ISBN: 978-3-462-04459-1
Erscheinungsdatum: 16. August 2012
208 Seiten, gebunden
Titel der Originalausgabe: Metel
Aus dem Russischen übersetzt von Andreas Tretner
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Euro (D) 17,99 | sFr 25,40 | Euro (A) 18,50
Eine verzaubernde Parabel über das heutige Russland
Was beginnt wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert, entpuppt sich als fantastische Irrfahrt durch das ländliche Russland einer nahen Zukunft. Ein überraschend zartes Buch des bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellers Russlands.
Garin, ein Landarzt, will so schnell wie möglich in den Ort Dolgoje, um die Menschen dort gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen, die jeden Infizierten zum Zombie macht. Doch es herrscht Schneesturm, Garins Pferde sind erschöpft, also heuert er den einfältigen Brotkutscher Kosma an, dessen Schneemobil von fünfzig winzigen Pferden gezogen wird. Und damit beginnen die Merkwürdigkeiten erst: Auf seiner Reise durch das unablässige Schneetreiben begegnet das ungleiche Paar Zwergen und Riesen, es gibt ein Radio mit »lebendigen« Bildern, eine Paste, die Filz »wachsen« lässt, eine Wunderdroge und vieles mehr – eine Märchenwelt mit Ingredienzien einer Hochtechnologie-Gesellschaft. Eingebettet in den erzählerischen Kosmos von Tolstoi, Tschechow und Gogol, versetzt »Der Schneesturm« ein grotesk-imaginäres Russland in den Abgrund zwischen den Zeiten – ein zugleich heiteres wie verstörendes Buch, das einmal mehr Sorokins herausragende Stellung unter den zeitgenössischen russischen Schriftstellern untermauert.
»Vladimir Sorokin ist eine Kultfigur in Russland.« Spiegel online
»Die Erzählung braust dahin und umwirbelt den Leser mit ihren lustigen, traurigen, zärtlichen und beängstigenden Flocken in einer schier endlosen russischen Weite, so dass er sich selber fragen muss, wie er da wohl wieder herauskommt.«
Nürnberger Presse
» Der Schneesturm ist [...] mehr als ein raffiniertes Spiel mit Zitaten aus der russischen Literaturgeschichte. Sorokin versucht hier, seine eigene Position im etablierten Kanon zu definieren. Mittlerweile hat er in der Tat einen Bekanntheitsgrad erreicht, der ihn den Klassikern des 19. Jahrhunderts auf Augenhöhe gegenübertreten lässt. [...] Vladimir Sorokins eigener Stil, der von atemlosen Worttiraden ohne Absätze und Satzzeichen geprägt ist, beschreibt die allgemeine Orientierungslosigkeit angemessener als die realistische Erzählprosa von Puschkin bis Tschechow. Der Schneesturm ist also alles andere als ein bescheidenes Buch. Grund zum Auftrumpfen hat Sorokin allemal: Er ist ein glänzender Stilist, der sie russische Literatur geradezu physisch spürt.«
Neue Züricher Zeitung
»Sorokin entwirft mit seiner anspielungsreichen Geschichte einer Rettungsfahrt [...] auch diesmal wieder eine überaus finstere Antiutopie. Und gerade weil der Autor diesmal weitgehend auf provokative Schockbilder verzichtet, nimmt man umso mehr Anteil am Schicksal seiner beiden Unglücksfahrer.«
dradio.de, Büchermarkt
»Ein Meisterwerk der Erzählkunst.«
Bühne
»In früheren Büchern hat Sorokin uns den Tod des Romans vorgeführt, hier nun zeigt er, dass das Erzählen lebt!«
Wsgljad
»Eine herrliche Groteske.«
Disput
»Hier kommt der Autor als Tschechow angebraust, lässt Puschkin links liegen und biegt auf halbem Wege zu Nabokov ab.«
Chastny-Korrespondent
»So fantastisch die Ideen sind, so altmodisch die Sprache, eine wunderbare Kombination zu einem höchst wirren Wintermärchen.«
Film, Sound, Media
