Angelika Klüssendorf
Das Mädchen
Roman

ISBN: 978-3-462-04284-9

Erscheinungsdatum: 18. August 2011
192 Seiten, gebunden
Lieferbar
Euro (D) 18,99 | sFr 26,80 | Euro (A) 19,60


Zum Inhalt

Die berührende Geschichte einer Selbstbehauptung

Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat.

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus »Brehms Tierleben«, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk!

Rezensionen

»Ein furchtbar berührendes Buch!«
K.West

»Diese Buch legt man nicht so schnell aus der Hand. Was erschreckt und zugleich in den Bann zieht, sind die klaren Grausamkeiten, die Kälte der Welt, aber auch der Lebenswille einer Geschundenen.«
Märkische Oderzeitung

»Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios.«
Die Zeit

» [...] eine minutiöse Studie über die den dunklen Keller der Kindheit und die kargen Möglichkeiten der Selbstbefreiung.«
WDR2

» [...] sprachlich genau kontrollierte Momentaufnahmen, in denen das Geschen wie in einem Brennspiegel erscheint.«
Süddeutsche Zeitung

» [...] eine luzide Studie aus dem Innern sozialer Verwahrlosung [...] .«
Saarbrücker Zeitung

»Meisterhaft zeigt Angelika Klüssendorf auch die psychologische Grundierung dieser rasanten Verwahrlosung, das ungewollte Kopieren eigentlich verhasster Verhaltensmuster. Bezwingend und souverän erzählt sie davon, wie und warum Extreme in Körper und Seele kollidieren.«
Leipziger Volkszeitung

»In jedem Fall konfrontiert sie das sozialistische Vaterland in ihrem Roman “Das Mädchen” mit einer Wahrheit, die man seinerzeit gerne verschwiegen hat, nämlich, dass es auch in Deutschlands Osten verrohte Unterschichtsfamilien gegeben hat. Gleichzeitig aber singt sie in diesem Buch ein Hohelied auf einen unzerstörbaren Charakter.«
Deutsche Welle

»Ein heftiges, bewegendes Buch.«
Boersenblatt

»Klüssendorf erzählt in einem dichten Präsens und konstruiert damit eine ausweglose Vergangenheit.«
taz

»Angelika Klüssendorf ist eine Meisterin des stillen, kraftvollen Erzählens. Sie kann vom Alltäglichen erzählen, ohne dass es je banal wird, und sie kann dramatische Ereignisse so schildern, dass sie zu banalen Begebenheiten schrumpfen. Ihr neuer Roman ist rigoros und erschüttert in seiner drastischen Direktheit. Nichts wird hier geschönt, alles benannt.«
emotion.de

»Die Veröffentlichung des Romans “Das Mädchen” ist also auch deshalb von Belang, weil hier eine Schriftstellerin als – auch – ostdeutsche Erzählerin endlich im Osten sichtbar wird. Das ist bereits eine gute Nachricht. Und auch die: Klüssendorfs Roman gehört zu den interessantesten deutschen Büchern dieses Herbstes. Und – als ein ostdeutsches Buch gelesen – mindestens zu den besten der bislang 21 Nachwendeherbste zuvor.«
Mitteldeutsche Zeitung

»Schnörkellos und schockierend, unsentimental und klar erzählt Klüssendorf das Drama einer Jugend ohne Jugend.«
WAZ

»Ihre Sprache ist aufs Wesentliche reduziert und von kunstvoller Schlichtheit. Und kein einziges Mal schleicht sich ein larmoyanter Ton ein: Hier wird nicht geklagt und nicht um Mitleid gebuhlt, sondern die Kraft dieser Prosa speist sich aus der kristallklaren und präzisen Beschreibung der familären Verhältnisse. Völlig zu Recht steht Das Mädchen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.«
Mannheimer Morgen

» [...] mit ihrem preisverdächtigen wunderbaren kleinen, atmosphärisch dichten Roman, der die Kunst der Auslassung beherrscht und doch alles sagt [...]«
Bayern 2

»Angelika Klüssendorf versteht es meisterlich, in sozialem Elend ästhetische Perlen zu finden.«
NDR

