Die Autorenwand

Jeden Donnerstag veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Bild von der KiWi-Autorenwand. Bei Instagram, facebook und twitter kannst Du die Bilder unter den Hashtags #Autorenwand, #ErsterSatz, vielleicht auch unter #200shadesofgrey finden. Die Reihenfolge der Autoren ist vollkommen dem Zufall überlassen. Nur eines bleibt von Bild zu Bild gleich: Genannt wird immer das erste KiWi-Buch des Autors, zusammen mit dem ersten Satz aus selbigem. Wenn Du mehr über die Autorenwand erfahren willst, lies bitte den Blog-Artikel »Autoren an der Wand«Artikel lesen ›

12 Fragen an Klaus Modick #15

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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»Lücken schließen«: Jonathan Evison über seinen Roman »Umweg nach Hause«

Jonathan Evison. Foto © Keith Brofsky

Jonathan Evison. Foto © Keith Brofsky

An dem Wochenende, als meine Schwester sechzehn wurde, fuhr sie mit ein paar Freunden nach Lucerne Valley in der Mojavewüste. In den zwei Wochen davor war diese Fahrt bei uns zu Hause Tischgespräch gewesen. Mein Vater war der Meinung, sie sei doch ein vernünftiges Kind, habe gute Noten, füttere ihre Haustiere zuverlässig und sei immer pünktlich zu Hause, also könne man ihr die Reise wohl erlauben. Meine Mutter hielt das für keine gute Idee. Sie traute den anderen Jugendlichen nicht. Sie waren eine wilde Meute.

Meine Schwester machte die Reise. Sie kehrte nicht zurück. Sie kam bei einem fürchterlichen Autounfall ums Leben, als sie gerade sechzehn wurde. Der Unfall, dessen genauer Hergang nie zufriedenstellend geklärt wurde, zerriss unsere Familie. Meine Eltern ließen sich nach fünfundzwanzig Jahren Ehe scheiden. Ich verlor meine wichtigste Bezugsperson. Mein ältester Bruder hat zwei Jahre lang fürchterlich gelitten, und es hat ihn grundlegend verändert. Meine Familie spürt den Schock bis heute. Ich habe immer noch eine schwesterförmige Lücke im Herzen. Nach ein paar Bier lamentiert mein Bruder heute noch darüber, dass er ihr noch sieben Dollar schuldete, als der Unfall passierte. Die sieben Dollar waren ein Streitpunkt gewesen, der irgendwie mit dem Verkauf eines Zehn-Gang-Rads zusammenhing. Sie stritten sich heftig über das Geld, bis zu dem Tag, an dem sie losfuhr. Mein Bruder ist jetzt siebenundfünfzig und versucht immer noch, seine Schuld zu begleichen. Artikel lesen ›

Autoren an der Wand

Keiner kommt an ihr vorbei. Jeder bleibt zumindest kurz mal vor ihr stehen. Schüchterne Menschen verlangsamen ihren Schritt und schauen neugierig im Vorbeigehen. Andere schlagen Wurzeln. Sie ist schon sehr alt, und sie wurde mit den Jahren immer größer. In den Anfangstagen – keiner hier bei KiWi scheint sich erinnern zu können, wann es eigentlich losging – war sie so etwas wie eine Ahnengalerie. Saul Bellow, J.D. Salinger, Heinrich Böll, Joseph Roth, Erich Maria Remarque – vermutlich waren es die ersten, die einen Platz an der KiWi-Autorenwand bekamen. Die meisten waren da schon tot. Und ganz nebenbei war der Begriff vom Aushängeschild geboren. Artikel lesen ›

Aus dem Notizbuch des Verlegers #13

malchow 350pxMit einem Moleskine, das ihm der Rowohlt-Kollege Alexander Fest geschenkt hat, fing es an. Aus so einem ersten kleinen schwarzen Notizbuch wird im Laufe der Jahre schnell mal ein Berg. Das (im Bild unten) sind die vergangenen acht Jahre unseres Verlegers Helge Malchow in Stichworten. Was steht da drin? Was macht dieser Mann den ganzen Tag? Und was hat es mit dem einzigen roten Buch auf sich? Wir zeigen es Ihnen ab sofort in unserer neuen Kolumne »Aus dem Notizbuch des Verlegers«. Alle Einträge wurden von uns mit Fußnoten versehen, in diesen befinden sich Erklärungen, Enträtselungen zu den Notizen und – sehr niedrig dosiert – Werbung. Für das ZEITmagazin füllte Helge Malchow den Proust-Fragebogen für Blogger aus. Artikel lesen ›

