1970

Peter Roik tritt am 1.10. in den Verlag als Mitarbeiter ein und wird 1972 Leiter des Rechnungswesens. Zum selben Zeitpunkt wird Erika Stegmann Lektorin für das Sachbuch bei Kiepenheuer & Witsch (bis 1998).

Gabriel García Márquez wird mit der Veröffentlichung von Hundert Jahre Einsamkeit Autor von Kiepenheuer & Witsch.

Renate Matthaei, von 1961 bis 1993 Lektorin im Verlag, gibt den Band Grenzverschiebung. Neue Tendenzen in der Literatur der sechziger Jahre heraus.

1971

Das zweibändige Lexikon zur Geschichte und Politik im 20. Jahrhundert, herausgegeben von Carola Stern, Thilo Vogelsang, Erhard Klöss und Albert Graff, erscheint in Kooperation mit dem dtv.

Zwei Titel von William S. Burroughs, Soft Machine und Die letzten Worte von Dutch Schultz, werden veröffentlicht.

Andy Warhols A. Ein Roman und Blue Movie kommen ins Programm.

Gruppenbild mit Dame von Heinrich Böll erscheint.

1972

In der pocket-Reihe erscheinen zwei aufsehenerregende Titel: Willy R. Lützenkirchens Verbrechen ohne Richter. Mord an der Umwelt in der Bundesrepublik, der erste kritische Ökologie-Titel auf dem deutschen Buchmarkt, und das Schwarzbuch: Franz Josef Strauß, herausgegeben u.a. von Wolfgang Roth und Ingrid Matthäus unter Mitarbeit von Bernt Engelmann. Innerhalb von drei Monaten werden 250.000 Exemplare verkauft.

Kiepenheuer & Witsch beginnt mit Das geteilte Selbst die Edition der Werke von Ronald D. Laing.

Im November erhält Heinrich Böll den Nobelpreis für Literatur.

1973

Bernt Engelmanns und Günter Wallraffs Ihr da oben – wir da unten kommt heraus und wird zum Bestseller.

Patrick White erhält den Literatur-Nobelpreis.

1974

Von Heinrich Böll erscheint Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann.

Charles Bukowski findet mit Der Mann mit der Ledertasche seinen festen Platz im Programm des Verlages. Bis zu seinem Tod 1996 erscheinen die Hauptwerke von Bukowski bei Kiepenheuer & Witsch.

1975

Kiepenheuer & Witsch startet als Ergänzung zur Neuen Wissenschaftlichen Bibliothek die kleine gelbe Reihe pocket Wissenschaft.

Monika König tritt in die Herstellungsabteilung des Verlages ein, die sie später jahrzehntelang leiten wird.

1976

Saul Bellow erhält den Literatur-Nobelpreis.

Herbert Wehner. Beiträge zu einer Biographie, herausgegeben von Gerhard Jahn, erscheint.

1977

Heinrich Bölls Werke 1–5, herausgegeben von Bernd Balzer, kommen zum 60. Geburtstag des Autors heraus. Die Bände 6–10 folgen 1978.

Günter Wallraffs Der Aufmacher. Der Mann, der bei Bild Hans Esser war wird zu einem Aufsehen erregenden Erfolg. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit gegen Autor und Verlag unterliegt der Springer-Konzern schließlich im Januar 1981 vor dem Bundesgerichtshof. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes wird im Kern 1984 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Mit Nachlaß I, dem ersten Buch nach seiner Ausbürgerung aus der DDR im Herbst 1976, wird Wolf Biermann Autor von Kiepenheuer & Witsch. 1978 folgt Preußischer Ikarus. Lieder, Balladen, Gedichte, Prosa.

Der Verlag veröffentlicht die Memoiren von Simone Signoret, Ungeteilte Erinnerungen.

1978

Franz Herres Kaiser Franz Josef von Österreich erscheint. Insgesamt hat der Verlag sieben historische Biographien von Franz Herre herausgebracht.

Egmont R. Kochs und Fritz Vahrenholts Buch Seveso ist überall. Die tödlichen Risiken der Chemie wird als erster Band der so genannten »giftigen Reihe« veröffentlicht.

1979

Egon Erwin Kischs Nichts ist erregender als die Wahrheit. Reportagen aus vier Jahrzehnten, herausgegeben von Walther Schmieding, erscheint. Es folgen neben Der rasende Reporter auch Entdeckungen in Mexiko und Landung in Australien.