Zum Tod von Christoph Schlingensief

Peter Hönnemann/ www.schierke.com

Die Mitarbeiter des Verlags Kiepenheuer & Witsch trauern um Christoph Schlingensief, der am 21.8.2010 seinem Krebsleiden erlegen ist.

Wir werden ihn in ehrendem Andenken behalten. Er war ein großer Künstler und ein guter Freund.

Der Verleger Helge Malchow erklärte gegenüber der Presse zum Tode von Christoph Schlingensief:

»Christoph Schlingensief war ein großer Künstler. Um sich seiner und unserer Wahrheit zu nähern und unsere Welt humaner zu machen, hat er Grenzen überschritten, ignoriert oder eingerissen: die Grenzen zwischen den Gattungen, zwischen Kunst und Politik, zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen Ordnung und Unordnung, zwischen Angst und Hoffnung, Zärtlichkeit und Wut, zwischen Anständigem und Unanständigem, Körper und Geist, zwischen Hochkultur, Unterhaltung und Trash. Zwischen Symbol und Tat, zwischen Tradition und Moderne, Vorher und Nachher, Europa und Afrika, Heimat und Fremde. Zwischen Mittel und Zweck, zwischen Religion und Aufklärung, zwischen Bild, Sprache, Tanz und Musik.
Diese Grenzen hat er nicht überschritten, um zu provozieren, sondern um Schönheit und Freiheit zu schaffen.
Seine Person und seine Arbeit werden uns in der gerade entstehenden neokonservativen Restaurations- und Biedermeierzeit schmerzhaft fehlen.«

Bei Kiepenheuer & Witsch sind erschienen:

Chance 2000 (1998), Rosebud (2002) und im Jahr 2009: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein / Tagebuch einer Krebserkrankung. Für Ende 2010 ist die Veröffentlichung von Christoph Schlingensiefs Erinnerungen unter dem Titel Ich weiß, ich war’s geplant.

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