Reinhard Krüger

Der Stinkefinger

Kleine Geschichte einer wirkungsvollen Geste

Der Stinkefinger

Vom Steinzeitkrieger bis zu Varoufakis – eine Geste, mit der man sich maximale Aufmerksamkeit sichert.

Erst vor Kurzem provozierte die Geste eines griechischen Finanzministers in Deutschland Stürme der Entrüstung. Warum eigentlich, mag mancher Grieche gedacht haben? Denn in Griechenland bedeutet ein erig ierter Mittelfinger heutzutage nicht so schrecklich viel – dort gilt inzwischen eine andere Geste als wirk lich obszön. Und wäre das Ganze in Arabien oder Asien geschehen, niemand hätte sich erregt: Dort war der Stinkefinger vor der Globalisierung unbekannt.

Prof. Reinhard Krüger erforscht seit Jahrzehnten die Welt der Körpersprache – und gibt uns in seinem rasanten, kompakten und reich illustrierten Büchlein erhellende Einblicke in die Welt obszöner Gesten, speziell des Stinkefingers; sie entstammt dem g riechisch-römischen Kulturkreis, war seltsamerweise über Jahrhunderte fast verschwunden, bis im 20. Jahrhundert von Amerika aus eine steile Renaissance begann.

Krüger beleuchtet nicht nur die Geschichte und Bedeutung der Geste, in welchen Ländern welche Gestenvarianten existieren, welche Künstler die Geste neu inter pretierten oder welche Politiker mit dem Finger voran bewusst oder unbewusst in welche Fettnäpfchen traten. Das Buch klärt
auch über rechtliche Konsequenzen der Geste auf – und erzählt, wie einst eine in Nordkorea gefangengesetzte amerikanische Schiffsbesatzung den Triumph ihrer Peiniger dadurch desavouierte, dass sie auf Propagandafotos den in Asien unbekannten Stinkefinger zeigten.


Galiani-Berlin
ISBN: 978-3-86971-123-2
Erschienen am: 10.03.2016
176 Seiten, gebunden mit SU
Lieferbar

Preis

Deutschland
16,99 €
Österreich
17,50 €

Rezensionen

Über den Autor

Reinhard Krüger
Reinhard Krüger, Romanist, Universalist und Gestenforscher an der Universität Stuttgart, hat bisher so unterschiedliche Arbeiten abgeliefert wie Studien zum Weltbild der Spätantike und der frühen Neuzeit, zur Semiologie, Archäologie der Globalisierung und zu Autoren wie Molière und Beckett.

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