Kiepenheuer & Witsch auf der Frankfurter Buchmesse 2017

vom 11. bis 15. Oktober


Bienvenue! In diesem Jahr ist unser Nachbarland Frankreich Ehrengast auf der 69. Frankfurter Buchmesse. Im Fokus steht dabei, die Vielfalt und die Erneuerung der französischen und französischsprachigen Kulturen zu entdecken.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand in Halle 3.1, Stand D121.
KiWi wünscht eine schöne Messezeit!

Übersicht unserer Autoren auf der Frankfurter Buchmesse

Unsere Autoren auf der Buchmesse

Christine Cazon
Endstation Côte d´Azur

Christine Cazon, Jahrgang 1962, lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in Cannes. »Wölfe an der Côte d’Azur« ist ihr fünfter Krimi mit Kommissar Léon Duval.

Endstation Côte d´Azur

Tod am Traumstrand von Cannes. Sein vierter Fall führt Léon Duval in die Welt der fliegenden Händler von Cannes. Ein Afrikaner wird am Bijou Plage, einem der schönsten Strände der Stadt, tot aufgefunden. Gibt es einen Zusammenhang mit den an der Grenze zu Italien ausharrenden Flüchtlingen, die immer wieder versuchen, mit selbst gebauten Booten nach Frankreich zu kommen? Oder ist alles doch ganz anders? Der Tote ist nämlich ein fliegender Händler aus dem Senegal. Von ihnen gibt es viele in der Stadt, sie verkaufen an den Stränden und in den Straßen ihre Waren an Touristen. Aber wer könnte ein Interesse daran haben, einen armen Straßenhändler zu ermorden? Duval erkennt bald, dass mehr hinter der Sache steckt, als zunächst vermutet. Zumal, als noch eine zweite Leiche auftaucht. Aber auch seine Freundin, die Journalistin Annie, die eigentlich für ein paar Tage Urlaub aus den Bergen nach Cannes gekommen ist, stellt Nachforschungen an. Sehr zum Ärger von Duval und seinen Kollegen.


Donnerstag, 12. Oktober, 11.00 Uhr Atout France, Halle 3.1, Stand K130
Freitag, 13. Oktober, 11.00 Uhr Atout France, Halle 3.1, Stand K130


Anne Chaplet
In tiefen Schluchten

Anne Chaplet ist das Pseudonym von Cora Stephan, unter dem sie zehn zum Teil preisgekrönte Kriminalromane veröffentlicht hat. Cora Stephan ist seit mehr als dreißig Jahren freie Autorin und schreibt Essays, Kritiken und Sachbücher. Im Frühjahr 2016 hat sie den Roman »Ab heute heiße ich Margo« bei Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht, der nun als Taschenbuch erscheint.

In tiefen Schluchten

Die Geheimnisse der Cevennen – Start einer neuen Krimireihe. In der wilden, elementaren Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen wohnen Rebellen und Eigenbrötler, Aussteiger und Propheten. Und seit einigen Jahren auch Tori Godon, ehemalige Anwältin, 42 Jahre alt, frisch verwitwet und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Als ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin einquartiert hat, verschwindet, ist Tori beunruhigt. Als der alte Didier Thibon, der ihr von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den Höhlen erzählte, tot aufgefunden wird, ist Tori alarmiert. Und als sie auf der Suche nach dem Holländer auf dem Karstplateau in eine Felsspalte stürzt, ist plötzlich auch ihr Leben in Gefahr. Wie hängen die Aktivitäten des Holländers mit den Hugenotten zusammen, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Und was hat das alles mit der Geschichte des Dorfes zu tun?


Donnerstag, 12. Oktober, 13.00 Uhr ARTE, Halle 4.1 , Stand D10
Samstag, 14. Oktober, 15.00 Uhr Krimilesung L. Ruske
Sonntag, 15. Oktober, 10.00 Uhr ARD Bühne, Forum, Ebene 0


Kamel Daoud
Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung

Kamel Daoud, Jahrgang 1970, im algerischen Mostaganem geboren, war Journalist beim Quotidien d’Oran, für den er mehr als 12 Jahre lang eine der meistgelesenen politischen Kolumnen in Algerien schrieb. Er lebt in Oran. Kamel Daoud hat bereits einen Band mit Erzählungen veröffentlicht. »Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung« ist sein erster Roman, für den er u.a. mit dem Prix Goncourt du Premier Roman, dem Prix Mauriac und dem English PEN Award ausgezeichnet wurde.

Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung

Dieser Roman gibt dem namenlosen Toten aus »Der Fremde« von Albert Camus ein Gesicht: Der alte Mann, der Nacht für Nacht in einer Bar in Oran seine Geschichte erzählt, ist der Bruder jenes Arabers, der 1942 von einem gewissen Meursault am Strand von Algier erschossen wurde – in einem der berühmtesten Romane des 20. Jahrhunderts. 70 Jahre später, mit all dem Ärger, der Angst und Frustration eines Lebens im Schatten dieses Todes, gibt der alte Mann seinem Bruder seinen Namen zurück und erzählt eine Geschichte, die untrennbar mit der Geschichte Algeriens verknüpft ist und doch gleichzeitig so berührend und persönlich, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Der vielfach preisgekrönte Roman war eine der literarischen Sensationen der letzten Jahre und gilt schon jetzt als Klassiker.


