Kiepenheuer & Witsch auf der Frankfurter Buchmesse 2018

vom 10. bis zum 14. Oktober

Am 10. Oktober geht es wieder los! Die weltgrößte Buchmesse in Frankfurt öffnet ihre Tore und feiert bis zum 14. Oktober Bücher – mit allem, was dazu gehört. Wir sind selbstverständlich auch wieder vor Ort und haben renommierte Autoren und Autorinnen sowie spannende Debüts dabei. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist in diesem Jahr Georgien.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand Halle 3.1, Stand D121.
KiWi wünscht eine schöne Messezeit!

Übersicht unserer Autoren auf der Frankfurter Buchmesse


Unsere Autoren auf der Buchmesse

Adriana Altaras
Die jüdische Souffleuse

Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren, lebte ab 1964 in Italien, später in Deutschland. Sie studierte Schauspiel in Berlin und New York, spielte in Film- und Fernsehproduktionen und inszeniert seit den Neunzigerjahren an Schauspiel- und Opernhäusern. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Bundesfilmpreis, den Theaterpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und den Silbernen Bären für schauspielerische Leistungen. 2012 erschien ihr Bestseller »Titos Brille«. 2014 folgte »Doitscha – Eine jüdische Mutter packt aus«, 2017 »Das Meer und ich waren im besten Alter«. Adriana Altaras lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Die jüdische Souffleuse

»Das Schicksal hat viel Humor« Ein Provinztheater. Adriana, die Regisseurin, und Sissele, die Souffleuse, geraten bei den Proben zu einer Mozart-Oper heftig aneinander. Denn Sissele verfolgt ein Ziel, das gar nichts mit dem Theater zu tun hat, aber sehr viel mit Adriana: Jahrzehntelang hat sie vergeblich nach ihren Verwandten gesucht, die nach dem Zweiten Weltkrieg in alle Winde zerstreut wurden. Sie ist überzeugt, nur Adriana kann ihr jetzt noch helfen! Mit hinreißender Tragikomik erzählt dieser Roman von den Absurditäten des Theateralltags und der abenteuerlichen Reise dieser beiden Frauen. Von einer unverhofften Familienzusammenführung und davon, wie sich unvergessliche Geschichten des 20. Jahrhunderts mit jenen der Nachgeborenen verbinden.

© Foto Gene Glover


Freitag, 12. Oktober, 13.30-14.00 Uhr Das Blaue Sofa
Freitag, 12. Oktober, 20.00-21.00 Uhr Open Books, Ratskeller im Römer
Samstag, 13. Oktober, 10.00-11.00 Uhr ARD Bühne, HR1 Talk


Aladin El-Mafaalani
Das Integrationsparadox

Aladin El-Mafaalani, 1978 im Ruhrgebiet geboren. Er studierte in Bochum Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft und Arbeitswissenschaft. Zunächst war er Lehrer am Berufskolleg Ahlen, später Professor für Politikwissenschaft und politische Soziologie an der Fachhochschule Münster. Seit 2018 arbeitet er im nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf.

Das Integrationsparadox

Zusammenwachsen tut weh. Wer davon ausgeht, dass Konfliktfreiheit ein Gradmesser für gelungene Integration und eine offene Gesellschaft ist, der irrt. Konflikte entstehen nicht, weil die Integration von Migranten und Minderheiten fehlschlägt, sondern weil sie zunehmend gelingt. Gesellschaftliches Zusammenwachsen erzeugt Kontroversen und populistische Abwehrreaktionen – in Deutschland und weltweit. Aladin El-Mafaalani nimmt in seiner Gegenwartsdiagnose eine völlige Neubewertung der heutigen Situation vor. Wer dieses Buch gelesen hat, wird
- verstehen, warum Migration dauerhaft ein Thema bleiben wird und welche paradoxen Effekte Integration hat
- erfahren, woher die extremen Gegenreaktionen kommen
- in Diskussionen besser gegen Multikulti-Romantiker auf der einen und Abschottungsbefürworter auf der anderen Seite gewappnet sein
- erkennen, dass es in Deutschland nie eine bessere Zeit gab als heute und dass wir vor ganz anderen Herausforderungen stehen, als gedacht

© Foto Lutz Jäkel/laif


Freitag, 12. Oktober, 13.30-14.00 Uhr, Spiegel-Stand


Robert Habeck
Wer wir sein könnten

Robert Habeck, geboren 1969 in Lübeck, Studium der Philosophie und Philologie in Freiburg i.Br. und Hamburg. 2000 Promotion zum Doktor der Philosophie. Seit 1999 arbeitete er gemeinsam mit seiner Frau Andrea Paluch als Schriftsteller. Seit Anfang 2018 ist der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Bei Kiepenheuer & Witsch erschien 2016 seine politische Autobiografie „Wer wagt, beginnt“ bei Kiepenheuer & Witsch. Mit seiner Frau Andrea Paluch und vier gemeinsamen Söhnen lebt er in Flensburg.

