Ganz ruhig, Reinhold!

Reinhold NL

 

RUHESTAND!!!

PAHAHAHAHAHA!!! schallt es durch den Verlagsflur. Reinhold Joppich hat gerade einen bestimmt sehr guten Witz gemacht. Von allen Kollegen lacht er am allerlautesten. War ja schließlich sein Witz. PAHAHAHAHAHA!

Dieses Lachen werden wir vermissen, und das Poltern dazwischen und das Rumpeln nebenan, das bei ihm immer dazu gehört, die gepflegte Marketingrunden-Randale am Morgen, diese ihm so ureigene Leidenschaft, für die er immer die richtigen (oder im Zweifel auch einfach sehr lauten) Worte findet, und die immer, echt jetzt!, immer aus der Mitte seines Herzens hervorpreschen. Sein Pfeifen in den Gängen, sein grollender Bass im Türrahmen, der uns italienisches Liedgut näher bringen sollte… Ob wir wollten oder nicht. Meistens jedoch wollten wir sehr gerne.

Wir werden nicht nur Reinhold Joppich, unseren legendären Verkaufs- und Vertriebsleiter, den »Bücher-Berserker«, wie eine große Zeitung einmal titelte, vermissen; auch Reinhold, der Explosions-Künstler, das wild schlagende Herz von Kiepenheuer & Witsch, wird fehlen. Artikel lesen ›

12 Fragen an Tino Hanekamp #13

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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Das Ohr auf der Schiene der Geschichten – #7 Tino Hanekamp

Was unsere Autoren schreiben, wissen wir ja. Was sie lesen, erfahren wir in unserer Rubrik »12 Fragen an…«. Doch was hören Sie eigentlich? Beim Schreiben, beim Lesen, jeden Tag? Wir fragen nach, bei lebenden Autoren unseres Hauses und auch bei solchen, die uns schon vor einiger Zeit verlassen haben. Gut aufgelegte KiWi-Autoren verraten uns hier ihre unlektorierte Playlist, und wir legen unser Ohr auf die Schiene der Geschichten!

(Foto: stallio / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )
(Foto: stallio / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )

Tino Hanekamp , geboren 1979 in Wippra/ Sachsen-Anhalt, arbeitete jahrelang als Musikjournalist, lebte mal hier und mal dort, reiste durch die Welt und landete vor ein paar Jahren in Hamburg, wo er mit einem Freund aus Versehen einen Musikclub namens Weltbühne gründete, der dann aber abgerissen wurde. Heute ist er Mitbegründer, Miteigentümer und Programmdirektor des Uebel & Gefährlich, das mehrfach zum besten Musikclub Deutschlands gewählt wurde. Für seinen Roman »So was von da« erhielt er den Silberschweinpreis für das beste Debüt der LitCologne und den Kasseler Förderpreis für Komische Literatur 2012. Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Rede von Thomas Hettche zum Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2014

Der Programmdirektor des Deutschlandradios Andreas-Peter Weber und Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth gratulieren dem Preisträger Thomas Hettche.

Der Programmdirektor des Deutschlandradios Andreas-Peter Weber (li.) und Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth gratulieren dem Preisträger Thomas Hettche.

Dankesrede

von

Thomas Hettche

zur Verleihung des Wilhelm Raabe-Literaturpreises

am 2. November 2014 in Braunschweig

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Sommer 1792 verlangte das revolutionäre Paris die Auflösung der königlichen Menagerie in Versailles im Namen der Menschen und der Tiere. Wohl eher in dem der Menschen, denn viele der exotischen Tiere landeten bei den Pariser Metzgern. Jene fünf aber, die überlebten, bildeten den Grundstock des Jardin des Plantes, des ersten wissenschaftlichen Zoos der Welt. Eine Anekdote, für die sich in der Pfaueninsel leider keine passende Stelle fand, die aber ein zentrales Thema meines Romans illustriert: Die Ambivalenz von Veränderungen. Artikel lesen ›

Das Ohr auf der Schiene der Geschichten #6 Oliver Polak

Was unsere Autoren schreiben, wissen wir ja. Was sie lesen, erfahren wir in unserer Rubrik »12 Fragen an…«. Doch was hören Sie eigentlich? Beim Schreiben, beim Lesen, jeden Tag? Wir fragen nach, bei lebenden Autoren unseres Hauses und auch bei solchen, die uns schon vor einiger Zeit verlassen haben. Gut aufgelegte KiWi-Autoren verraten uns hier ihre unlektorierte Playlist, und wir legen unser Ohr auf die Schiene der Geschichten!

