Der österreichische Schriftsteller und Kiepenheuer & Witsch-Autor Alois Hotschnig erhält den mit 14.600 Euro dotierten Erich Fried Preis 2008.
So hat es in diesem Jahr die alleinige Jurorin, die Autorin Katja Lange-Müller, bestimmt: »Meine Entscheidung ist auf Alois Hotschnig gefallen, weil er aus der Sprache heraus ‘erfindet’, weil er – wie derzeit kein anderer deutschsprachiger Schriftsteller – die (zu Unrecht allgemein vernachlässigte) literarische Gattung ‘Erzählung’ behauptet und entwickelt.«
Der Preis wird, wie der Kleist Preis, auf Vorschlag einer jährlich wechselnden, autonom entscheidenden Jurorin oder eines Jurors vergeben. Er steht nicht für ein Lebenswerk, sondern soll an Schreibende jüngerer Jahrgänge gehen, die noch eine – hoffentlich große – literarische Zukunft vor sich haben. Der Preis wird von der Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache vergeben. Gestiftet ist er vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.
Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 9. November, 11 Uhr im Literaturhaus in Wien statt. Am Vorabend liest Katja Lange-Müller aus eigenen Werken.
Alois Hotschnig, 1959 in Berg im Drautal/Kärnten geboren, studierte Medizin, Germanistik und Anglistik an der Universität Innsbruck. Seit 1989 freier Schriftsteller. Veröffentlichte Romane, Erzählungen, Dramen und Hörspiele. Lebt in Innsbruck, Tirol.
Zu seinen wichtigsten literarischen Werken zählen:
Aus. Erzählung. Luchterhand, 1989. Eine Art Glück. Erzählung. Luchterhand, 1990. Leonardos Hände. Roman. Luchterhand, 1992. Absolution. Ein Stück in drei Akten. Kiepenheuer & Witsch, 1994, UA Schauspielhaus Wien, 1995. Ludwigs Zimmer. Roman. Kiepenheuer & Witsch, 2000. Aus. Theaterstück. (UA Schauspielhaus Wien, 2000). Die Kinder beruhigte das nicht. Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch, 2006, sowie die Vertonungen Jetzt. Litanei für gemischten Chor. Komposition: Bert Breit. (Vogelweiderchor, Innsbruck, 1996), Heute. Für Sopran und Orchester. Komposition: Thomas Larcher, (UA: Düsseldorf 2006).
Auszeichnungen (Auswahl):
Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (1992), Anna-Seghers-Preis der Akademie der Künste Berlin (1993), Robert Musil-Stipendium (1999/2000), Italo-Svevo-Preis (2002), Österreichischer Förderungspreis für Literatur (2003), Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg (2004/05), Tiroler Landespreis für Kunst (2007).
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