E.L. Doctorow wird am 6. Januar 1931 in New York City geboren und wächst in der New Yorker Bronx auf. Nach seinem Studium gab er mehrere Zeitschriften heraus und unterrichtete an verschiedenen Universitäten, seit 1982 an der New York University auf einem eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für englische und amerikanische Literatur. Seit 1984 ist er Mitglied der American Academy und des National Institute of Art and Letters. Er erhielt für seine Bücher nahezu alle wichtigen nationalen Preise und Auszeichnungen, u. a. 1990 und 2006 den PEN/Faulkner Award. Den PEN/Faulkner Award 2006, mit umgerechnet 12.600 Euro dotiert, erhielt er für seinen Roman Der Marsch, der in den letzten Monaten des amerikanischen Bürgerkriegs spielt und den Feldzug des Generals William Tecumseh Sherman und seiner Truppen durch die Südstaaten Georgia, North Carolina und South Carolina schildert. In Deutschland wurde Doctorow bisher vor allem durch seine Romane Ragtime und Billy Bathgate bekannt. (Wikipedia)
»Die menschliche Zeitmaschine« (Anne Tyler) wird heute 80 Jahre alt.
Herzlichen Glückwunsch, Edgar Lawrence Doctorow!
Inspiriert durch eine wahre Geschichte erzählt E.L. Doctorow von den Brüdern Homer und Langley, die ihr Haus an der New Yorker Fifth Avenue mit Objekten ihrer Sammelwut vollstellen und nach und nach ihre Verbindungen zur Außenwelt kappen. Die jedoch klopft in Form von Besuchern immer wieder an die Haustür. Mit einem grandiosen Kunstgriff lässt Doctorow die Geschichte der ersten achtzig Jahre des letzten Jahrhunderts Revue passieren: berührend, witzig und einzig und allein aus der Perspektive der beiden exzentrischen Einsiedler.
Homer, der Erzähler des Romans, ist blind und hochsensibel, Langley, der ältere der beiden, durch seine Erlebnisse in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs verrückt oder zum Genie geworden. Die beiden ziehen sich in ihr Elternhaus zurück. Dort versammeln sie Bücher, Musikinstrumente, Möbel, sogar einen Ford Model T, und horten in immer größeren Stapeln sämtliche täglich gekauften Zeitungen, die Langley für sein Großprojekt – die Herstellung einer ewig aktuellen Zeitung – benötigt. Während sich die beiden immer mehr abschotten, kommt das Jahrhundert zu ihnen ins Haus: Menschen aus allen Epochen, Prostituierte, Gangster, Jazzmusiker, Polizisten, Hippies; es gibt Liebesgeschichten, politische Kämpfe und technische Errungenschaften. Aber gibt es wirklich einen Fortschritt? Oder wiederholt sich alles nur in anderer Form? Doctorow lässt die großen Fragen unserer Zivilisation auf engstem Raum zusammenschnurren und schafft damit ein großes kleines Meisterwerk.
»Ein mitreißendes Meisterwerk über die berühmten Einsiedler.« Publishers Weekly
»In Homer und Langley hat E.L. Doctorow die idealen Helden für eine Besichtigung der Moderne gefunden.«
FAZ
»Mit Homer und Langley hat er sich und uns ein großartiges Geburtstagsgeschenk gemacht.« Süddeutsche Zeitung
»Eine wunderbar elegante Montage aus historischen Ereignissen, gemischt mit der Kraft der Fiktion.« Die Welt
»Ein stilles Meisterwerk.« Neue Züricher Zeitung
»Ein beklemmendes, ein großes Buch« Sigrid Löffler
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