Für seine Verdienste um die deutsche Sprache ist der Schriftsteller Uwe Timm mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden. Uwe Timm sei wie Carl Zuckmayer ein aufmerksamer Beobachter seiner Zeit und damit auch eine wichtige politische Stimme, sagte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bei der Preisverleihung am 18. Januar 2012 in Mainz. Die dortige Staatskanzlei begründete die Entscheidung damit, dass es Timm mit jedem Buch aufs Neue gelinge, Kritiker und ein breites Publikum zu begeistern.
»Sie haben die Entwicklung der alten und neuen Bundesrepublik erzählend dokumentiert und damit viel zum Verständnis der Nachkriegsgeschichte beigetragen«, sagte Beck. Dies sei auf komische Weise wie in Die Entdeckung der Currywurst (1993) oder auf tragische Weise wie etwa in Der Freund und der Fremde (2005) – einer Erinnerung an den Schulkameraden Benno Ohnesorg – geschehen.
Die Medaille wird seit 1979 vergeben. In Erinnerung an den Dramatiker Carl Zuckmayer (1896-1977) wird sie jährlich an dessen Todestag verliehen. Die Auszeichnung erhalten Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Neben der Medaille bekommt der Preisträger ein 30-Liter-Fass mit Nackenheimer Wein. In dem rheinhessischen Ort wurde Carl Zuckmayer geboren.
Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem die Autoren Martin Walser und Friedrich Dürrenmatt, der Musiker Udo Lindenberg, die Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf sowie der Filmregisseur Volker Schlöndorff.
In seiner Dankesrede zog Uwe Timm Parallelen zwischen der von Zuckmayer thematisierten Zeit und der Gegenwart: Einst prägte der Militarismus das Denken und Handeln in Deutschland. Heute brutalisiere ein uniformer Ökonomie-Jargon den öffentlichen Diskurs. Timm rief dazu auf, die wachsende Ungleichheit zu bekämpfen. Die Gesellschaft müsse einen »solidarischen Sinn für Verhältnismäßigkeiten entwickeln« und sich gegen den »Wildwuchs-Kapitalismus« wenden. Die Armut im Land vergrößere sich jedes Jahr und dürfe von der Gesellschaft nicht geduldet werden, forderte der Preisträger.
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