Wer wir sein könnten

„Wie wir sprechen, entscheidet darüber, wer wir sind – auch und gerade in der Politik.“ Klug, leidenschaftlich und anschaulich geht Grünen-Chef Robert Habeck in seinem neuen Buch dem Zusammenhang von Sprache und Politik nach, erkundet den Unterschied zwischen totalitärer und offener Sprache – und skizziert damit eine Poetik des demokratischen Sprechens, die Mut macht, sich einzumischen und für unsere Demokratie einzustehen.
„Asyltourismus“, „Überfremdung“, „Gesinnungsdiktatur“, „Hypermoral“, „Volksverrat“ – viel ist in den letzten Monaten über die Sprachverrohung in der Politik gesprochen worden. Nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit geprägt war, ist nun eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen – nicht nur von Seiten der AfD. Doch was passiert da eigentlich genau? Wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischem Streit und einer Sprache, die das Gespräch zerstört, die ausgrenzt, entmenschlicht? Und ist das alles nur eine Frage des mangelnden Stils?
Mit viel Leidenschaft erinnert Robert Habeck in „Wer wir sein könnten“ daran, dass die Frage, wie wir sprechen, entscheidend ist für die Gestaltungskraft unserer Demokratie. Dass Sprache – nicht nur in der Politik – den Unterschied macht. Und er entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielfältig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespräch darüber zu verwickeln, wer wir sein könnten, wer wir sein wollen. Dieses kluge Buch ist Teil dieses Gesprächs.

© Foto Johannes Arlt/laif


Samstag, 13. Oktober, 12.00-12.15 Uhr, Das Blaue Sofa
Samstag, 13. Oktober, 13.00-13.30 Uhr, Spiegel-Stand


Kerstin Hämke
Ein gutes Buch kommt selten allein

Kerstin Hämke, geboren 1963, studierte in Mannheim Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing, Organisation und Wirtschaftspsychologie. Anschließend war sie 20 Jahre in verschiedenen Führungspositionen in internationalen Konzernen tätig. Ihren ersten Lesekreis startete sie bereits vor 17 Jahren. Im Internet betreibt sie mit www.Mein-Literaturkreis.de die größte Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum. Kerstin Hämke lebt in Bad Honnef-Rhöndorf/Rhein.

Ein gutes Buch kommt selten allein

Zusammen liest man weniger allein. Was ist schöner als eine gute Geschichte? Eine gute Geschichte, die man mit jemandem teilen kann! Immer mehr Menschen haben Lust, über die Bücher zu sprechen, die sie gerade gelesen haben. Und viele verabreden sich dazu in Lesekreisen. Kerstin Hämke, Gründerin von Mein-Literaturkreis.de, zeigt in diesem Buch, warum das gemeinsame Lesen so viel Spaß macht und gibt viele praktische Tipps: Wie oft soll man sich treffen und wann? Soll es etwas zu essen geben? Wie sucht man Bücher aus, die allen gefallen? Wie geht man mit zu dominanten Mitgliedern um? Und wie bringt man neuen Schwung in bestehende Gruppen? Ergänzt wird dieser Ratgeber durch 50 Buchtipps, die sich besonders für eine Diskussion in Lesekreisen eignen. Zu allen diesen Büchern gibt es ausführliche Diskussionsvorschläge für anregende und unterhaltsame Lesekreis-Treffen.

© Foto Guido Karp/ P41D.com


Mittwoch, 10. Oktober, 14.00-15.30 Uhr Führung für Freundeskreis der Buchmesse
Freitag, 12. Oktober, 14.00-15.30 Uhr Führung für Freundeskreis der Buchmesse


Burghart Klaußner
Vor dem Anfang

Burghart Klaußner, geboren in Berlin, absolvierte die Max-Reinhardt-Schauspielschule, hörte an der FU Berlin Germanistik und Theaterwissenschaften und spielte nach Anfängen bei Tabori, an der Schaubühne und dem Schillertheater an nahezu allen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen. Für seine Darstellung des Pfarrers in Michael Hanekes »Das weiße Band« und eines entführten Managers in Weingartners »Die fetten Jahre sind vorbei« wurde er jeweils mit dem Deutschen Filmpreis sowie dem Preis der deutschen Filmkritik als bester Darsteller ausgezeichnet. Burghart Klaußner ist Mitglied der freien Akademie der Künste in Hamburg und der deutschen Filmakademie. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Vor dem Anfang

