwandtschaften«.

Zur Autorin | ÜbersetzerinBücher von Isabel Bogdan