ISBN: 978-3-462-03922-1
Erscheinungsdatum: 23. Januar 2008
240 Seiten, gebunden
Deutsch von Sabine Küchler und Denis Scheck
Lieferbar
Euro (D) 19,95 | sFr 27,90 | Euro (A) 20,60
»Das beste Buch des Jahres.« Time Magazine
Der größte literarische Überraschungserfolg des Jahres 2006 aus den USA erzählt von einer jungen Frau, die einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt. Sensationell ist die Form, in der die Geschichte erzählt wird: In Worten und Bildern, die sich zu einem Meisterwerk der Comic-Kunst zusammenfügen.
Alison Bechdel, Autorin und Erzählerin von Fun Home, verstand in ihrer Jugend nie, warum ihr Vater, Bestattungsunternehmer und Englischlehrer an der örtlichen Highschool, offenbar seine Bücher mehr liebte als seine Familie. Sie leben in einem Haus aus dem Jahr 1867, stilvoll und detailversessen restauriert vom Vater.
Als Alison 19 Jahre alt ist, kommt ihr Vater ums Leben. Selbstmord oder Unfall? Das wird sich nicht mehr klären lassen. Was aber ans Licht kommt, ist ein Geheimnis, das Vater und Tochter teilen: Beide sind sie homosexuell. Mit diesem Wissen nähert sich Alison in Fun Home ihrem Vater, den sie schon vor seinem Tod schmerzlich vermisste.
In Kapiteln, die nach Klassikern der Weltliteratur benannt sind, umkreist Alison Bechdel die Zeit vor und nach dem Tod des Vaters. Dabei zieht sie alle Register: Sie bedient sich bei der griechischen Mythologie ebenso wie bei der Existenzphilosophie, bei Oscar Wilde, Marcel Proust und im Trivialmythenschatz der amerikanischen Kultur.
Heraus kommt ein irrwitzig komisches, melancholisches und kluges Buch einer Tochter, die dem Vater in Wort und Bild die Liebe nachträgt.
Fun Home wurde vom Time Magazine noch vor den jüngsten Romanen von Richard Ford und Cormac McCarthy zum besten literarischen Buch des Jahres 2006 gewählt, zahlreiche andere Würdigungen folgten.
Alison Bechdels Geschichte ist der erste Comic aus dem Hause Kiepenheuer & Witsch.
»Fun Home erzählt eine komplexe Geschichte vom lesbischen Coming Out und von der schwierigen Trauerarbeit um den toten Vater – voll von literarischen Querverweisen und in einem grafischen Duktus zwischen Karrikatur und Realismus.«
Nürnberger Zeitung
»Man hätte, wäre man jetzt noch im späten 20. Jahrhundert, diesen Comic wohl postmodern genannt. Eine Kategorisierung, die heute nicht mehr viel Erkenntnisgewinn bringt. So muss man ihn einfach nur schön und ergreifend nennen.«
Die Welt
»Wie ein Roman von John Updike – einfach große amerikanische Literatur. In pointierten Worten und kunstvollen Bildern und mit bittersüßem Humor.«
ttt
»...ein beachtliches Werk voller subtiler Komik.«
Dewezet
»Odyssee zum Ich: der literarische Comic von Alison Bechdel... gewitzt und amüsant.«
K.West
»Eine trickreiche, intelligente Auseinandersetzung mit Realität und Identität, Sein und Schein, griechischer Mythologie und Existenzialismus, in der Bechdel Sätze formuliert, die von Oscar Wilde stammen könnten.«
Darmstädter Echo
»Eine berührende Familiengeschichte.«
Kölnische Rundschau
»Eine grandiose Bildgeschichte, gleichzeitig Coming-of-Age-Roman und Coming-out-Comic.«
Zeit Campus
»Ein herausragendes Beispiel einer Graphic Novel – anspruchsvoll, differenziert, psychologisch...«
ORF
»Alison Bechdel schreibt ihre wirklich spannende und beeindruckende Geschichte mir wenigen Worten und vielen Bildern.«
NDR1
»Großartige Literatur.«
WaS
»Ein großartig tragischer Comicroman.«
Welt am Sonntag
