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Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Seit seiner ersten Buchveröffentlichung im Jahr 1949 hat Heinrich Böll die Nachkriegsliteratur über fast vier Dekaden geprägt. Er ist außerdem einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, deren Werk breite internationale Anerkennung findet. Im Jahr 1972 erhielt Heinrich Böll den Nobelpreis für Literatur.

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch feiert anlässlich seines 100. Geburtstags Leben und Werk des Kölner Autors Heinrich Böll.

Die Sensation: bisher unveröffentlichte Tagebücher aus dem Krieg von Heinrich Böll.

»Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind«

Das hat man so noch nicht gelesen: Knapp, assoziativ, stellenweise geradezu lyrisch notiert Heinrich Böll, was ihn in den letzten Kriegsjahren beschäftigt, quält und am Leben hält.
Anders als in den Kriegsbriefen, die zusammenhängend beschreiben, was ihm widerfuhr, aber die Zensur passieren mussten, hält er hier stichwortartig fest, was den einzelnen Tag bestimmte und innerhalb der grausamen Kriegsroutine an der Front und in der anschließenden Kriegsgefangenschaft zu etwas Besonderem machte. Fixpunkte dabei sind seine junge Frau Annemarie, die er schmerzlich vermisst, und Gott, den er im Angesicht des Grauens der Schützengräben als Hoffnungsspender und Schutzinstanz anruft. Beeindruckend ist die Intensität dieser skizzenhaften Aufzeichnungen, die zeigen, wie Böll um seelische Integrität und Selbsterhaltung ringt. Geschrieben in der Zeit von der Abreise nach Frankreich über die Verlegung an die Ostfront bis zur Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im September 1945 – und ungekürzt veröffentlicht.

Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch am 05. Oktober 2017.

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Besondere Ausstattung

mit Einband in Lederoptik und gesondert aufgebrachten Titelschildern sowie bedrucktem Vorsatz und Lesebändchen. Durchgehend farbige Faksimileausgabe mit Transkription, Kommentar und Nachwort.

Über den Autor

Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur 1937 Lehrling im Buchhandel und Student der Germanistik. Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig. Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.

Copyright Foto: Samay Böll


Ralf Schnell über Heinrich Böll

Eine scharfsinnige Studie zum 100. Geburtstag eines der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands.

Heinrich Böll (1917-1985), geboren in Köln, im Zweiten Weltkrieg einfacher Soldat, nach 1945 Repräsentant der »Trümmerliteratur«, Autor bedeutender Romane, kritischer Intellektueller mit hoher öffentlicher Wirksamkeit und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1972. Wie hielt es der Schriftsteller Böll mit den Deutschen, und wie hielten es die Deutschen mit ihm?
Ralf Schnell, ausgewiesener Kenner der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, ist Mitherausgeber der Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls. Er widmet sich in seinem Buch dem Verhältnis Bölls zu Deutschland und den Deutschen und zeigt in lebendiger, anschaulicher Form, auf welche Weise die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts Bölls Leben geprägt haben – und welche Resonanz die künstlerischen Antworten Bölls bei seinen Lesern fanden.
Ausgehend von Bölls Herkunft und Jugend – die kinderreiche Kölner Kleinbürgerfamilie katholischen Glaubens, die Kriegsteilnahme und Gefangenschaft – folgt Schnell den zentralen Aspekten von Bölls Biografie und Werk. Er beleuchtet die literarischen Anfänge des jungen Familienvaters in der Nachkriegszeit, die Auseinandersetzung mit Kriegsschuld und Holocaust, den politischen Konservatismus der Adenauer-Ära, die Formierung des Literaturbetriebs durch die Gruppe 47 und Bölls Verhältnis zur DDR und zur RAF.
Unentbehrlich für alle, die Heinrich Bölls Werk kennen oder neu entdecken wollen.

Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch am 05. Oktober 2017.

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Veranstaltungen und Medientermine

In »KUNST MUSS (zu weit gehen) oder DER ENGEL SCHWIEG« reagieren Helmut Oehring und das künstlerische Team auf Leben und Werk Bölls, vor allem auf dessen Auseinandersetzungen, Einmischungen, Engagement und Reflexionen, Äußerungen und Schriften zur gesellschafts- wie kunstpolitischen Realität, die bis heute nicht an Aktualität und Dringlichkeit verloren haben.

Dokupoetisches Instrumentaltheater für 16 InstrumentalVokalSolistInnen, drei Sängerinnen, KindersolistInnen, vorproduzierte Zuspiele und Live-Elektronik auf die Wuppertaler Rede »Die Freiheit der Kunst« (1966) und andere Texte Heinrich Bölls sowie autobiografische Erzählungen einiger Mitwirkender Musik von Helmut Oehring (* 1961) Auftragswerk der Oper Köln in Kooperation mit dem Ensemble Musikfabrik.

