Dirk Kurbjuweits »Zweier ohne« zu freizügig für den Deutschunterricht?

Eine Erklärung des Verlegers Helge Malchow zum bildungspolitischen Roll back in Baden-Württemberg

Der Autor Dirk Kurbjuweit hat im »Spiegel« vom 29.01.14 auf einen höchst bedenklichen bildungspolitischen Vorfall hingewiesen, der seine Novelle Zweier ohne betrifft:
Das badenwürttembergische Kultusministerium hat auf Druck christlicher Bekenntnisschulen entschieden, das Buch des Autors nicht mehr wie bisher als obligatorischen Unterrichts- und Prüfungsstoff für den Unterricht an Realschulen (10. Klasse) zu verwenden. Statt dessen soll die Novelle wegen einiger sogenannter expliziter »Sexszenen« und fehlender heterosexueller Eindeutigkeit im Unterricht nun nur noch wahlweise behandelt werden. Der Autor bemerkt dazu zutreffend:
»Grün-Rot ist unter dem Druck christlicher Kreise eingeknickt. Der Staat hat sich in seinen Prüfungsplan hineinreden lassen, hat ihn nachträglich verändert und dann so getan, als ginge es um fachliche Dinge.«

Als Verleger von Kiepenheuer & Witsch, dem Verlag, der das Buch als Paperback veröffentlicht hat, teile ich das Befremden des Autors über diese Form der Selbstzensur.
»Zweier ohne« ist ein subtiler, literarisch herausragender Text, der auf humane Art von den existentiellen Spannungen und Transformationen in der Pubertät erzählt. Er darf nicht das Opfer eines bildungspolitischen Roll backs werden.

Helge Malchow
Verlegerischer Geschäftsführer
Verlag Kiepenheuer & Witsch


Zweier ohne

Dirk Kurbjuweit

Zweier ohneDie Geschichte einer bedingunglosen Freundschaft

Broschur, Erscheinungsdatum: 16.09.2008

Dirk Kurbjuweits großartige Geschichte über Freundschaft, erste Liebe und Erwachsenwerden

Über sieben Jahre hinweg wächst die Freundschaft zwischen Johann und Ludwig. Ludwig hat einen Plan, einen Traum: Wie Zwillinge sollen beide werden, in völligem Gleichklang leben, denken und ...