Das Romandebüt des Schauspielers Burghart Klaußner. April 1945. Es sind die letzten Stunden, bevor die Hölle losbricht in Berlin und der Häuserkampf beginnt. Die letzten Tage, bevor alles vorbei ist. Der Krieg. Das Gebrüll und Geschrei, die Befehle und die Angst. Aber vorher müssen Fritz und Schultz noch einen Auftrag erfüllen. Und der führt sie mitten hinein ins Zentrum der Gefahr. Burghart Klaußner erzählt in seinem Romandebüt von zwei Männern, die es geschafft haben, den Krieg zu überleben, indem sie den Kopf unten hielten. Und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte – einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder. »Vor dem Anfang« ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb. Und Fritz hat einen Plan: sich durchschlagen bis zum Wannsee, wo sein Segelschiff liegt aus besseren Tagen, auf dem er sich verstecken will, bis der Sturm vorüber ist. Burghart Klaußner ist ein kraftvoller Roman gelungen über das Ende einer Welt und die Hoffnung auf einen neuen Anfang. Voller Düsterkeit, aber auch Wärme und feinem Humor.

© Foto Max Parovsky


Donnerstag, 11. Oktober, 12.45-13.15 Uhr, öffentliches Gespräch am vorwärts-Stand
Donnerstag, 11. Oktober, 14.00-14.30 Uhr, öffentliches Gespräch am Spiegel-Stand
Donnerstag, 11. Oktober, 15.00-15.30 Uhr, öffentliches Gespräch am ZEIT-Stand

Freitag, 12. Oktober, 11.00-11.20 Uhr, öffentliches Gespräch am FAZ-Stand
Freitag, 12. Oktober, 12.30-13.00 Uhr, öffentliches Gespräch am SZ-Stand
Freitag, 12. Oktober, 14.00-14.30 Uhr, öffentliches Gespräch auf dem Blauen Sofa
Freitag, 12. Oktober, 15.30-16.00 Uhr, öffentliches Gespräch auf der ARD-Bühne


Michael Kumpfmüller
Tage mit Ora

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt als freier Autor in Berlin. Im Jahr 2000 erschien mit dem gefeierten Roman »Hampels Fluchten« seine erste literarische Veröffentlichung, 2003 sein zweiter Roman »Durst« und 2008 »Nachricht an alle«, für den er vor dem Erscheinen mit dem Döblin-Preis ausgezeichnet wurde. Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 wurde der Roman »Die Herrlichkeit des Lebens« zum Bestseller und von der literarischen Kritik hochgelobt. Mittlerweile ist »Die Herrlichkeit des Lebens« in 25 Sprachen übersetzt worden. Zuletzt erschien der Roman »Die Erziehung des Mannes« (2016).

Tage mit Ora

Zwei Stadtneurotiker im Spontanurlaub. In seinem neuen Roman erzählt Michael Kumpfmüller von einer Frau und einem Mann, die beschließen, gemeinsam zu verreisen. Was ist ungewöhnlich daran? Die beiden kennen sich kaum. Das Einzige, was sie wissen: Sie fühlen sich zueinander hingezogen. Eigentlich kann es mit ihnen nichts werden, aber vielleicht ja doch. Auf der Reise wollen sie es ergründen. Sie begegnen sich auf einer Hochzeitsparty – und bleiben aneinander hängen: die Kunstschneiderin Ora und der Erzähler des Romans. Beide sind Experten in Liebeskatastrophen und allenfalls gemäßigt optimistisch. Aber sie spüren: Dieser neue Mensch interessiert mich. Da ist etwas, das ich ausprobieren will – mit allen Konsequenzen. »Tage mit Ora« erzählt davon, wie die beiden sich auf den Weg machen. Zwei Wochen USA, Westküste, mit dem Mietwagen. Die Stationen ihrer Reise: Orte aus Oras Lieblingssong »June On The West Coast« von Bright Eyes. Mehr Planung gibt es nicht. Mit wunderbarer Leichtigkeit und zärtlichem Humor führt Michael Kumpfmüller vor, was passiert, wenn zwei Stadtneurotiker Spontanurlaub machen. Und sich in fremder Umgebung Schritt für Schritt aufeinander einlassen. Ihr Road Trip wird zu einer Woody-Allen-artigen Komödie des sich Findens und Verfehlens, über deren Ausgang am Ende nur der Leser entscheiden kann.

© Foto Joachim Gern


Mittwoch, 10. Oktober, 18.30 Uhr Open Books, Frakfurter Kunstverein
Mittwoch, 10. Oktober, 21.30 Uhr Literatur im Römer, Römerhallen
Donnerstag, 11. Oktober, 16.30-17.00 Uhr Das Blaue Sofa


Volker Kutscher
Der nasse Fisch - Filmausgabe

Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman »Der nasse Fisch«, dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der Dreißigerjahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, dem bisher fünf weitere folgten. Die Reihe ist inzwischen in viele Sprachen übersetzt.

