Uwe Timm: Kafkas Reisepass

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Seit über vierzig Jahren schreibt Uwe Timm hochgelobte Romane, Erzählungen und Novellen. Seither beschäftigt er sich auch essayistisch mit dem Schreiben und denen, die schreiben. Die Essays aus dem Band »Montaignes Turm« umreißen den Horizont seines literarischen Schaffens. Es geht um Montaigne, Kafka, Koeppen, Böll – und ganz zentral um Thomas Mann. Und es geht um eigene Erfahrungen und Schreibanlässe, um Lektüren und Begegnungen. Es sind Reflexionen über das Schreiben und das Leben, die Uwe Timm als großen Stilisten zeigen. Brillante Texte, ganz nah an ihren Gegenständen und dabei sehr persönlich.

Kafkas Reisepass

Als, so beginnt der Roman Amerika von Franz Kafka, der siebzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnen-licht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte. Artikel lesen ›

Wie Future ist Fiction? – Leif Randt im Smalltalk

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© Zuzanna Kaluzna

 Von Andreas Merkel

 

Leif Randt hat gerade seinen neuen Roman »Planet Magnon« draußen und kommt leicht verspätet, aber topfit zum Interview-Termin. Er trägt einen Mantel, eine Daunenweste, und ein schwarzes Armband, einen Steptracker, der ihm bei Erreichen des täglichen Goals eine kleine Celebration-Graphik ans Handgelenk zaubert. Heute sieht es gut aus: er hat schon 13.187 Schritte auf der Uhr, weil er vorhin Laufen war. – Ready to go!
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KiWi-Leaks – 5 Dinge, die Sie noch nicht über KiWi wussten

Blau machen
Die Mitarbeiter von KiWi machen jedes Jahr um die gleiche Zeit blau. Die Geschäftsführung versucht seit Jahren sich dagegen zu wehren. Ohne Erfolg. Im Gegenteil, ein psychologischer Effekt, der vergleichbar ist mit dem Stockholm-Syndrom, veranlasst die Geschäftsführung, das ganze Unternehmen sogar finanziell zu unterstützen. Jeder Mitarbeiter, der sich am kollektiven „blau machen“ beteiligt, wird sogar mit einer Bonuszahlung ausgestattet, die sich Karnevalsgeld nennt und dem Wert von einem „Kranz Kölsch“ entspricht. Das sind elf Gläser Kölsch x die Summe aller Mitarbeiter – und macht blau. Artikel lesen ›

KiWi it Yourself – unsere Selbermachwochen inspiriert von Susanne Klingner #1

Egal, wo man hinschaut: Die Do-It-Yourself-Bewegung ist überall. Ob der Knitting-Trend, der vor ein paar Jahren die „Bestrickung“ von Laternen zur Folge hatte, oder das Nutzen jeder möglichen städtischen Fläche beim urban gardening. Im Fernsehen laufen Sendungen über Heimwerken oder Backshows, in denen Hobby-Bäcker ihr Talent unter Beweis stellen können. Und immer mehr Leute fangen plötzlich an, Dinge wieder selber zu machen. Sei es ein gestrickter Pullover, eine gehäkelte Mütze oder selbst gebastelte Deko. Alles scheint möglich und für jedes Vorhaben gibt es Ratgeber und Videos im Internet, Kurse oder einfach Freunde oder Verwandte, die man fragen kann.

Und weil wir KiWis Ihnen einen kleinen Einblick geben wollen, was wir so alles selber machen, startet heute unsere dreiwöchige DIY-Reihe, in der Sie mit uns Kurse besuchen, Gemüse anbauen, tolle Deko basteln und vieles mehr!

Und wenn auch Sie danach Lust aufs Selbermachen bekommen und noch mehr Inspiration brauchen – schauen Sie einfach in Susanne Klingners Buch Hab ich selbst gemacht, in dem sie in 365 Tagen 66 eigene Projekte durchführt!

 

#1 Im Garten mit Nicole

WP_20150308_002Der Frühling ist da! Endlich kann ich wieder draußen sein, die Sonne genießen, den Wildgänsen lauschen und am allerbesten: mit den Händen in der Erde wühlen! Es gibt wenig, was mich glücklicher macht. Und sind wir ehrlich: Es ist ein wunderbarer Kontrast zur täglichen Schreibtischarbeit. Artikel lesen ›

Uwe Timm: Lob der deutschen Sprache

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Seit über vierzig Jahren schreibt Uwe Timm hochgelobte Romane, Erzählungen und Novellen. Seither beschäftigt er sich auch essayistisch mit dem Schreiben und denen, die schreiben. Die Essays aus dem Band »Montaignes Turm« umreißen den Horizont seines literarischen Schaffens. Es geht um Montaigne, Kafka, Koeppen, Böll – und ganz zentral um Thomas Mann. Und es geht um eigene Erfahrungen und Schreibanlässe, um Lektüren und Begegnungen. Es sind Reflexionen über das Schreiben und das Leben, die Uwe Timm als großen Stilisten zeigen. Brillante Texte, ganz nah an ihren Gegenständen und dabei sehr persönlich.

