Abschluss der 27-bändigen »Kölner Ausgabe«/ Dokument: Rede von Staatsminister Bernd Neumann und von Ulrich Greiner anlässlich der Präsentation

Mit dem Abschluss der 27-bändigen textkritisch durchgesehenen und kommentierten Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch das größte editorische Projekt seiner Geschichte verwirklicht.

Dies ist ohne eine Verzögerung in nur neun Jahren gelungen – und wurde ermöglicht durch die großzügige finanzielle Förderung durch den Bund, das Land Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und eine Reihe weiterer Unterstützer. Entscheidenden Anteil am Zustandekommen hatten die Heinrich-Böll-Stiftung und die Erbengemeinschaft Heinrich Böll. Die gute Kooperation der Herausgeber mit ihrem Sprecher Ralf Schnell von der Universität Siegen und der besondere Einsatz von Jochen Schubert von der Heinrich-Böll-Stiftung gewährleisteten die philologische Qualität der Kölner Ausgabe, die Bölls Programm der »Fortschreibung« folgt und sein Werk erstmalig in gattungsübergreifender chronologischer Anordnung präsentiert.

Ihre besondere Bedeutung erhält die Ausgabe durch die Darstellung von Entstehungsgeschichte, Überlieferung und Rezeption, den Stellenkommentar sowie durch die Aufnahme bislang unveröffentlichten Materials. Darunter befinden sich aus dem Nachlass stammende frühe Texte, die Bölls Schreibanfänge dokumentieren, und Arbeiten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das gesamte Textkorpus mit allen wichtigen Varianten über die Entstehungsgeschichte der einzelnen Werke wird nicht nur dokumentiert und kommentiert, sondern in einer umfangreichen digitalen Datenbank gesichert und für alle zukünftigen Ausgaben zur Grundlage gemacht.

Der Abschluss der Kölner Ausgabe ist ein Grund zur Freude und ein bedeutendes Ereignis der deutschen Editionsphilologie, das in der germanistischen Forschung und der literarischen Kritik bereits Anerkennung gefunden und dem Schriftsteller Heinrich Böll neue Leser gewinnen wird.

Der Abschluss der Werkausgabe wird am 17.11.2010 mit einem Festakt in der Heinrich-Böll-Stiftung gefeiert. Dazu wird neben Kulturstaatsminister Bernd Neumann und sämtlichen Herausgebern auch Ulrich Greiner von der ZEIT erwartet, der die Laudatio auf die Kölner Ausgabe halten wird:

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