Der nasse Fisch – Filmausgabe

Der Auftakt der sensationellen Krimireihe über das Berlin der Zwanziger- und Dreißigerjahre. Berlin 1929: Kriminalkommissar Gereon Rath erlebt eine Stadt im Rausch. Kokain, illegale Nachtclubs, politische Straßenschlachten – ein Tanz auf dem Vulkan. Der junge, ehrgeizige Kommissar, abgestellt beim Sittendezernat, schaltet sich ungefragt in Ermittlungen der Mordkommission ein – und ahnt nicht, dass er in ein Wespennest gestochen hat … Der Roman ist die Vorlage für die international erfolgreiche Serie »Babylon Berlin« Mit Bonusmaterial: Fotos, Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfilmung

© Foto Monika Sandel


Donnerstag, 11. Oktober, 13.00 Uhr, ARD-Stand
Freitag, 12. Oktober, 13.00-14.00 Uhr, vorwärts-Stand
Freitag, 12. Oktober, 14.40-15.00 Uhr, Interview vor Publikum bei detektor.fm Podcast
Freitag, 12. Oktober, 15.30-16.00 Uhr, Stand der Bundesregierung
Samstag, 13. Oktober, 17.00 Uhr, Spiegel-Stand


Thomas Raab
Walter muss weg

Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, u.a. den »Buchliebling« 2011 und den Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden bereits für die ARD verfilmt. Außerhalb der Metzger-Reihe erschien 2015 der von Feuilleton hoch gelobte Serienmörderroman »Still. Chronik eines Mörders«. 2017 wurde Thomas Raab mit dem erstmals verliehenen Österreichischen Krimipreis ausgezeichnet.

Walter muss weg

Auf dem Land kommen die Leichen wenigstens an die frische Luft! Glaubenthal: Umgeben von ausgedehnten Wäldern liegt es in einer sanften, von wildromantischen Schluchten durchzogenen Hügellandschaft. Doch der schöne Schein trügt – dieses Dorf hat es in sich. Das bekommt auch Hannelore Huber auf der Beerdigung ihres Mannes zu spüren. Groß war die Vorfreude auf ein beschauliches Leben in Harmonie: endlich Witwe. Nun aber muss sie auf ihre alten Tage auch noch Ermittlerin werden. Denn im Sarg ruht, wie sich zeigt, nicht ihr Ehegatte, sondern eine falsche Leiche. Und in Glaubenthal ist es mit der Idylle vorbei. Eine abgelegene Postkartenidylle: sanfte Hügel, dichte Wälder, anständige Bürger, Frischluft sowieso. Hannelore Huber aber weiß es besser, schließlich lebt sie am Rande des Dorfes Glaubenthal, und so manches stinkt hier gewaltig zum Himmel. Ganz besonders die Leichen in diversen Kellern. Und eine davon steht im Mittelpunkt von Thomas Raabs neuem Roman: Hannis Ehemann. Unter äußerst mysteriösen Umständen kam er ums Leben. Aber wozu hinterfragen! Hauptsache tot. Die beiden haben zwar beinah das ganze Leben miteinander verbracht, den größten Teil allerdings aneinander vorbei. Und zwar konsequent. Folglich freut sich die alte Huber nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand – doch sie freut sich zu früh. Vor den Augen der versammelten Trauergemeinde fällt der Sarg in die Grube, springt auf und offenbart einen falschen Leichnam. Da stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wer diesen Toten auf dem Gewissen hat oder was in Glaubenthal sonst noch alles in den Gräbern herumliegt, sondern vor allem: Wo ist der verstorbene Ehegatte? Thomas Raab erzählt mit großartigem schwarzen Humor, wie sich die grantige Huberin inmitten des zwielichtigen Dorfkosmos auf die Suche begibt und zu ermitteln beginnt. Unterstützung erhält sie dabei ungebeten von einer fremden rotzfrechen Göre, die zumindest einen vielversprechenden Nachnamen trägt: Glück. Der Start der neuen Krimireihe des Bestsellerautors Thomas Raab: spielerisch, humorvoll und herrlich böse!

© Foto Ingo Petramer

Donnerstag, 11. Oktober, 20.00 Uhr, Kriminacht im Römer, Open Books Crime


Verena Roßbacher
Ich war Diener im Hause Hobbs

Verena Roßbacher, geboren 1979 in Bludenz/Vorarlberg, aufgewachsen in Österreich und der Schweiz, studierte einige Semester Philosophie, Germanistik und Theologie in Zürich, dann am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. »Ich war Diener im Hause Hobbs« ist nach ihrem Debüt »Verlangen nach Drachen« (2009) und »Schwätzen und Schlachten« (2014) ihr dritter Roman bei Kiepenheuer & Witsch.