»Angelika Klüssendorf schreibt berührend, mit Mitgefühl, aber keine Tränenprosa.«
Augsburger Allgemeine

»[...]Klüssendorfs Erzähltechnik: punktgenau, knapp ist ihr Stil, höchst selten ordnet sie Szenen emotional ein und versteht es brillant, mit gezielten Auslassungen Bilder in Leinwandgröße im Kopfkino entstehen zu lassen. „Das Mädchen“ ist ein bemerkenswertes, intensives Stück Literatur, das verdient zu den Finalisten des Deutschen Buchpreises gehört.«
Neue Osnabrücker Zeitung

»Angelika Klüssendorf [...] schreibt ohne Pathos, nüchtern und glasklar bis ins Wort verdichtet über eine triste, harte realität, die den Leser erschüttert. [...] ein berührendes Stück Literatur von großer Sogkraft.«
Ostthüringer Zeitung

»Klüssendorf schildert das extrem reduziert, diese atemlos machende Verdichtung ist der literarische Mehrwert dieses Romans. [...] Angelika Klüssendorf hätte die Angst ihrer Figur, ihr Weinen und Schreien dramatisch schildern können, aber ihr geht es um die psychische Aushebelung aus der Gesellschaft. Ohne Pathos und falsche Solidarität beschreibt sie das, aber mit glasklarem Blick auf die Verelendung des sozialen Milieus.«
Freie Presse

»In diesem Roman wird eindringlich wie selten vorgeführt, wie eine gesellschaftliche Abseitsposition entsteht, ohne dass dies zugleich als Außenseiterrolle romantisiert wird. Klüssendorfs Sprache ist geprägt von einer radikalen Beschränkung. Sie wirkt wie ein Knochengerüst.«
SWR

»Mit der strikt linearen Schilderung einer schweren Kindheit ohne jede Sentimentalität und Wertung hat sich Angelika Klüssendorf in diesem Herbst in die vordere Reihe der deutschen Literatur geschrieben.«
Märkische Allgemeine

» Bei fast all den Ungerechtigkeietn in der DDR könnte man fast vergessen, dass es auch im Sozialismus soziale Unterschiede gab. Angelika Klüssendorf ruft diese in Das Mädchen mit einem scharfeen Mikroblick in Erinnerung. «
Luxemburger Wort

»Angelika Klüssendorf, die Spezialistin für düstere Beziehungskonstellationen, die deutsch-deutsche Autorin, die heute in Brandenburg lebt, erzählt diese traurige aber keineswegs tränenselige Geschichte ganz lakonisch und scheinbar schlicht in der dritten Person, in Wirklichkeit aber ganz aus der Perspektive des Mädchens, sie erzählt von Verwahrlosung, Alkoholismus und emotionaler Verkümmerung, von seelischer und physischer Grausamkeit. Ein berührender Episodenroman, der es auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis schaffte.«
BR-Online

»Was für ein schreckliches Buch. Was für ein schönes Buch. eines, das seinesgleichen in der deutschen Literaturlandschaft sucht.«
Kölnische Rundschau

» [...] das Werk zeigt allein durch Sprache und kluge Konstruktion, was ein intelligenter Realismus an Ausdruckskraft, emotionaler Intensität und Nuancenreichtum erreichen kann. [...] Allerdings bedarf es dazu einer erzählerischen Meisterschaft wie der von Angelika Klüssendorf. Völlig zurecht ist ihr Buch deshalb auf der Shortlist des deutschen Buchpreises gelandet. Die Autorin demonstriert hier eindrucksvoll, wie man aus ekligen Exkrementen ästhetisches Gold macht. Zugleich ist ihr einer der radikalsten und bewegensten Adoleszenzromane deutscher Sprache geglückt. Kein Zweifel: Angelika Klüssendorfs Mädchen ist eine Heldin unserer Zeit.«
Zeit

»Geschichte einer leidvollen Adoleszenz, knapp, stark, geradeaus.«
Eugen Ruge

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Über den Autor/ die Autorin

Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung ...
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