»Wir signieren alles! Unterhemden, Oberarme…« Eine Buchpremiere mit Armin Maiwald

Sonntagmorgen, 11 Uhr. Vielleicht nicht die beste Zeit, um ins Theater zu gehen und auch nicht die populärste. Doch für ihn kommen sie gerne: Armin Maiwald. Wie sein Lektor Lutz Dursthoff ihn vorstellt: »Die Stimme der Maus«. So kennen ihn alle, seit über 40 Jahren. Fast erwartet man, dass die Maus gleich mit dem Elefanten hinterm Vorhang hervorkommt und eine ihrer berühmten Verrenkungen macht.

Doch heute geht es nicht um die Maus, zumindest nicht vorrangig. Armin Maiwald stellt in der Kölner »Comedia« im Gespräch mit Christine Westermann seine Autobiographie vor, Aufbau vor laufender Kamera. Geschichten aus meinem Leben. Es geht um das Leben von Armin Maiwald, und das ist nicht weniger spannend als seine vielen Lach- und Sachgeschichten.

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»Nicht einknicken«: Helge Malchow über die Fatwa gegen Salman Rushdie und warum die Angst nicht siegen darf

Verleger Helge Malchow

Verleger Helge Malchow

Der Roman »Unterwerfung« von Michel Houellebecq besteht aus fünf Kapiteln. Nur dem letzten Kapitel ist ein Motto vorangestellt, es lautet: »Wenn der Islam nicht politisch ist, ist er nichts« und stammt von dem iranischen Religionsführer Ayatollah Khomeini. Wie diese Politik aussieht, erfuhr die Welt vor 26 Jahren, im Februar 1989, als besagter Ayatollah Khomeini die berüchtigte Fatwa, d.h. einen Mordaufruf gegen den Schriftsteller Salman Rushdie wegen seines Romans »Die satanischen Verse« ausrief.

Das war eine Art Startschuss für zahlreiche islamistisch inspirierte Gräueltaten bis zu den Anschlägen vom 7. Januar in Frankreich. Diese Ursprungstat richtete sich nicht zufällig gegen ein Kunstwerk, denn die Freiheit der Kunst ist eine grundlegende Schranke, die Diktaturen von freien Gesellschaften unterscheiden: Kunst bedeutet autonome Phantasie, bedeutet, mit der »Realität« zu spielen, zu übertreiben, zu erfinden, zu provozieren, zuzuspitzen. Kunst bedeutet Ironie, Satire, Zumutung, Witz, auch Boshaftigkeit. Kunst erfüllt keinen »Auftrag«, weder der Macht noch der Moral noch der Religion.

»Die Satanische Versen« von Salman Rushdie: Erschienen auf Deustch m 17. Oktober 1989 im eigens dafür gegründeten »Artikel 19 Verlag«.

»Die Satanische Versen« von Salman Rushdie: Erschienen auf Deutsch am 17. Oktober 1989 im eigens dafür gegründeten »Artikel 19 Verlag«.

Ich erwähne diese Selbstverständlichkeiten, um den damaligen Schock unter den Mitarbeitern des Verlags Kiepenheuer & Witsch, bei dem die deutsche Übersetzung des Romans erscheinen sollte, spürbar zu machen. Der Mordauftrag richtete sich ja neben dem Autor ausdrücklich gegen alle Beteiligten: die Übersetzer, die Verlagsmitarbeiter, die Verleger, die Buchhändler.

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12 Fragen an Malte Welding #14

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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Stein trifft Steen: Jesper Stein interviewt seinen Kopenhagener Kommissar Axel Steen

Jesper Stein © Morten Holtum

Jesper Stein © Morten Holtum

»Ich bin nicht der typische Bulle«

Journalist und Autor Jesper Stein trifft den Kopenhagener Kommissar Axel Steen und spricht mit ihm über die Opfer von Verbrechen, über Strafe und Schmerz.

Jesper Stein ist Journalist und arbeitete als Kriminalreporter in Kopenhagen. 2008 erschien sein Bestseller über Bent Isager-Nielsen, den Leiter der Sektion 1, dem dänischen Pendant zum FBI. Das Buch erklärt u.a., warum Dänemark die weltweit höchste Aufklärungsrate bei Mordfällen aufweisen kann. Jesper Stein lebt seit 1992 in Nørrebro, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach Unruhe ist Weißglut sein zweiter Roman um den Kommissar Axel Steen. Artikel lesen ›