12 Fragen an Moritz Rinke #6

In den Salons des 19. Jahrhunderts waren Fragebögen ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Marcel Proust beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der ob des berühmten Antwortgebers vielerorts gerne veröffentlicht wird und 38 Fragen umfasst. Wir möchten uns im Vergleich dazu aufs Wesentliche beschränken, und bitten an dieser Stelle unsere Autoren um Antworten auf 12 Fragen. Fragen, die um das Schreiben kreisen, die uns auf der Zunge brennen und am Herzen liegen.

Den Fragebogen, die »12 Fragen an…«, schicken wir unseren Autoren zusammen mit einer Einwegkamera und bitten sie, ihren Alltag für uns festzuhalten. Gespannt warten wir auf die Rücksendungen und freuen uns über die Antworten und Fotos. Voilà!

Autorenfragebogen_Rinke

Nach Tom Hillenbrand stellt sich diese Woche unser Autor Moritz Rinke, dessen Buch »Erinnerungen an die Gegenwart« vor kurzem bei KiWi erschienen ist, die 12 Fragen und zeigt uns außerdem das Atelier seines Vaters, des Goldschmieds Hadfried Rinke.

Welche Bücher liegen gerade neben Ihrem Bett?

Bett 1 Kreuzberg: Yaşar Kemal »Gesammelte Werke«
Bett 2 Charlottenburg: »Tausendundeine Nacht«

Rinke2
Psst… Hier entsteht ein neues Schmuckstück

Und welche unter Ihrem Bett?

Bett 1: Das Kapital
Bett 2: Der Kicker

Welchem Schriftsteller wurde bislang nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt?

David Martín

Welchem Buch wollten Sie zuletzt wehtun, es gar gegen die Wand werfen? Können Sie Bücher überhaupt wegwerfen?

So etwas würde ich nie tun!

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Der Arbeitsplatz des Goldschmieds…

Ihr Lieblingsbuch als Kind?

»Serafin und seine Wundermaschine«

Haben Sie sich schon mal in eine literarische Figur verliebt? In eine eigene?

Ich glaube, in Odette von Proust; in Sibyl in »Dorian Gray«; in die Nina bei Tschechow (»Die Möwe«); Lena bei Büchner; Nora bei Ibsen; Cordelia in »König Lear« und Magdalena in »Wir lieben und wissen nichts« (eine eigene Figur!).

Über den Tod welcher literarischer Figur haben Sie sich gefreut?

Frederick Santer, den Mörder von Winnetous Schwester, in die ich auch verliebt war.

Welches Buch hätten Sie gern geschrieben?

Rinke4
…und zwischendurch ein Blick in den Garten – zur Entspannung.

»Tausendundeine Nacht«

Welchem Buch wären Sie lieber nie begegnet?

Ich überlege.

Sie dürften nur noch ein Buch bis zum Ende Ihres Lebens lesen: Welches wäre es?

Was für eine Frage… Vielleicht »Tausendundeine Nacht«

Beunruhigt Sie die Vorstellung, Sie hätten nie etwas geschrieben? Was wären Sie geworden, wenn Sie kein Autor geworden wären?

Mittelstürmer

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Meist neu im Buchladen.

 

 

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