Ich war Diener im Hause Hobbs

»Es war ein schlampiger Tag. Dies ist eine einfache Geschichte.« Ein Skandal und ein überraschender Todesfall in den besten Kreisen der Zürcher Gesellschaft. Ein junger Diener, der Jahre später zurückblickt und die Bruchstücke der Geschichte neu zusammensetzt. Der dritte Roman von Verena Roßbacher ist ein literarisches Ereignis – voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und doppelbödigem Humor. Es war Christian, der Diener der Zürcher Anwaltsfamilie Hobbs, der den Toten im Gartenpavillon neben der blutbespritzten Chaiselongue fand. Jahre später blickt er zurück und versucht zu verstehen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Erinnerungen an seine Jugend im österreichischen Feldkirch drängen sich scheinbar zufällig in die Rekonstruktion: Vier genialisch provinzielle Jungs rezitieren am sommerlichen See in sagenhaften Anzügen Zweig und Hesse, haben ihre ganz eigene Theorie zu Frauen mit Locken und das gute Gefühl, dies alles wäre erst der Anfang. Christian erzählt vom Auseinanderdriften der Freunde, von seinen ersten Jahren im Hobbs’schen Haushalt, von verwirrenden nächtlichen Zimmer-besuchen, liebevoll inszenierten Familienporträts und dem fatalen Moment, als die einnehmende Hausherrin seinen alten Freunden begegnet. Und während er die Untiefen der eigenen Schuld auslotet, kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur. Ein betörend leichtfüßiger und vertrackt unheimlicher Roman, in dem nichts ist, wie es zunächst scheint.

© Foto Joachim Gern


Mittwoch, 10. Oktober, 14.00 Uhr, Das Blaue Sofa
Mittwoch, 10. Oktober, 20.00 Uhr, speed-read-date, Literaturforum
Donnerstag, 11. Oktober, 17.30 Uhr, Interview vor Publikum, detektor.fm Podcast


Frank Schätzing
Die Tyrannei des Schmetterlings

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, veröffentlichte 1995 den historischen Roman »Tod und Teufel«, der zunächst zum regionalen, später bundesweit zum Bestseller avancierte. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen sowie dem Thriller »Lautlos« erschien im Frühjahr 2004 der Roman »Der Schwarm«, der seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht hat und weltweit in 27 Sprachen übersetzt wurde. Es folgten die internationalen Bestseller »Limit« (2009) und »Breaking News« (2014). Im Frühjahr 2018 erscheint Frank Schätzings neuer Thriller »Die Tyrannei des Schmetterlings«. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.

Die Tyrannei des Schmetterlings

»Die Tyrannei des Schmetterlings« – Frank Schätzings atemberaubender neuer Thriller über eines der brisantesten Themen unserer Zeit: künstliche Intelligenz. Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren – und darüber hinaus.

© Foto Paul Schmitz; Hintergrund: Connect World / Shutterstock.com


Freitag, 12. Oktober, 15.00-15.30 Uhr, ZEIT Stand
Freitag, 12. Oktober, 16.15 Uhr, Interview vor Publikum, detektor.fm Podcast
Samstag, 13. Oktober, 10.30-11.00 Uhr, Das Blaue Sofa
Samstag, 13. Oktober, 12.00 Uhr, ARD Bühne


Philipp Schwenke
Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

Philipp Schwenke, geboren 1978, arbeitet als Journalist und Autor in Berlin. Er schrieb im Monatsmagazin Neon die Kolumne »Schwenke probiert« und ist Textchef beim Wirtschaftsmagazin Capital.

Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

»Eine wunderbare Idee, ich will diesen Roman unbedingt lesen. Hoffentlich hält der Brexit niemanden ab, ihn ins Englische zu übersetzen.« Nick Hornby. Jahrelang hat Karl May behauptet, er selbst sei Old Shatterhand: unbesiegbarer Abenteurer, bärenstarker Fährtenleser und Winnetous Blutsbruder. Hunderttausende Leser glauben ihm, obwohl er Sachsen praktisch nie verlassen hat. 1899 aber bricht er zum ersten Mal wirklich in den Orient auf. Monatelang reist Karl – der angeblich 800 Sprachen spricht, alle Kontinente durchstreift hat und Gegner mit einem Fausthieb niederstreckt – mit dem Reiseführer in der Hand durch den Orient. Doch alles ist ihm eine Enttäuschung. Die Länder, die Sehenswürdigkeiten und am allermeisten der Mann, den auch er für Old Shatterhand gehalten hat: er selbst. Dann aber blasen die Zeitungen daheim zur Jagd auf ihn, und unterwegs muss Karl May plötzlich ein noch größerer Held werden als der, den er immer gegeben hat. Denn vielleicht kann er so noch seinen Ruf retten. Oder zumindest die Welt. Philipp Schwenkes Roman ist eine irrwitzige Erzählung über Briefe aus dem Jenseits, Sexskandale und die Lügenpresse, über eine Goldader im Dschungel und Winnetous Haare. Die Geschichte von Karl Mays Orientreise 1899 beruht dabei auf Tatsachen. Und auf alternativen Tatsachen. Und auf Tatsachen, die auf jeden Fall wahrer sind als alles, was Karl May selbst je behauptet hat.

