Podiumsdiskussion

Aladin El-Mafaalani// IM NETZ

Ein Jahr und ein paar Tage: In Erinnerung an das Attentat von Hanau in zwei Teilen

  • 23.02.2021
  • 18:00 Uhr
  • Kostenpflichtig

Hanau am 19. Februar 2020 – In der hessischen Großstadt wurden zehn Personen ermordet und sechs weitere verletzt. Abgespielt hat sich das rechtterroristische Attentat an einem Mittwochabend, mitten in der Stadt, auf der Straße, vor einer Shisha-Bar. An einem Ort, der für (B)POCs als Safe-Space gilt, wo sie sich aufgrund ihres Aussehens oder ihres Namens nicht erklären müssen. Der rassistische Anschlag, der sich gegen Menschen mit Migrationsbiografie richtete, steht dabei in einer langen Kette rechtsradikal motivierter Gewalttaten in Deutschland. Ab dem Wendejahr 1990 kam es in Halle, Kassel, München, Mölln, Solingen, Rostock-Lichtenhagen u. w. deutschen Städten zunehmend zu Gewaltakten und Übergriffen.
An den rassistischen Anschlägen zeigt sich: Die öffentliche Debatte flammt in Deutschland vor allem dann auf, wenn es bereits zu handfesten Taten gekommen ist, es in vielen Fällen bereits Tote gibt. Doch Rassismus ist in Deutschland ein Alltagsphänomen für Menschen mit Migrationsbiografie, das sich in struktureller und institutioneller Diskriminierung sowie in offen rassistischen Äußerungen oder Vorurteilen zeigt, noch bevor er im schlimmsten Fall in Gewalttaten gipfelt.
Es werden selbst solche Orte Schauplatz von Rassismus, die eine besondere gesellschaftliche Integrationsfunktion innehaben, so wie die Schule, der Sport oder die Medien. Während sich die öffentliche und politische Debatte heute zunehmend ernster mit der Frage beschäftigt, wie rechtsradikale Tendenzen die freiheitliche Grundordnung bedrohen, kämpfen Opferhinterbliebene, Betroffene und Aktivist*innen aus der Zivilgesellschaft schon seit Jahrzehnten um Aufmerksamkeit für Rassismus als ein Problem, das bis in die Mitte der Gesellschaft verankert ist.
Für die Verwirklichung von Pluralität als Maßgabe des Zusammenlebens, die allen Menschen die Entfaltung ihrer Potentiale jenseits von Abstammung und sozialer Herkunft garantieren kann, braucht es einen Diskurs über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft – insbesondere Kultureinrichtungen können Räume für kritische Reflexionen und gemeinsame Visionsentwicklungen eröffnen.
Diesem Anliegen folgend erinnern das Nationaltheater Mannheim und die Muslimische Akademie Heidelberg i. G. in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Jüdische Studien, dem Kompetenznetz Plurales Heidelberg und dem Karlstorbahnhof Heidelberg mit zwei inhaltlich verknüpften Veranstaltungen unter dem gemeinsamen Übertitel „Ein Jahr und ein paar Tage“ an den Hanau-Anschlag am 15. und 23. Februar 2020.

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