ISBN: 978-3-462-04340-2
Erscheinungsdatum: 15. September 2011
288 Seiten, gebunden
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Der Missbrauch hatte System
Im Frühjahr 2010 wurde bekannt, dass geistliche Erzieher am Kloster Ettal ihnen anvertraute Internatsschüler über Jahrzehnte seelisch wie körperlich misshandelt und sexuell missbraucht hatten. Wie konnte es geschehen, dass sich ein scheinbar so gottesfürchtiges Idyll für so viele Kinder und Jugendliche als Ort des Grauens entpuppte?
In ihrer Dimension stellten die Berichte über die bayerische Benediktinerabtei einen traurigen Höhepunkt unter all den Schreckensnachrichten aus konfessionellen Erziehungseinrichtungen dar, die an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Die Mönche in Ettal kündigten an, alle Fälle gnadenlos aufzuklären. Wie sieht die Wahrheit aus?
Bastian Obermayer und Rainer Stadler haben über Monate mit ehemaligen Schülern gesprochen, die teilweise bis heute unter dem Trauma ihrer Schulzeit leiden. Sie trafen Eltern, Lehrer und Erzieher, Verantwortliche des Klosters, Psychologen, Theologen und Sozialwissenschaftler. Sie suchten die Tatorte auf und sichteten unzählige Dokumente aus dieser Zeit.
Die Bruchstücke fügen sich zu einem Bild zusammen, das allen reflexartigen Erklärungsversuchen für die damaligen Vorfälle widerspricht. Denn verantwortlich sind nicht – wie von der Klosterleitung wiederholt behauptet – vom rechten Weg abgekommene Einzeltäter; vielmehr hatten Gewalt und Missbrauch am Kloster Ettal System.
» Bruder, was hast Du getan ist eine erschreckende und zugleich aufklärende Analyse des destruktiven kirchlichen Machtsystems am Beispiel des Kloster Ettal.«
Publik-Forum
Bastian Obermayer, geboren 1977, studierte in München Politik, Geschichte und Amerikanistik ...
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Rainer Stadler, geboren 1967, studierte Informatik und absolvierte die Journalistenschule in ...
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Kloster Ettal. Die Täter, die Opfer, das System.
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Kommentare
Den Autoren gelingt es am Beispiel der Geschehnisse im Internat Ettal das komplexe Misshandlungs- und Missbrauchsthema, das im Jahr 2010 die Medien beherrschte, greifbar zu machen. Sie stellen dar, was in Ettal passiert ist und verzichten dabei auf Einzelfälle, die noch schlimmer waren. Sie wagen eine Ursachenforschung der Geschehnisse. Hierbei gelingt es Ihnen die umfangreichen Analysen, die vielältig für die Insitutionen im vergangenen Jahr erstellt wurden, sehr direkt mit den Ereignissen in Ettal in Zusammenhang zu bringen: Grenzen zwischen erlaubt und nicht erlaubt wurden in den Köpfen von Kindern verschoben. Bei vielen ehemaligen ist dies wohl heute noch der Fall.
Robert Köhler, 01.10.2012
Als direkt Betroffener bin ich sprachlos und wütend. Leider wird sich auf lange Sicht -trotz dieses Buches- am verbrecherischem System "Kirche" nichts ändern, weshalb ich heute ausgetreten bin.
Trotzdem Rainer, auf diesem Weg, nochmal DANKE für die -leider für mich sehr schmerzliche- Darlegung der Hintergründe.
Herzliche Grüße!
Michael Deischl, 01.10.2012