© Foto Urban Zintel


Mittwoch, 10. Oktober, 14.00 Uhr, SZ-Stand
Mittwoch, 10. Oktober, 16.45 Uhr, Interview vor Publikum, detektor.fm Podcast


Tijan Sila
Die Fahne der Wünsche

Tijan Sila kam 1981 in Sarajevo zur Welt und emigrierte 1994 mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg. Heute lebt er in Kaiserslautern, wo er als Lehrer an einer Berufsschule arbeitet. Im Frühjahr 2017 erschien sein Debütroman »Tierchen unlimited« bei Kiepenheuer & Witsch.

Die Fahne der Wünsche

Was ist das für ein Land, in dem schon das Flippern ein Verbrechen ist? Crocutanien, ein totalitärer Staat am Rande Europas, versinkt im Chaos. Mittendrin: ein junger Rennradfahrer, der lernt, nicht aufzugeben, auch wenn es scheinbar nichts mehr zu gewinnen gibt. Scharfsichtig, knallhart und mit einzigartigem Witz erzählt Tijan Sila von der Macht und Ohnmacht des Einzelnen in einem amoralischen System und von der revolutionären Kraft des Flipperns. Es sind finstere Zeiten, in denen der sechzehnjährige Ambrosio, der später unter dem Spitznamen »Goldener« zur Rennradlegende wird, seine Karriere beginnt. Das Land Crocutanien ist gezeichnet von Jahrzehnten der totalen Abschottung und fest in der Hand der spiroistischen Partei. Diese versucht mit immer brutaleren Methoden, die rebellierenden Jugendbanden und spiroistischen Splittergruppen zu bekämpfen. Ambrosio, der eigentlich genug damit zu tun hat, mit seiner Freundin Betty die ersten sexuellen Erfahrungen zu machen und von Wettkämpfen im Ausland zu träumen, wird von den Schergen des Regimes verhört und verprügelt. Alles nur, weil er ein neues Hobby für sich entdeckt hat: das Flippern.Von einem Tag auf den anderen werden die Spielautomaten als gesinnungsfeindlich eingestuft und verboten. Als sein Trainer flieht und das Sportinternat, in dem er lebt, von linientreuen Turnern und Balletttänzern bevölkert wird, gerät er mehr und mehr unter Druck. Eine Geschichte, wie nur Tijan Sila sie zu erzählen vermag: abgründig, berührend, voller Humor und grandioser literarischer Kraft.

© Foto Miriam Stanke


Samstag, 13. Oktober, 12.00-12.20 Uhr, detektor.fm
Samstag, 13. Oktober, 15.30 Uhr, Open Books, Frankfurter Kunstverein


Norbert Walter-Borjans
Steuern - Der große Bluff

Norbert Walter-Borjans, geboren 1952, Mitglied der SPD, war Staatssekretär und Regierungssprecher in NRW und im Saarland, Wirtschaftsdezernent und Stadtkämmerer in Köln und von 2010 bis 2017 Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Norbert Walter-Borjans lebt in Köln.

Steuern – Der große Bluff

Der große Steuerbluff: wem er nutzt und wem er schadet. Steuern sind für die allermeisten ein Buch mit sieben Siegeln. Dieser mangelnde Durchblick der Vielen ist allerdings die Grundlage für enorme Profite der Wenigen – zulasten der Allgemeinheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Daher darf das Thema Steuern nicht denen überlassen bleiben, die vorgeben, unser aller Interessen zu vertreten, die aber vor allem ihre eigenen Privilegien sichern und ausbauen wollen – so das Plädoyer von Norbert Walter-Borjans.
Wer dieses kenntnisreiche und lebendig geschriebene Buch des ehemaligen NRW-Finanzministers gelesen hat, wird verstehen
- warum Steuertricks und Steuerhinterziehung unsere Zukunft gefährden
- warum eine gerechtere Steuerpolitik dennoch immer wieder im Sande verläuft
- welchen Anteil daran die Legenden der Steuervermeidungslobby haben
- wie wichtig es ist, dass sich alle angemessen an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligen
Kein Politiker hat in den letzten Jahren so entschieden Klartext geredet, so konsequent gegen die Seuche des Steuerbetrugs gekämpft und Steuerungerechtigkeiten angeprangert wie der ehemalige NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Durch Ankauf von Daten über Steuerhinterzieher oder die gezielte Rückenstärkung erfolgreicher Steuerfahndungsbehörden hat er dem Gemeinwesen Milliardenbeträge gesichert und so das öffentliche Unrechtsbewusstsein gegenüber Steuerkriminalität gestärkt. Er hat immer wieder versucht, die Ungerechtigkeiten und Schwächen unseres Steuersystems ins Zentrum der politischen Auseinandersetzungen zu rücken und Ideen für größere Transparenz, Einfachheit und Gerechtigkeit bei den Steuern entwickelt. Auf Widerstand ist er dabei nicht nur bei den Lobbyisten des großen Kapitals und globaler Unternehmen gestoßen, sondern auch in den politischen Parteien bis hin zu seiner eigenen, der SPD.