»Der russische Autor Vladimir Sorokin wird immer besser. Und zwar nicht, weil er immer greller würde, sondern weil er seine Verrücktheiten besser versteckt – in seinem neuen Roman Der Schneesturm ist dieses Versteck die Literatur des 19. Jahrhunderts. [...] Es ist schön zu lesen, wie er Verqueres, immer wieder Verblüffendes, in der weißen Watte von Erzählkonvention und Schnee präsentiert, durch den die Pferdchen das Mobil ziehen.«
Süddeutsche Zeitung
»Sorokins jüngstes [...] im Erzählton des neunzehnten Jahrhunderts geschriebenes Werk ist eine Hommage an die Klassik, die sich zugleich nach vorne weiterspinnt.«
FAZ
»Sorokin wird seinem Ruf als Sprachkünstler einmal mehr gerecht: Er changiert fließend zwischen archaisch und modern, Dialekt und Umgangssprache sowie Fantasiewörtersprengseln. Andreas Tretner, langjähriger Sorokin-Übersetzer, hat diesen Stilmix souverän ins Deutsche übertragen. Ungewöhnlich für Sorokin ist das Leise, Zarte, gar Poetische.«
Der Tagesspiegel
»Genau hier liegt die Stärke des Buches: es regt zum Philosophieren an über die Welt in der wir leben und über die Reise auf der wir uns befinden. [...] Der Schneesturm ist ein eiskalter Sommercocktail voller Denkimpulse – eine wunderbare Abkühlung in der Hitze des Alltags.«
WDR 5
»Was für eine herrlich skurrile Geschichte! Voller Poesie und – am Ende – Tragik.«
NDR.de
»Ein mitreißend erzählter phantastischer Roman, der den eingefleischten Sorokin-Fans genauso gefallen dürfte wie allen anderen, die sich mit diesem russischen Wintermärchen der besonderen Art beschäftigen wollen.«
Inforadio RBB
»Des Schriftstellers sprachliche Virtuosität macht auch diesen weissen Stoff spannend: Obwohl kaum etwas geschieht im Flockentreiben, vermag Sorokin den Leser im Sog der von ihm gezeichneten Welt behalten. [...] Sorokin wird gerne mit Tolstoi, Tschechow und Nabokov verglichen – Lob gebührt ihm für den Schneesturm auf jeden Fall.«
Basler Zeitung
»Die besondere Fähigkeit Sorokins liegt darin, seine fantastischen Stoffe ganz dreist und selbstverständlich in eine anspruchsvolle literarische Handlung einzubauen und damit eine ganz eigene erzählerische Sprengkraft zu generieren. [...] Sicher eines von Vladimir Sorokins besten Büchern.«
Der Freitag
»Vladimir Sorokin schafft mit Der Schneesturm ein Werk, das gekonnt Elemente der russischen Realisten mit düsteren Zukunftsversionen einer Hightechgesellschaft verbindet. [...] Zu lachen gibt es in diesem Roman wenig. Und trotzdem vermag Der Schneesturm, diese endlose Reise zweier ungleicher Gefährten, zu fesseln und zu unterhalten.«
Berner Zeitung Online
»Vladimir Sorokins neuer Roman Der Schneesturm ist ein phantastisches Meisterwerk, das den Leser nicht nur in die Weiten der russischen Steppe führt, sondern auch an den breiten Horizont der alten und neuesten russischen Literatur. [...] Der Schneesturm erzählt nicht nur von Rauschzuständen, die Lektüre selbst wird zum Rausch. Und dieses von Andreas Tretner ins Deutsche gebrachte Werk ist russischer denn je, hier tut sich Seele auf. Man legt das betörend schöne, hintergründige und schonungslos kritische Buch nicht mehr aus der Hand, liest es in einem Zug durch. [...] Nach Art der großen russischen Realisten kommt Sorokin gekonnt ins flüssig epische Erzählen – linear, mit geradzu zärtlicher Detailversessenheit, dabei ungeheuer atmosphärisch und klangvoll.«
Die Welt
»Der russische Autor Vladimir Sorokin fasziniert mit der fanatsievollen Erzählung Der Schneesturm.«
Gießener Allgemeine
