Heinrich Böll

Der Engel schwieg

Der Engel schwieg

Der Engel schwieg, 1949-1951 geschrieben, ist Bölls erster Roman, der im Nachkriegsdeutschland spielt.

Er beginnt am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation, und führt mitten hinein in die Trümmerlandschaft einer deutschen Großstadt. Vielleicht war das der Grund, weshalb das Manuskript, das ein Jahr lang zur Veröffentlichung vorlag, dann doch nicht erschien. Der damalige Verlag nahm auf den Wandel des Publi-kumsgeschmacks Rücksicht: Man wollte nicht mehr an das unmittelbar zurückliegende Elend erinnert werden. So blieb das Manuskript liegen und wurde für Böll Steinbruch und Humus zugleich. Heute liest sich das Buch wie die Kraftquelle der Erinnerung, die das Böllsche Werk geprägt hat. Böll zeigt in ihm die Existenz des Menschen in der Stunde Null. Ein Soldat, mit falschen Papieren desertiert, kehrt in seine zerbombte Heimatstadt zurück, auf der Suche nach Brot, nach einer Bleibe und nach Menschen. Er findet Menschlichkeit, aber auch die Härte des Eigeninteresses, verbrämt mit christlicher Doppelmoral. Unangefochten davon bleibt die Liebesgeschichte, “klar und spröde, die der Phrasenlosigkeit der heimkehrenden Generation entspricht, die weiß, daß es keine Heimat auf dieser Welt gibt”. (Böll)
Mehr als vierzig Jahre blieb dieser frühe Roman Bölls unveröffentlicht, weil sein Thema, die unmittelbare Nachkriegszeit, zuviel heraufbeschwor, an das man lieber nicht erinnert werden wollte. Erst 1992 erschien er zum ersten Mal und wurde ein großer Erfolg. Schnell wurde auch deutlich, daß in diesem Roman bereits alle wichtigen Motive der späteren Werke Bölls vorliegen. Der Engel schwieg eine Entdeckung, zugleich aber auch ein idealer Einstieg in die Literatur dieses großen deutschen Schriftstellers.

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Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-02962-8
Erschienen am: 01.01.1992
224 Seiten, gebunden mit SU
Lieferbar

Preis

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18,90 €
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19,50 €

Rezensionen

Über den Autor

Heinrich Böll
Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur 1937 Lehrling im Buchhandel und Student der Germanistik. Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig. Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.

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