Alle Veranstaltungen und Termine zu Heinrich Böll im Überblick auf www.boell100.com


Böll folgen: 4 Videowalks durch Köln

Am 21. Dezember würde Heinrich Böll 100 – wir feiern ihn und folgen ihm: Mit dem WDR-Multimediaprojekt “Böll multmedial” lassen wir uns zu den Orten führen, an denen Heinrich Böll gelebt und gearbeitet hat. Die “Videowalks” auf den Spuren des Schriftstellers sind eine ganz persönliche Augmented-Reality Entdeckungstour durch Köln. Dabei lassen wir uns führen von prominenten Gastgebern, u.a. BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, Böll-Enkelin Samay Böll und Moderatorin Siham El-Maimouni. Quelle: WDR

Zur Anleitung und dem vollen Projekt

Eine Anleitung

Heinrich Böll wird 100 und wir feiern! Kommen Sie mit uns auf eine interaktive Spurensuche. Begegnen Sie Heinrich Böll an Originalschauplätzen in Köln. Und erfahren Sie, was der Schriftsteller heute noch an Inspiration bietet. Böll folgen ist ein Videopodcast in vier Teilen mit Augmented Reality Effekt. Laden Sie sich die Videos auf Ihr Smartphone und los geht’s. Wie es genau funktioniert, zeigt unser Trailer …
Quelle: WDR

Videowalk Teil 1 in der Südstadt

Der Schriftsteller Heinrich Böll war Kölner. Geboren und aufgewachsen ist er im Herzen der Stadt, in der Kölner Südstadt. Wolfgang Niedecken führt uns durchs “Veedel”.
Quelle: WDR

Videowalk Teil 2 im Agnesviertel

Samay Böll, die Enkelin des Autors, erinnert sich in den Straßen rund um das Wohnhaus ihres Großvaters.
Quelle: WDR

Videowalk Teil 3 am Rhein

Der Rhein fließt durch das Herz der Domstadt. Auch für Heinrich Böll hatte er Symbolwert. Siham Al-Maimouni fragt nach.
Quelle: WDR

Videowalk Teil 4 im WDR Funkhaus

Im WDR Funkhaus am Kölner Wallrafplatz hat Heinrich Böll oft gearbeitet. So wie der heutige Intendant Tom Buhrow.
Quelle: WDR


Sonderbriefmarke

Am 7. Dezember erscheint eine Sonderpostwertzeichen gestaltet von Prof. Dieter Ziegenfeuter zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls.

Gestaltung Postwertzeichen:
Prof. Dieter Ziegenfeuter, Dortmund
Foto © Samay Böll
Digitale Illustraiton: Susanne Wustmann, Dortmund

Aus urheberrechtlichen Gründen ist bei einer Nutzung der Abbildung zwingend eine Abbildungsgenehmigung einzuholen. Bitte richten Sie alle Fragen zur Nutzung der Bilder bitte an: VB6@bmf.bund.de.



Erscheint am 12. April 2018: « Der Panzer zielte auf Kafka«

»Die Dummheit des Arguments Panzer und Waffen war so niederschmetternd …« Heinrich Böll und der Prager Frühling.

Am 20. August 1968 reiste Heinrich Böll auf Einladung des tschechoslowakischen Schriftstellerverbands nach Prag. Zeit für die offiziell geplanten Gespräche blieb ihm nicht, denn kurz darauf rückten die Truppen des Warschauer Paktes ein, und die Besatzung begann.

Vier Tage verbrachte Böll gemeinsam mit seiner Frau Annemarie und seinem Sohn René in der Stadt, in der die Träume von einem »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« brutal zerschlagen wurden. Der Widerstand der Prager durch alle Bevölkerungsschichten hindurch beeindruckte ihn zutiefst. Böll tat das ihm Mögliche, seine Solidarität auszudrücken, sprach im Radio, schilderte für lokale Zeitungen seine Beobachtungen der Ereignisse. Als er wieder abreiste, versprach er den tschechischen Schriftstellerkollegen, so viel und oft wie möglich über das, was er gesehen hatte, zu berichten und darüber zu schreiben. Böll hielt Wort. Die Ergebnisse seines Engagements versammelt erstmals dieses Buch.

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Vollständige Werkausgabe

Die Werkausgabe Heinrich Böll (»Kölner Ausgabe«) besteht aus 27 Bänden. Seit 2002 sind pro Jahr 3 Bände (Pflichtfortsetzung) erschienen, die letzten Bände im Jahr 2010.

Ein Einzelband der Werkausgabe kostet 34,90 €.

Informationen über die Inhalte der einzelnen Bände, über Erscheinungstermine und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier:

Mehr über die Werkausgabe


Heinrich Böll in der »Kiepe«

Backlist der verlorenen Herzen #3 – Christian Neidhart über »Ansichten eines Clowns« von Heinrich Böll

Heinrich Böll – bei diesem Namen denke ich zuerst an Bonn. Und an meinen Opa, denn ich habe alle meine Böll-Bücher aus seinem Bücherregal geklaut. Danke, Opa! Eines dieser Bücher hatte ich auch im Gepäck, als ich gerade zum Studieren nach Bonn gezogen war und die erste Nacht in der neu gegründeten WG verbrachte. Mein Zimmer war bis auf eine Matratze und einen Schreibtisch fast noch leer und WLAN gab es auch noch nicht, aber für meine Abendunterhaltung hatte ich ein Buch eingepackt, wiederum frisch aus Opas Regal entwendet. Ich habe es gerade vor mir liegen: Es ist in orangefarbenes Leinen gebunden, der Umschlag fehlt. Was darauf wohl zu sehen war? Ich könnte es googeln, das habe ich aber auch damals schon nicht getan. Der erste Eindruck war also einfach nur orange. Und alt. – »Cool, ein Buch von 1963!« Das Buch heißt »Ansichten eines Clowns« und war für mich, der ich gerade die Stadt auskundschaftete, ein Phänomen.«

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Außerdem »Ziemlich mitgenommen«

»Ziemlich mitgenommen« ist eine Galerie der geschundenen Bücher. Es sind die Bücher unserer Autoren – wie sie nach der Lesereise aussahen, hier das Buch Heinrich Bölls. Copyright Fotos: Samay Böll info@boell-fotos.de

Weitere Bilder zu Heinrich Bölls Leseexemplar


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