1960

Carola Stern kommt als Lektorin in den Verlag (bis 1970).

Der Roman Der Gehilfe von Bernard Malamud in der Übersetzung von Annemarie und Heinrich Böll erscheint.

1961

Manès Sperber veröffentlicht seine Romantrilogie Wie eine Träne im Ozean.

In München nimmt der von Joseph C. Witsch initiierte Deutsche Tachenbuchverlag dtv seine Arbeit auf. Kiepenheuer & Witsch bleibt bis Ende 1998 einer von zehn Gesellschaftern.

Der erste Band im dtv-Programm ist Heinrich Bölls Irisches Tagebuch.

1962

Beginn der Reihe Collection Theater mit Bühnenstücken u.a. von Heinrich Böll, Tankred Dorst, Siegfried Lenz und Dieter Wellershoff. 1964 wird die Collection Theater um eine Werkbuch-Reihe erweitert, in der Titel u.a. von Alexander Tairow und Tristan Rémy sowie Bücher über Pirandello und Majakowskij veröffentlicht werden.

Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht Jerome D. Salingers Roman Der Fänger im Roggen in einer von Heinrich Böll überarbeiteten Übersetzung.

Zum ersten Mal bringt der Verlag das WDR Hörspielbuch heraus. Bis zum Jahr 1971 wird pro Jahr ein WDR Hörspielbuch mit den besten Hörspieltexten des Jahres erscheinen.

1962/ 63

Zwei neue Reihen werden gestartet:

Zum einen die Reihe Information mit Bänden u.a. von Arnulf Baring / Christian Tautil, Günther Nollau (Zerfall des Weltkommunismus) , Gerd Ruge und Peter Bender (Offensive Entspannung. Möglichkeit für Deutschland) .

Zum anderen die Reihe Essay, herausgegeben von Manès Sperber.

1963

Im Frühjahr tritt Reinhold Neven Du Mont nach Volontariaten beim Kösel Verlag und bei dtv in den Verlag Kiepenheuer & Witsch ein.

Zum ersten Mal erscheint der von Hans Paeschke herausgegebene Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken bei Kiepenheuer & Witsch (bis 1967).

1964

Als drittes Buch von Carola Stern bei Kiepenheuer & Witsch erscheint ihre Ulbricht-Biografie.

Der heute bereits als Klassiker der brasilianischen Literatur geltende Roman Grande Sertão von João Guimarães Rosa wird veröffentlicht.

1964/ 65

Der von Dieter Wellershoff proklamierte »Neue Realismus« bindet neue deutsche Autoren an den Verlag. In der so genannten »Kölner Schule« erscheinen die Romane Das Gatter von Günter Seuren, Der zweite Tag von Nicolas Born, Der Platz von Günter Steffens und Ein ungeratener Sohn von Renate Rasp (1967) sowie die Erzählungsbände Eine gleichmäßige Landschaft von Günter Herburger und Die Umarmung von Rolf Dieter Brinkmann.

1965

Die Neue Wissenschaftliche Bibliothek, die so genannte »Gelbe Reihe«, wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Herausgeber werden u.a. Carl Friedrich Graumann für Psychologie, Gérard Gäfgen für Wirtschaftswissenschaften, Hans-Ulrich Wehler für Geschichte, Jürgen Habermas für Soziologie und Eberhard Lämmert für Literaturwissenschaft gewonnen.

1966

Im Juli wird Joseph Caspar Witsch 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass erscheint eine Gratulatio mit 77 Beiträgen von Freunden, Autoren und Mitarbeitern.

Es erscheinen die ersten beiden der auf elf Bände angelegten Gesammelten Werke von Ricarda Huch, herausgegeben von Wilhelm Emrich.

1967

Am 28. April 1967 stirbt Joseph Caspar Witsch völlig unerwartet.

Im August wird Reinhold Neven Du Mont Geschäftsführer und verlegerischer Leiter von Kiepenheuer & Witsch.

1968

Ermuntert durch den Erfolg der Neuen Wissenschaftlichen Bibliothek erscheinen mit John A. Hobsons Der Imperialismus und John B. Watsons Behaviorismus die ersten Bände der Studien-Bibliothek.

Die Hauszeitschrift Die Kiepe wird eingestellt. An ihre Stelle tritt für vier Jahre das Literatur-Magazin LIT.

1969

Reinhold Neven Du Mont wird im April alleiniger Inhaber von Kiepenheuer & Witsch und leitet das Unternehmen fortan als Verleger.

Mit Die Entdeckung des Orgons. Die Funktion des Orgasmus beginnt Kiepenheuer & Witsch die Herausgabe der Werke von Wilhelm Reich.

pocket, eine von Hannes Jähn gestaltete Taschenbuch-Reihe mit Erstveröffentlichungen, kommt auf den Markt. Im ersten Jahr erscheinen Theaterstücke von Wolfgang Bauer, ein Roman von Saul Bellow, ein Band mit einem Hörspiel und einem Theaterstück von Heinrich Böll, ein Roman von Nathalie Sarraute, Literaturessays von Dieter Wellershoff und ein Band mit dem Titel Underground? Pop? Nein, Gegenkultur von Rolf-Ulrich Kaiser.

Als pocket 7 nimmt Kiepenheuer & Witsch die 13 unerwünschten Reportagen als erstes Buch von Günter Wallraff ins Programm. Wallraff war über das Theaterstück Nachspiele – eine szenische Dokumentation in den Verlag gekommen. Das Stück war 1968 im Jungen Forum der Ruhrfestspiele Recklinghausen uraufgeführt worden.