SWR-Bestenliste November: Don DeLillo, Kathrin Schmidt und Katja Lange-Müller

mit »Null K«, »Kapoks Schwestern« und »Drehtür«

Seit 1975 stellen bekannte Literaturkritikerinnen und Literaturkritiker Deutschlands die SWR-Bestenliste zusammen und informieren über Neuerscheinungen, die es sich zu lesen lohnt.

Gleich drei unserer Romane sind auf der SWR-Bestenliste im November vertreten. »Drehtür« von Katja Lange-Müller ist bereits zum dritten Mal auf der Liste. In diesem Monat ist der Roman auf Platz 7. Don DeLillos »Null K« erschien im Oktober und ist nun auf Platz 5 neu eingestiegen. Auf Platz 6 und ebenfalls neu auf der November-Liste ist »Kapoks Schwestern« von Kathrin Schmidt.


Don DeLillo
Null K

Platz 5: »Null K« von Don DeLillo

»Null Grad Kelvin« ist DeLillos klügster, humorvollster und bewegendster Roman seit Jahren, eine große Vater-Sohn-Geschichte, eine Meditation über den Tod und die Ewigkeit und eine Liebeserklärung an das Leben.

Ross Lockhart ist ein Milliardär in den Sechzigern mit einer viel jüngeren Frau, Artis Martineau, die schwer krank ist. Er ist Großinvestor eines geheimen, im Verborgenen agierenden Unternehmens, das den Tod ausschalten will. Das Businessmodell: Menschliche Körper werden so lange konserviert, bis Medizin und Technik so weit sind, dass der Mensch ein Leben ohne Krankheiten und zeitliche Begrenzungen führen kann. Als Artis plant, ihren Körper aufzugeben, reist Ross’ Sohn Jeffrey an, um Abschied von seiner Stiefmutter zu nehmen, auf unbestimmte Zeit.


Kathrin Schmidt
Kapoks Schwestern

Platz 6: »Kapoks Schwestern« von Kathrin Schmidt

Die Siedlung Eintracht, einst direkt an der Berliner Mauer gelegen, hat ihre Abgeschiedenheit bewahrt. Jahrzehntelang hat Werner Kapok sein Elternhaus, in das seine Schwester Renate gezogen ist, gemieden. Stattdessen gründete er eine eigene Familie und verließ sie schnell wieder. Später gab er seine Professur auf und verschwand. Nun kehrt er zurück, und die Familiengeschichte holt ihn ein. Denn im Haus gegenüber wohnen immer noch die Schaechter-Schwestern Barbara und Claudia, mit denen er groß geworden ist und seine Sehnsüchte teilte. Dass sie ihn, jede für sich, in die Liebe einführten, haben sie einander bis heute verschwiegen. Als dann auch noch Werners verlorener Sohn auftaucht, kann nichts bleiben, wie es war.
Alte Geheimnisse, vergessene Leidenschaften, noch immer schwelende Konflikte müssen ans Licht. Kathrin Schmidt erzählt eine große Geschichte aus kleinen Verhältnissen, führt ihre Leser in abgelegene Gegenden, vergangene Zeiten und in die deutsche und europäische Gegenwart. Kunstvoll, mit Gespür fürs Detail, große Gefühle und niedere Instinkte.


Katja Lange-Müller
Drehtür

Platz 7: »Drehtür« von Katja Lange-Müller

Was vom Helfen übrig bleibt: Wie geht es jetzt weiter, fragt sich die ausgemusterte Krankenschwester Asta, nachdem sie von ihrem letzten Einsatz in Nicaragua zurückgekehrt ist. Über 20 Jahre war sie im Dienst internationaler Hilfsorganisationen tätig, was also braucht sie mehr, als gebraucht zu werden? Nun steht sie ratlos neben einer Drehtür am Münchener Flughafen, beobachtet Menschen, die sie an andere Menschen erinnern, lässt ihr abenteuerliches Leben Revue passieren und kann sich selbst weder helfen noch helfen lassen.

Was vom Helfen übrig bleibt: Wie geht es jetzt weiter, fragt sich die ausgemusterte Krankenschwester Asta, nachdem sie von ihrem letzten Einsatz in Nicaragua zurückgekehrt ist. Über 20 Jahre war sie im Dienst internationaler Hilfsorganisationen tätig, was also braucht sie mehr, als gebraucht zu werden? Nun steht sie ratlos neben einer Drehtür am Münchener Flughafen, beobachtet Menschen, die sie an andere Menschen erinnern, lässt ihr abenteuerliches Leben Revue passieren und kann sich selbst weder helfen noch helfen lassen.