SWR-Bestenliste Oktober: Virginie Despentes

mit »Das Leben des Vernon Subutex«

Virginie Despentes

Seit 1975 stellen bekannte Literaturkritikerinnen und Literaturkritiker Deutschlands die SWR-Bestenliste zusammen und informieren über Neuerscheinungen, die es sich zu lesen lohnt.

Virginie Despentes ist mit ihrem Roman »Das Leben des Vernon Subutex« auf Platz 5 der SWR-Bestenliste im Oktober vertreten:

»Ein fulminanter Roman, ein drastisch-freches und scharf gezeichnetes Tableau der französischen Gesellschaft. […] Virginie Despentes gilt in Frankreich als zeitgemäß legitime Nachfahrin Balzacs und stürmte dort die Bestsellerlisten.«


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Copyright Foto: JF Paga

PLatz 5: »Das Leben des Vernon Subutex« von Virginie Despentes

Das Leben des Vernon Subutex

Die literarische Sensation aus Frankreich: ein grandioses Sittengemälde unserer Zeit.

Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Einer, mit dem unsere Zeit es nicht gut meint und der trotzdem für eine ganze Generation steht – und für das glanzvolle, furiose Comeback seiner Erfinderin Virginie Despentes.
Als der Roman 2015 in Frankreich erschien, erregte er unmittelbar großes Aufsehen. Wochenlang führte er die Bestsellerlisten an, war für zahlreiche Preise nominiert, die Kritik überschlug sich. Erzählt wird die Geschichte von Vernon Subutex und seinem rasanten sozialen Abstieg. Mit seinem Plattenladen hat er Pleite gemacht und steht nun auf der Straße. Weil er sich und der Welt sein Scheitern nicht eingestehen will, nimmt er Zuflucht zu einer Notlüge, die es ihm ermöglicht, sich übergangsweise reihum bei seinen alten Freunden einzuquartieren, die er zum Teil seit Jahren nicht gesehen hat. So entsteht ein vielstimmiges Panorama einer Gesellschaft am Abgrund. Man begegnet den ganz normal Gescheiterten, den scheinbar Erfolgreichen, den Schrillen und den Durchgeknallten. Despentes erspart ihren Figuren nichts, lässt kein gesellschaftliches Thema unberührt, die Islamismusdebatte ebensowenig wie den Aufstieg der Rechten. So gelingt ihr ein beeindruckender literarischer Rundumschlag, ungestüm und trotzdem humorvoll, in dem jedes Wort sitzt, jeder Satz nachhallt. Ein großer Wurf, in Frankreich nicht umsonst mit Balzacs »Die menschliche Komödie« verglichen.