(Foto: stallio / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )
(Foto: stallio / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )

Oliver Polak entführt in seinem neuen, unlängst erschienenen Buch »Der jüdische Patient« in die Zwischenwelt der Psychiatrie und schildert, was einigen von uns nicht unbekannt erscheint: der steinige Weg ins eigene Ich und das tägliche Ringen um die eigene Würde.
Was ihn während seines Klinikaufenthaltes bewegte, spiegelt sich auch in seiner Musik wider, die wir hier (auszugsweise) wie auch im Anhang des Buches als Playlist für Sie zusammengestellt haben. Artikel lesen ›

Zu zweit übersetzen. Geht das überhaupt? von Isabel Bogdan und Ingo Herzke

Isabel Bogdan und Ingo Herzke sind langjährige literarische Übersetzer, die für ihre Arbeiten bereits ausgezeichnet wurden und die einander gut kennen. Nun haben sie  – nicht ohne Zeitdruck – gemeinsam ein Buch übersetzt: Nick Hornbys neuen Roman Miss Blackpool. Uns gewähren sie hier einen Einblick in die Übersetzer-Werkstatt. Und für Hornby-Leser ist dieser Werkstatteinblick auch noch mit einer Verlosung verbunden (siehe unten)!

U1_978-3-462-04690-8Zu zweit übersetzen. Geht das überhaupt?

Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, klar geht das. Beziehungsweise nein, das geht natürlich nicht.

Wirklich „zu zweit übersetzen“ geht natürlich. So, dass man jeden Satz bespricht, dass jedes Wort ausdiskutiert wird, dass man alles gemeinsam durchkaut. Das geht super, wenn man Zeit hat. Unendlich viel Zeit. Die hatten wir bei Nick Hornby aber nicht; wenn genug Zeit gewesen wäre, hätte Ingo ihn allein übersetzt. Nun war aber klar, dass er es allein nicht schaffen konnte, deswegen kam Isa dazu. Nicht, damit wir jeden Satz besprechen konnten und dadurch doppelt so viel Arbeit gehabt hätten, sondern um Ingo einen Teil der Arbeit abzunehmen. Was aber nicht heißt, dass wir nur nebeneinanderher gearbeitet hätten. Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Laudatio auf Eva Menasse zum Literaturpreis Alpha 2014

Eva Menassa flankiert von Bundesminister Josef Ostermayer, sowie Alpha-Initiator und Casinos Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher und Christian Jahl (g.l.)

Eva Menasse bei der Preisverleihung, flankiert von Bundesminister Josef Ostermayer, sowie Alpha-Initiator und Casinos Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher (g.r.) und Christian Jahl (g.l.)

Laudatio

von

Paulus Hochgatterer

zur Verleihung des Literaturpreises Alpha 2014 an Eva Menasse

am 10. November 2014 in Wien

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Festgäste!

Zur Einstimmung etwas Vertrautes.
Da Schule etwas ist, mit dem wir alle Erfahrung gemacht haben, somit gewissermaßen eine kleine gemeinsame Identität stiftet, da das Buch, um das es jetzt gehen soll, mit dem Wort „Sommerferien“, genauer, mit dem prädikatslosen Satz „Sommerferien.“, also implizit eindeutig mit dem Thema Schule, beginnt, und da ich als armes Lehrerkind sowieso mein ganzes Leben lang nicht anders können werde, als mich mit Schule zu beschäftigen, sei mir am Anfang ein kurzer Ausflug dorthin gestattet. Schule. Biologie und Umweltkunde (so hieß es zumindest zu meiner Zeit). Mineralogie. Artikel lesen ›

12 Fragen an Bernd Imgrund #12

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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12 Fragen an Adriana Altaras #11

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

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Stimmig! Oder: Warum es zu »Der Tag, an dem ich fliegen lernte« ein Hörbuch gibt

»Der Tag an dem ich fliegen lernte« ganz allein im Studio

»Der Tag, an dem ich fliegen lernte« ganz allein im Studio

Es gibt viele Gründe, warum sich ein Hörbuch-Verlag für die »Vertonung« eines Romans entscheidet, und über alle könnte man sich mehr oder weniger streiten. Aber wenn da plötzlich ein Stoff kommt, bei dem man sofort an eine bestimmte Stimme denkt, ja wenn man den ganzen Text sofort mit dieser Stimme im Ohr liest, dann hält man da ziemlich sicher ein perfektes Hörbuch in den Händen. Beim Lesen von »Der Tag, an dem ich fliegen lernte« von Stefanie Kremser hat mich Anna Thalbach vom zweiten Satz an als Erzählerin begleitet.  Ich war mir sofort sicher: Ihre Klangfarbe würde das Staunen der sechsjährigen Lulu zum Ausdruck bringen; mit ihrer Interpretation würde sie der reiferen Lulu gerecht werden, die – reflektierend, kommentierend – die Erlebnisse ihres jüngeren Selbst sowie die Geschichte eines ganzen Dorfes Revue passieren lässt. Artikel lesen ›