» Der Schneesturm beginnt in tiefrussischer Realität, spielt listenreich mit Flockengestöber, wie Puschkin, Tolstoi, Tschechow sie geschildert haben, und braust dann in Richtung fantastische Literatur. [...] Melancholisch, wild, komisch.«
Kölner Stadtanzeiger Magazin
»Eine meisterhaft komponierte Prophetie, von Andreas Tretner kenntnisreich übersetzt. Kein Leichtgewicht. Hierzulande mit nichts vergleichbar. Ich gestehe, ein Fan zu sein.«
Freie Presse, Hans Brinkmann
»Bissig und witzig, sich berauschend an seiner parodistischen Sprachlust, kommentiert Vladimir Sorokin die Situation Russlands.«
dradio.de
»Vladimir Sorokin [...] bewegt sich in seinem Roman mühelos und gekonnt in den Fußstapfen der alten Meister Tschechow, Tolstoi, Leskow und Gogol. Der Schneesturm kommt wie eine russische Erzählung aus dem 19. Jahrhundert daher, perfekt in Sprache und Form. Sie zwingt den Leser sofort in ihren Bann. Die Irritationen beginnen unmerklich, brechen dann aber mit voller Wucht in den Erzählfluss ein – ohne den Zauber der latent bedrohlichen Atmosphäre zu zerstören. So etwas können nicht viele. Sorokin [...] ist ein Sprachspieler, der virtuos mit dem Grotesken hantiert und verführerisch mit dem Ensetzen Scherz treibt.«
Sächsische Zeitung
»Ein schauriges Wintermärchen hat Vladimir Sorokin komponiert. [...] Beeindruckend ist die fantastische Imaginationskraft des Autors.«
Die Presse
»Die Erzählung fließt episch dahin, rauschhaft wird der Leser eingesogen in eine Märchenwelt, die Sorokin als bekannter Vermenger literarischer Genres schließlich ins Fantastische steigert. Denn irgendwann wird dieses russische Roadmovie, das so herrlich altmodisch begonnen hat, zu einem Trip in eine düstere und groteske Welt. Sorokin stellt immer wieder Verbindungen zur klassischen russischen Literatur, aber auch zur deutschen Romantik her. [...] Man liest dieses Büchlein wie im Rausch.«
Fluter
»Was sich wie ein Wintermärchen liest und auch sehr stark an die russischen Erzähltraditionen von Gogol, Tschechow oder Tolstoi erinnert, vermischt sich zunehmend und wie nebenbei mit Elementen der fantastischen Literatur. Es ist ein ungewöhnliches Lektüreerlebnis, ein wundervoller Roman [...].«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Vladimir Sorokin liefert mit seinem verstörenden Werk die Bestätigung für seinen exentrischen Ruf. Obwohl man auf zahlreiche Zitate der russischen Literatur trifft, gelingt ihm in der Gesamtheit Einmaliges. Famos!«
Ostsee-Anzeiger
»So schillert Sorokins Schneesturm ständig zwischen literarischer Parodie und politischer Parabel, fröhlicher Groteske und postmodernem Pastiche. [...] Sorokin zeigt sich so märchenhaft, sanft und leise wie noch nie. [...] Andreas Tretner hat die eigenwillige retrofuturistische Kunstsprache bravourös ins Deutsche übersetzt. [...] Sorokins Schlitten fährt im Kreis herum, von einer Katastrophe zur nächsten, aber das schmälert nicht das Vergnügen.«
Tages-Anzeiger
» Der Schneesturm ist eine literarische Stilübung auf höchstem Niveau, ein humorvoll wie durchgeknalltes Buch und eine Neuentdeckung der Langsamkeit.«
Steinerkrone
»Ein politisches Buch eines politischen Autors - überraschend, originell, spannend.«
Literaturkurier
»Der neue Roman von Vladimir Sorokin ist von überraschender, schneeweißer Schönheit.«
Frankfurter Rundschau
»Eine merkwürdige Reise, ein modernes Märchen und ein grandioser Autor, den es zu entdecken gilt.«
Plus Magazin / Frau im Leben
Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller ...
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