Lob der deutschen Sprache*

Ich will ein Lob der deutschen Sprache wagen. Ein prekäres Unterfangen, da sich der Sprecher in der eigenen Sprache notwendig mitlobt, prekär vor allem, weil die deutsche Sprache durch die katastrophale deutsche Geschichte belastet ist. Artikel lesen ›

Der perfekte Lammbraten à la »Bocuse d’Or« – Ein Rezept von Léa Linster

U1_978-3-462-04713-4Zu ihr kommen alle gern: amerikanische Rapper, deutsche Fernsehmoderatoren, europäische Herrscherfamilien. Léa Linster führt eins der besten Restaurants Europas, kocht im Fernsehen und in aller Welt, reist, schreibt, tanzt – und jetzt erzählt sie, wie sie das alles macht.

In ihrem Buch »Mein Weg zu den Sternen« verrät sie uns das Rezept für den perfekten Lammbraten, jene preisgekrönte Spezialität, die ihr im Jahr 1989 zum begehrten Bocuse d’Or verhalf. Jetzt auch bei uns im Blog.

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Pink Air, Mint Air. Überlegungen zu Leif Randts »Planet Magnon«

Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler

Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler

Von Heinz Drügh*

Ich bin kein Science Fiction-Experte. Umso mehr danke ich für das Vertrauen, ausgerechnet mir für ein solches Ereignis wie das heute Abend eine Wildcard zu geben. Irgendwie bin ich zudem so wenig postpragmatic, dass ich hoffe, Ihnen mit dieser Rede nicht das Spektakel eines Mitchs zuzumuten. Was das sein soll – postpragmatic, mitch – wissen nur diejenigen, die Leif Randts neuen Roman Planet Magnon schon gelesen haben. Den anderen erkläre ich es später. Ich bin, wie ich sagte, kein Science Fiction-Experte. Und so denke ich, wenn es um dieses Genre geht, gar nicht mal sofort an ein Buch, sondern an einen Song von einem Album, das ich als Teenager sehr mochte und bis heute mag. Die Rede ist von Planet Claire, dem Opener des ersten Albums der B52s aus dem Jahr 1979. Dieser Song bietet sowohl musikalisch als auch textuell einiges von dem, was Science Fiction als popkulturelles Phänomen auch für den nicht eingefleischten Fan attraktiv macht:

She came from Planet Claire
I knew she came from there
She drove a Plymouth Satellite
Faster than the speed of light Artikel lesen ›

Uwe Timm: Schreiben lernen

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Uwe Timm © Gunter Glücklich

Seit über vierzig Jahren schreibt Uwe Timm hochgelobte Romane, Erzählungen und Novellen. Seither beschäftigt er sich auch essayistisch mit dem Schreiben und denen, die schreiben. Die Essays aus dem Band »Montaignes Turm« umreißen den Horizont seines literarischen Schaffens. Es geht um Montaigne, Kafka, Koeppen, Böll – und ganz zentral um Thomas Mann. Und es geht um eigene Erfahrungen und Schreibanlässe, um Lektüren und Begegnungen. Es sind Reflexionen über das Schreiben und das Leben, die Uwe Timm als großen Stilisten zeigen. Brillante Texte, ganz nah an ihren Gegenständen und dabei sehr persönlich.

Schreiben lernen

Kann man Schreiben lernen? Ja, durch Übung. Kann man das literarische Schreiben lernen? Literaturkritiker, zumindest hier in Deutschland, sagen meist Nein. Artikel lesen ›

Die Autorenwand #8: Uwe Timm

Jeden Donnerstag veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Bild von der KiWi-Autorenwand. Bei Instagram, facebook und twitter kannst Du die Bilder unter den Hashtags #Autorenwand, #ErsterSatz, vielleicht auch unter #200shadesofgrey finden. Die Reihenfolge der Autoren ist vollkommen dem Zufall überlassen. Nur eines bleibt von Bild zu Bild gleich: Genannt wird immer das erste KiWi-Buch des Autors, zusammen mit dem ersten Satz aus selbigem. Wenn Du mehr über die Autorenwand erfahren willst, lies bitte den Blog-Artikel »Autoren an der Wand«Artikel lesen ›

12 Fragen an Klaus Modick #15

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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