Arnon Grünberg

Die Datei

Novelle

Die Datei

Lillian, Anfang zwanzig, ist ein weiblicher Nerd. Sie wohnt noch bei ihren Eltern, die vor dem Bildschirm verbrachten letzten Jahre, nur in Gesellschaft von Paprikachips, haben sie übergewichtig und alltagsuntauglich gemacht. Sex ist für sie nichts weiter als eine Online-Dienstleistung – jederzeit abrufbar. Männer sind Kunden, bedauernswert und triebgesteuert, sonst nichts.
Und dennoch: Eigentlich ist Lillian eine asiatische Prinzessin, ihr wahres Leben findet im Netz statt; und dort sind auch ihre Freunde. Einer von ihnen, der wichtigste, ist Banri Watanuki, der in einer Krise in Lillians digitales Leben tritt. Das Chatten mit ihm hilft Lillian, auch in der Außenwelt besser zurechtzukommen. Sie bekommt einen Job bei einer Computerfirma, lebt plötzlich ein fast völlig normales Leben, bis sie eines Tages glaubt in ihrem Kollegen Seb ihren Cyber-Freund Banri Watanuki wiederzuerkennen.
Ein beeindruckender Text über digitale und analoge Welten, über verdichtete Realität und Realitätsverlust – und über die Liebe, die sich zwischen allen Einsen und Nullen immer noch ihren Weg bahnt.

„Die Datei“ ist die Novelle, die den Kern eines Experiments zur Kreativitätsforschung bildet. Neurowissenschaftler der Universität Amsterdam haben die Hirnströme Arnon Grünbergs beim Verfassen des Texts aufgezeichnet. Auf der Buchmesse 2016 können Besucher des „Grünberg Labs“ in der Agora ihre Hirnaktivitäten während der Lektüre vermessen lassen.


eBook by Kiepenheuer&Witsch
Titel der Originalausgabe: Het Bestand
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
ISBN: 978-3-462-31690-2
Erschienen am: 19.10.2016
119 Seiten, eBook
Lieferbar

Preis

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Über den Autor

Arnon Grünberg
Arnon Grünberg wurde als Arnon Yasha Yves Grünberg am 22. Februar 1971 in Amsterdam, Niederlande, geboren. Seine Eltern sind Mitte der 1930er Jahre aus Nazi-Deutschland geflohen. Grünberg besuchte die Amsterdamer Montessori-Schule und das Vossius-Gymnasium in Amsterdam, das er als 17-jähriger vorzeitig verlassen musste. Zwei Jahre später gründete er seinen eigenen Verlag Kasimir, welches sich der Veröffentlichung »nicht arischer« ... mehr

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