Der Schriftsteller Herbert Rosendorfer erhält für sein Lebenswerk den internationalen »Corine«-Buchpreis 2010. Die Auszeichnung will Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 23. November bei einer Gala im Münchner Cuvilliéstheater verleihen, teilte die Staatskanzlei in München mit und begründete: »Die Vielfalt im Oeuvre Herbert Rosendorfers entspricht dem Gedanken der CORINE. Herbert Rosendorfer ist im besten Sinne ein bayerischer Autor mit internationalem Renommée.«
Mit der CORINE zeichnet Bayern als führender Verlagsstandort in Deutschland hervorragende Werke und Leistungen aus. Entscheidend für diesen Internationalen Buchpreis sind die Qualität des Werks und der Erfolg beim Publikum.
»Herbert Rosendorfer hat in vier Jahrzehnten ein so umfangreiches Werk geschaffen, das über fast alle Genregrenzen hinweg, seinesgleichen sucht. Es umfasst Romane, Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke, Fernsehspiele, Libretti, Reiseführer und Biografien, aber auch wissenschaftliche Abhandlungen über Musik oder Geschichte. Daneben malt und zeichnet er. In seinem bekanntestem Roman Briefe in die chinesische Vergangenheit hält er der Gesellschaft auf satirische bis skurrile Weise einen Spiegel vor, wird dabei nie belehrend, sondern bleibt geistreich und charmant. Das ehrgeizige Projekt Deutsche Geschichte. Ein Versuch hat der Autor in diesem Jahr mit dem sechsten Band abgeschlossen. Es ist in Art und Umfang einzigartig in der deutschen Literatur. Ein wieder anderer, aber immer ironisierender Rosendorfer zeigt sich in dem fiktiven Italien-Roman Der Mann mit den goldenen Ohren. So mancher Italien-Urlauber wird sich darin amüsiert wieder finden.«
Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Bozen (Südtirol) geboren. 1939 zog er mit seinen Eltern nach München. Von 1943 bis 1948 lebte er in Kitzbühel, seinem literarischen Eichkatzelried. Wieder in München, studierte er nach dem Abitur zunächst ein Jahr an der Kunstakademie, bevor er 1954 sein Jurastudium an der Universität München begann. Ab 1967 arbeitete er als Amtsrichter in München, bis er 1993 an das Oberlandesgericht Naumburg berufen wurde. Nach 1997 ließ er sich wieder in Südtirol nieder. Rosendorfer ist seit 1990 als Honorarprofessor für Bayerische Gegenwartsliteratur am Institut für bayerische Literatur der Universität München tätig. Heute lebt er in Eppan an der Weinstraße.
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