Alois Hotschnig erhält den erstmalig vergebenen Gert-Jonke-Preis. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und ehrt den 2009 verstorbenen Dichter und ersten Ingeborg-Bachmann-Preisträger Jonke.

»Es sei ein Preis, der Sprachästhetik würdige, kein Preis für Unterhaltungsliteratur, so Klaus Amann. Man werde versuchen, die jeweilige künstlerische Beziehung zwischen den Preisträgern und Gert Jonke zu dokumentieren.« (Kurier)

Die Jury setzte sich zusammen aus Corinna Caduff von der Zürcher Hochschule der Künste, Klaus Amann, der das Klagenfurter Musil-Institut leitet, und dem deutschen Literaturredakteur und Bachmann-Preis-Juror Hubert Winkels. Winkels wird am 6. März zur Verleihung der Auszeichnung im Klagenfurter Musil-Haus ebenfalls die Laudatio auf den Preisträger halten.

 

© Thomas Böhm

Alois Hotschnig ist 1959 geboren und lebt als freier Autor in Innsbruck. 1989 erschien die Erzählung Aus, für die er den Förderpreis des Landes Kärnten erhielt, 1990 folgte die Erzählung Eine Art Glück. 1992 wurde Hotschnig beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Landes Kärnten ausgezeichnet, und im selben Jahr erschien sein Roman Leonardos Hände, für den er den Anna-Seghers-Preis erhielt. 1994 wurde das Theaterstücks Absolution in Wien uraufgeführt. Alois Hotschnig erhielt 1999 das Robert-Musil-Stipendium. 2000 erschien sein zweiter Roman Ludwigs Zimmer. 2002 wurde ihm der mit 15.000 Euro dotierte Italo-Svevo-Preis für sein Gesamtwerk verliehen, im Jahr darauf der Österreichische Förderpreis für Literatur. Er war 2004/2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg, erhielt 2007 den Tiroler Landespreis für Kunst und 2008 den mit 14.600 Euro dotierten Erich-Fried-Preis. 2009 wurde ihm der Anton-Wildgans-Preis verliehen.

 

»Hotschnig schreibt auf den Spuren Kafkas, Becketts und Bernhards […] bleibt sparsam in den Mitteln, minimalistisch im Setting und dosiert die finster-komischen Effekte. Seine Figuren sind Schemen, ihr Gesicht ist die Sprache. Und so erschüttern und bezaubern diese sechs Vergeblichkeitsetüden zugleich.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung

 

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