12 Fragen an Paula Fürstenberg #21

Paula Fürstenberg mit Wels (tot). Foto: Lea Schneider

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Fragebogen Paula Fürstenberg

 

 

Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, wuchs in Potsdam auf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich studierte sie von 2008 bis 2011 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Seither lebt, schreibt und studiert sie in Berlin. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem Hattinger Förderpreis für Junge Literatur und dem Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg; 2014 war sie Stipendiatin der Autorenwerkstatt am Literarischen Colloquium Berlin. »Familie der geflügelten Tiger« ist ihr erster Roman.

 1. Welche Bücher liegen gerade neben Ihrem Bett?

Valeria Luisell: Die Geschichte meiner Zähne/ Siri Hustvedt: Die Leiden eines Amerikaners & Leben, Denken, Schauen/ Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur/ Max Czollek: Jubeljahre/ Katja Lange-Müller: Drehtür/ Harald Welzer: Das kommunikative Gedächtnis & “Opa war kein Nazi”/ Saša Stanišić: Fallensteller/ Arno Schmidts Wundertüte

2. Und welche unter Ihrem Bett?

Unterm Bett ist kein Ort für Bücher.

3. Welchem Schriftsteller wurde bislang nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt?

Ziemlich allen zeitgenössischen Lyrikern.

4. Welchem Buch wollten Sie zuletzt wehtun, es gar gegen die Wand werfen? Können Sie Bücher überhaupt wegwerfen?

Ich neige eher nicht zu emotionalen Übersprungshandlungen. Aussortierte Bücher werden bei schönem und stabilem Wetter auf die Straße gestellt, mit einem Zu-Verschenken-Zettel.

5. Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Alles von Kästner, Lindgren und Janosch.

6. Haben Sie sich schon mal in eine literarische Figur verliebt? In eine eigene?

Nein, ich setze mir grundsätzlich nur erreichbare Ziele (Ausnahme: Aaron Carter, mit 13).

7. Über den Tod welcher literarischen Figur haben Sie sich gefreut?

Ich freue mich nicht über den Tod, niemals.

8. Welches Buch hätten Sie gern geschrieben?

Meyers Großes Taschenlexikon, Walter Moers’ Blaubär … und meinen zweiten Roman (ich bin ein ungeduldiger Mensch).

9. Welchem Buch wären Sie lieber nie begegnet?

Kürzlich, meinem Tagebuch, geführt mit 13.

10. Sie dürften nur noch ein Buch bis zum Ende Ihres Lebens lesen: Welches wäre das?

Das ist eine schlimme Frage, darüber denke ich gar nicht erst nach.

11. Beunruhigt Sie die Vorstellung, Sie hätten nie etwas geschrieben? Was wären Sie geworden, wenn Sie kein Autor geworden wären?

Nein, dann hätte ich eben was anderes gemacht. Vielleicht Springreiterin. Oder Simultanübersetzerin.

12. Wo kaufen Sie Ihre Bücher? Online, im Buchladen, per Download? Neu oder gebraucht?

Im Buchladen. Das meiste entdecke ich aber in den Bücherregalen von Freunden.

Vielen Dank!

Paula Fürstenberg mit Wels (tot). Foto: Lea Schneider
Paula Fürstenberg mit Wels (tot).
Foto: Lea Schneider

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