© Foto A. Anhalt/Juve Verlag GmbH


Freitag, 12. Oktober, 10.00-10.30 Uhr, Zeit-Stand
Freitag, 12. Oktober, 14.30-15.00 Uhr, vorwärts-Stand


Der Spaß an der Sache

Ulrich Blumenbach, geboren 1964 in Hannover und aufgewachsen in Lüneburg, hat Anglistik und Germanistik in Münster, Sheffield und Berlin studiert und arbeitet seit 1993 als literarischer Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanischen sowie als Gelegenheitslektor und -kritiker.

David Foster Wallace, 1962 geboren, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. »Unendlicher Spaß«, »Kurze Interviews mit fiesen Männern«, »Der Besen im System« und »Der bleiche König«. David Foster Wallace starb am 12. September 2008.



Der Spaß an der Sache

»Eine Kompetenzgranate mit Dauerzündung, die unterhalten, aber nicht unterfordern will« Ulrich Blumenbach. Zum zehnten Todestag des wichtigsten amerikanischen Autors seiner Generation erscheinen alle Essays in einem Band. Gerade die Essays und Reportagen sind für viele Kritiker und Leser Wallace’ Königsdisziplin, und in dieser nach Themen geordneten Anthologie sind seine Beobachtungsschärfe und sprachliche Brillanz neu zu entdecken. Neben Romanen und Erzählungen hat David Foster Wallace immer auch Essays geschrieben, mal im Auftrag von Zeitschriften und Zeitungen, mal für Sammlungen. Zu den bekanntesten gehört sicherlich »Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich«, sein berühmter Text über die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff, und »Das hier ist Wasser«. Dieses monumentale Buch versammelt alle Sachtexte des großen amerikanischen Autors. Ulrich Blumenbach, der längst zur deutschen Stimme Wallace’ geworden ist, hat die Essays in diesem finalen Band nach Themengebieten geordnet: Von Tennis über Ästhetik, Sprache & Literatur, Politik, Film & Fernsehen, die Unterhaltungsindustrie und Leben & Liebe reicht die Bandbreite. So ist Wallace in all seiner Brillanz in diesen höchst unterhaltsamen und klugen Texten aufs Neue zu entdecken und zu bewundern.

© Foto Yvonne Böhler


Mittwoch, 10. Oktober, 12.00 Uhr, Verleihung der Übersetzerbarke, Bühne des Weltempfangs
Freitag, 12. Oktober, 16.30-16.50 Uhr, FAZ-Stand
Samstag, 13. Oktober, 16.00 Uhr, David Foster Wallace, Podiumsdiskussion, Bühne des Weltempfangs


Günter Wallraff

Günter Wallraff, Jahrgang 1942, lebt und arbeitet in Köln. Veröffentlichungen u.a.: Wir brauchen dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben (1966; 1970 unter dem Titel Industriereportagen), 13 unerwünschte Reportagen (1969), Ihr da oben, wir da unten (mit Bernt Engelmann), Unser Faschismus nebenan (1975), die Dokumentation einer in Athen durchgeführten Protestaktion Wallraffs gegen das griechische Obristenregime. Besonderes Aufsehen erregte Wallraff 1977 mit seinen verdeckten Recherchen innerhalb der Redaktion der Bild-Zeitung ( Der Aufmacher und weitere Bücher zum Thema). Mit über 5 Mio. Exemplaren der deutschsprachigen Ausgabe und 38 Übersetzungen war Ganz unten (1985), die Reportage über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern, das erfolgreichste Sachbuch der Nachkriegszeit. Große Medien- und Leserresonanz fanden die Reportagen in dem Band Aus der schönen neuen Welt (2009, 2012) und dem von ihm herausgegebenen Band Die Lastenträger (2014).

