Er gilt als einer der vielseitigsten und produktivsten Autoren unseres Landes: Am 19. Februar 2009 feiert Herbert Rosendorfer, der »dichtende Richter«, seinen 75. Geburtstag. Der Meister des feinen Humors, der nicht bloß schreibt, malt, komponiert, Reiseberichte und Hörbücher verfasst und darüber hinaus noch auf eine Richterkarriere zurückblicken kann, schenkt seinen Lesern dazu einen neuen Roman, für den Axel Munthes weltberühmtes Buch von San Michele Pate steht:
Der Mann mit den goldenen Ohren ist ein italienisches Insel- und Liebesabenteuer um einen Großmogul auf Klein-Capri. Herbert Rosendorfer erzählt darin mit viel Charme und hintersinniger Komik von einer italienischen Insel, die auf wundersame Weise und nur für kurze Zeit zum internationalen Jetset-Ziel avanciert.
Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Bozen (Südtirol) geboren. 1939 zog er mit seinen Eltern nach München. Von 1943 bis 1948 lebte er in Kitzbühel, seinem literarischen Eichkatzelried. Wieder in München, studierte er nach dem Abitur zunächst ein Jahr an der Kunstakademie, bevor er 1954 sein Jurastudium an der Universität München begann. Ab 1967 arbeitete er als Amtsrichter in München, bis er 1993 an das Oberlandesgericht Naumburg berufen wurde. Nach 1997 ließ er sich wieder in Südtirol nieder. Rosendorfer ist seit 1990 als Honorarprofessor für Bayerische Gegenwartsliteratur am Institut für bayerische Literatur der Universität München tätig. Heute lebt er in Eppan an der Weinstraße.
Bekannt wurde Herbert Rosendorfer 1969 mit seinem Romandebüt Der Ruinenbaumeister, in dem er spielerisch an die romantische Tradition anknüpft und zu seinem unverwechselbaren, klugen und unterhaltsamen Erzählton findet. Seither hat er zahlreiche Hörspiele, Gedichte, Theaterstücke, Libretti, Drehbücher für Fernsehfilme, Bücher zur deutschen Geschichte und Romane geschrieben, darunter den Bestseller Briefe in die chinesische Vergangenheit (1983) mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren.
Wie kaum ein anderer zeitgenössischer Autor vereint Rosendorfer in seinen Büchern Geschichtswissen und Zeitkritik mit einem nie versiegenden Einfallsreichtum.
Herbert Rosendorfer ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Er wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen geehrt. u.a.
- 1971 Staatlicher Förderungspreis für junge Künstler und Schriftsteller in Bayern
- 1971 Förderungspreis der Landeshauptstadt Bayern
- 1973 Georg-Mackensen-Literaturpreis
- 1977 Tukan-Preis
- 1985 Siegfried Sommer Literaturpreis
- 1991 Ernst Hoferichter Preis
- 1992 Oberbayerischer Kulturpreis
- 1999 Jean-Paul-Preis
»Herbert Rosendorfer hat in München rund fünfzig Jahre seines Lebens verbracht, wo er als Jurist die Abgründe der Normalität und Höllen des Banalen kennenlernte. In der Nachfolge von Oskar Maria Graf, Lion Feuchtwanger und auch Karl Valentin hat er diese Stadt und ihre Menschen voll kritischer Zuneigung so meisterhaft wie unerbittlich geschildert.« Aus der Begründung der Jury des Jean-Paul-Preises
- 2000 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
- 2004 Bayerischer Verdienstorden
- 2004 Auszeichnung PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM für herausragende Verdienste im Bereich Kunst und Kultur
- 2005 Münchner Literaturpreis für das Gesamtwerk
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