»Eine vielschichtige Reflektion über Homosexualität, verlogene Familienidyllen, gesellschaftliche Heuchelei, provinzielle Enge, Literatur als Realitätsersatz, erstickte Träume...«
SWR
»Bechdels souveräne Beherrschung der Kulturtechniken Schreiben und Zeichnen ermöglicht es ihr, Erinnerung sichtbar zu machen.«
goon
»Fun Home ist der erste Comic im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Zugleich ist es ein geradezu klassischer amerikanischer Familienroman, entfernt verwandt mit John Irvings Hotel New Hampshire und David Sedaris’ Nackt. Sicher wird Hollywood bald an die Tür von Alison Bechdels Holzhaus in den Wäldern von Vermont klopfen.«
Tagesspiegel
»Bloß das soll vorab verraten werden: Dieses Buch wird ein Erlebnis sein, bei dem sparsame Worte und dezente Striche ein Universum liefern. So tief ist ein Comic noch nie in die große Literatur getunkt und als Juwel wieder herausgezogen worden.«
Rheinische Post
»Mit ihren gezeichneten Memoiren mutierte Alison Bechdel vom Szenetipp zum Bestsellerautor. Fun Home ist die kluge Geschichte einer Selbstfindung, die sich unangestrengt zwischen James Joyce und Henry James, Oscar Wilde und Kate Millett bewegt.«
Tages-Anzeiger
»Schwerverdauliche Gefühle und Gedanken in prägnanten Bildern und Blasen darzustellen erfordert einige Kunstfertigkeit. Über die verfügt Bechdel.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»...subtile psychologische und literarische Größe.«
Die Wochenzeitung
»In der Reflexion auf die eigenen Mittel bebildert dieser Comic unablässig die eigene Unzulänglichkeit, eine Unzulänglichkeit, die jene des Lebens spiegelt. In der Enthüllung seiner intimsten Geheimnisse weist Fun Home über alles hinaus, was in den Comics bislang gewagt wurde. Dieses Coming-out wird uns lange ein Maßstab sein..«
Literaturen
»Eine ergreifende Geschichte!«
Berliner Zeitung
»Zeichnerisch souverän und wortgewaltig poetisch.«
Stern
»Etliche namhafte Publikationen bezeichnen Alison Bechdels scharfsinnige Autobiografie schon jetzt als Referenzwerk. Fun Home muss tatsächlich als Meilenstein gewürdigt werden.«
The Gap
»Ein Comic für Literaturliebhaber.«
New York Times
Alison Bechdel wuchs im ländlichen Pennsylvania auf und zog nach ihrem Collegeabschluss nach ...
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Kommentare
Alison Bechtel beschreibt in ihrem autobiographischen Werk vornehmlich ihre Kindheit, und ihr Verhältnis zu ihrem Vater. Das wäre nicht außergewöhnliches, wäre ihr Vater nicht schwul, sie selber lesbisch, und ihr Vater mit 44 Jahren von einem Lkw überfahren worden, nachdem sich ihre Mutter von ihm scheiden lassen wollte. Diese Umstände sind allerdings nur das Grundgerüst der Geschichte, es geht um viel mehr. Alisons Coming-Out, ihre erste Periode, ihr Tagebuch, die Liebe ihres Vaters zur Literatur und Ästhetik, dessen Beruf als Englischlehrer und Bestatter. Daher übrigens auch der Name ?Fun Home?: Er verweißt auf Funeral Home; Bestattungsinstitut. In diesem verbringen Alison und ihre Brüder ebenfalls Teile ihre Kindheit, und machen Erfahrungen mit dem Tod und/im Leben.
Nicht zu Unrecht wurde Fun Home in den USA mit Kritikerlob und Auszeichnungen, Nominierungen etc. überschüttet. Einfühlsam, traurig, tragisch ? der Untertitel ?A family tragicomic? ist treffend gewählt. Alison Bechtel, die mit dem Comic Strip ?Dykes to watch for? bekannt wurde, schuf mit Fun Home ein Werk, auf das wohl auch ihr Literatur liebender Vater gemocht hätte. Auch optisch braucht sich Bechtel nicht zu verstecken, und erinnert mit dem sensiblen Strich z.B. an ?Persepolis?.
breedstorm, 25.08.2009