© Foto picture-alliance/dpa


Mittwoch, 10. Oktober, 15.00 Uhr, Podiumsdiskussion auf der Bühne des Weltempfangs zum Thema »Das freie Wort unter Druck? Selbstzensur in Deutschland«

Samstag, 14. Oktober, 15.00-16.00 Uhr, Podiumsdiskussion zu Wolfgang Kraushaars Chronik der 68er-Bewegung, Frankfurt Pavilion, Agora


Volker Hage
Volker Weidermann

Volker Hage, geboren 1949 in Hamburg, lebt dort als Schriftsteller und Journalist. Er arbeitete als Literaturredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit und von 1992 bis 2014 beim SPIEGEL. Er ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher biographischer und literaturtheoretischer Bücher; zuletzt erschien sein Roman »Die freie Liebe« (2015). © Foto privat



Träumer - Als die Dichter die Macht übernahmen

Volker Weidermann, geboren 1969 in Darmstadt, Studium der Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Autor beim Spiegel und Leiter des »Literarischen Quartetts« im ZDF. © Foto Elke Dörfel

Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen

1919, Revolution in München – und alle sind vor Ort: Ernst Toller, Thomas Mann, Erich Mühsam, Rainer Maria Rilke, Gustav Landauer, Oskar Maria Graf, Viktor Klemperer, Klaus Mann … Wann gab es das schon einmal – eine Revolution, durch die die Dichter an die Macht gelangten? Doch es gibt sie, die kurzen Momente in der Geschichte, in denen alles möglich erscheint … Von einem solchen Ereignis, der Münchner Räterepublik zwischen November 1918 und April 1919 erzählt Volker Weidermann im Stil einer mitreißenden Reportage, bei der der Leser zum Augenzeugen der turbulenten, komischen und tragischen Wochen wird, die München, Bayern und Deutschland erschütterten.
Nach der Vorgeschichte, dem Ende des 1. Weltkriegs und der Absetzung des bayrischen Königs, beginnt der magische Moment, in dem alles möglich erscheint: radikaler Pazifismus, direkte Demokratie, soziale Gerechtigkeit, die Herrschaft der Phantasie. An der Spitze der Rätebewegung stehen die Schriftsteller Ernst Toller, Gustav Landauer und Erich Mühsam, auf die nach den Tagen der Euphorie und der schnellen Ernüchterung lange Haftstrafen oder der Tod warten. In rasantem Tempo und aus der Perspektive von Beteiligten und Beobachtern vor Ort wie Thomas Mann, Klaus Mann, Rainer Maria Rilke, Adolf Hitler, Viktor Klemperer oder Oskar Maria Graf entsteht so ein historischer Thriller über ein einzigartiges Ereignis der deutschen Geschichte.


Donnerstag, 11. Oktober, 13.00 Uhr, »Des Lebens fünfter Akt« und »Träumer«, Spiegel-Stand


Martin Doerry
Volker Hage

Martin Doerry, geboren 1955, studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Tübingen und Zürich. Nach der Promotion arbeitete er zunächst beim Süddeutschen Rundfunk in Karlsruhe, seit 1987 ist er Redakteur beim SPIEGEL in Hamburg. Er veröffentlichte mehrere zeitgeschichtliche Bücher sowie, zusammen mit Markus Verbeet, die KiWi-Reihe »Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?«. © Foto Der SPIEGEL

Volker Hage, geboren 1949 in Hamburg, lebt dort als Schriftsteller und Journalist. Er arbeitete als Literaturredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit und von 1992 bis 2014 beim SPIEGEL. Er ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher biographischer und literaturtheoretischer Bücher; zuletzt erschien sein Roman »Die freie Liebe« (2015). © Foto privat

Wen liebte Goethes

Wen liebte Goethes »Faust«?

Kennen Sie sich in der Literatur aus? Welche Pflanze steht für die deutsche Romantik? Wie lautete der erste Satz des Romans »Stiller« von Max Frisch? Welches Schauspielerpaar trat in der Verfilmung von Edward Albees Theaterstück »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« auf? Der große SPIEGEL-Wissenstest dreht sich diesmal um ein weites Feld: die Literatur. In den Fragen geht es quer durch die Geschichte, von den Anfängen über die Klassiker bis zu den großen Romanen der Moderne – gefragt wird aber auch nach Literaturverfilmungen, berühmten Autoren, Bestsellern der Gegenwart und großen Erfolgen der Kinder- und Jugendliteratur, der Fantasy, Science-Fiction und Kriminalliteratur. Schulwissen hilft, reicht aber allein nicht aus. Der große SPIEGEL-Wissenstest fragt nach dem, was man heute über Literatur wissen sollte. Nur Mut, trauen Sie sich!
Und als Bonus: Zwei große SPIEGEL-Gespräche mit den Geschwistern Eva und Robert Menasse und den Literaturkritikern Volker Weidermann und Volker Hage.



Donnerstag, 11. Oktober, 15.30 Uhr, Spiegel-Literatur-Quiz zu »Wen liebte Goethes Faust?«, Spiegel-Stand