Heinrich Böll wäre heute 94 geworden, zu diesem Anlass ruft Hans-Dietrich Genscher uns den Literaturnobelpreisträger noch einmal energisch ins Gedächtnis.
Für den deutschen Außenminister a.D. gehört Heinrich Böll, »zu den ganz Großen, die unser Land auf dem Weg von dunkel zu hell, von gestern auf morgen, mehr als begleitet haben. Er hat das Land wachgerüttelt, zum Nachdenken gezwungen, fast könnte man in Versuchung geraten zu sagen, auch er habe uns in eine neue Zeit geführt. Böll wollte stets anstoßen, ohne deshalb anstößig zu sein. […]
Er zwingt Stellung zu nehmen. Bedeutet das nicht schon viel, wenn es um die Frage geht, wie unser Volk aus der moralischen Katastrophe der dunklen zwölf Jahre herausfinden kann? Und darum geht es ja wohl.« Genscher rät gegenüber bild.de vor allem Bölls Roman Gruppenbild mit Dame »nicht nur zur Hand zu nehmen, sondern auch zu lesen.«
Bei Kiepenheuer & Witsch liegen mit der Kölner Ausgabe die gesammelten Werke Heinrich Bölls vor. In diesem Herbst ist ein weiterer Band gesammelter Schriften erschienen. Für Widerstand ist ein Freiheitsrecht… hat Herausgeber Jochen Schubert zusammen mit René Böll aus 734 nachgewiesenen Essays, Aufsätzen, Reden, Glossen und Rezensionen die wichtigsten ausgewählt und kommentiert.
Ein unverzichtbarer Band für alle Böll-Leser, Lehrer und Studierende!
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