News

Bertolt-Brecht-Preis 2020 für Sibylle Berg

Verleihung am 18. Februar 2020

Miniaturbild
© Katharina Lütscher

Der Bertolt-Brecht-Preis 2020 der Stadt Augsburg geht an Sibylle Berg. Der Preis wird am 18. Februar im Rahmen des Brechtfestivals (14 – 23. Februar) im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses überreicht. Wir gratulieren unserer Autorin herzlich!

Aus der Begründung der Jury: »Sibylle Berg ist eine Virtuosin der literarischen Kälte und der Klarheit, eine Meisterin des nüchternen Blickes und der illusionslosen Analyse. „Denn für dieses Leben“, sang einst Bertolt Brecht, „ist der Mensch nicht gut genug“. Literatur dient, davon sind Berg und Brecht überzeugt, nicht dem Trost oder der gefälligen Verschönerung der Welt. Sondern dazu, Bosheit und Not samt deren Ursachen mit brutaler Offenheit zu benennen. [...] „Der Mensch ist gar nicht gut, / drum hau ihm auf den Hut“, schrieb Brecht. Sibylle Berg ist eine große Auf-den-Hut-Hauerin der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie ist das nicht aus Übermut oder Zynismus. Hinter der leidenschaftlichen Wildheit ihrer Stücke und Romane stehen ein gar nicht so geheimer Humanismus und ein inständiger Wunsch nach Besserung. „Hast du ihm auf den Hut gehaun“, fährt Brecht in seinem Gedicht fort, „dann wird er vielleicht gut.“ Sibylle Berg erspart den Lesern ihrer Romane und Zuschauern ihrer Stücke nichts. Auch nicht die Verantwortung, aus dem zu lernen, was sie da lesen oder sehen.«

Der Bertolt-Brecht-Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und zeichnet zu Ehren des 1898 in Augsburg geborenen Dichters Bertolt Brecht seit 1995 Persönlichkeiten aus, die sich in ihrem literarischen Schaffen kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzen. Bisherige mit dem Preis ausgezeichet wurden Franz Xaver Kroetz, Robert Gernhardt, Urs Widmer, Christoph Ransmayr, Dea Loher, Albert Ostermaier, Ingo Schulze, Silke Scheuermann und Nino Haratischwili.

Sibylle Berg lebt in Zürich. Ihr Werk umfasst 25 Theaterstücke, 14 Romane und wurde in 34 Sprachen übersetzt. Berg fungierte als Herausgeberin von drei Büchern und verfasst Hörspiele und Essays. Sie erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, u.a. den Wolfgang-Koeppen-Preis (2008), den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2016), den Schweizer Buchpreis (2019), den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2019), den Thüringer Literaturpreis (2019) sowie den Schweizer Grand Prix Literatur (2020).