Freitag, 13. Oktober, 11.45 Uhr – 13.15 Uhr Ehrengastpavillon, Diskussion: »Krise der Demokratie, Notwendigkeit der Literatur«
Freitag, 13. Oktober, 16.00 Uhr ARTE, Halle 4.1, Stand D10
Samstag, 14. Oktober, 10.00 Uhr – 11.00 Uhr Ehrengastpavillon, Diskussion


Virginie Despentes
Das Leben des Vernon Subutex

Virginie Despentes, geboren 1969, wurde bereits mit ihrem Debütroman »Baise-moi – Fick mich« (2002), der in Frankreich auch verfilmt wurde, einem großen Publikum bekannt. Seither hat sie mehrere Romane veröffentlicht. Für »Apokalypse Baby« erhielt sie 2010 den renommierten Prix Renaudot, ihr Roman »Vernon Subutex« wurde u.a. mit dem Prix Anaïs Nin ausgezeichnet. Im Januar wurde sie in die Académie Goncourt gewählt.

Das Leben des Vernon Subutex

Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs und Rock‘n‘Roll. Gerade noch ein Plattenladenbesitzer mit Erfolg und besten Kontakten, steht er jetzt auf der Straße und quartiert sich mithilfe von Facebook und einer Notlüge bei alten Freunden und Weggefährten ein – und er beginnt eine Reise zu den Abgründen einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft. Es entsteht eingrandioses Sittengemälde, das kein gesellschaftliches Thema unberührt lässt, die Islamismusdebatte ebenso wenig wie den Aufstieg der Rechten.


Mittwoch, 11. Oktober, 14.30 Uhr – 15.00 Uhr Die Welt, International Stage, Halle 5.1


Alexander Gorkow
Hotel Laguna

Alexander Gorkow, 1966 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Mediävistik und Philosophie; seit 1993 arbeitet er bei der Süddeutschen Zeitung in München und zählt als Reporter, Essayist und Interviewer zu den renommiertesten Journalisten des Landes. Ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis und zweimal mit dem Deutschen Reporterpreis. Seit 2009 leitet er die »Seite Drei« der SZ. Bei Kiepenheuer & Witsch veröffentlichte Alexander Gorkow 2007 den viel gelobten Roman »Mona« und 2008 den Band »Draußen scheint die Sonne«, eine Auswahl seiner Interviews. 2013 war er Herausgeber des Gedichtbandes »In stillen Nächten« von Till Lindemann.

Hotel Laguna

»Ein guter Urlaub ist keine Pause vom Leben. Sondern eine Einstellung zum Leben.«
Gibt es sie wirklich, die Traumorte unserer Kindheit? Nach mehr als 30 Jahren Abwesenheit kehrt Alexander Gorkow ins Paradies zurück; in das Dorf Canyamel, an die Nordostküste Mallorcas. Gemeinsam mit Mutter, Schwester und Vater – einem gütigen wie exzentrischen Patriarchen – verbrachte das Kind hier prägende Urlaube. Nun reist Alexander Gorkow wieder an, als preisgekrönter Reporter und vom Leben gezeichneter Familienvater. Eine moderne Tragikomödie nimmt ihren Lauf, über unsere Urlaube, damals und heute, die Menschen unseres Lebens – und unsere ewige Sehnsucht nach dem Meer.


Donnerstag, 12. Oktober, 16.00 Uhr – 17.00 Uhr Literaturbahnhof zur Buchmesse, Haus des Buches


Sonja Heiss
Rimini

Sonja Heiss, geboren 1976, absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München. »Hotel Very Welcome«, ihr erster Kinofilm, feierte seine Premiere bei der Berlinale 2007, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lief weltweit auf Festivals. Ihr zweiter Kinofilm »Hedi Schneider steckt fest« war für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Drehbuch nominiert und gewann in der Kategorie Beste Hauptrolle. Sonja Heiss war Stipendiatin der Villa Aurora. 2011 erschien ihr vielbeachteter Erzählungsband »Das Glück geht aus« im Berlin Verlag. »Rimini« ist ihr erster Roman.

Rimini

Die Armins sind eine ganz normale Familie, normal dysfunktional. Während Hans mit Wutanfällen zu kämpfen hat und seine Ehe retten muss, versucht seine Schwester Masha mit 39 auf die Schnelle einen Mann zu finden, mit dem sie ihren plötzlichen Kinderwunsch verwirklichen kann. Die Eltern der beiden, Barbara und Alexander, ringen mit ihrem Rentneralltag. Barbara will mehr vom Leben, Alexander reicht ein Wellensittich. Barbaras verzweifelte Flucht vor der Anhänglichkeit ihres Mannes setzt Dinge in Gang, mit denen niemand gerechnet hat. Und dann ist da noch dieses Familiengeheimnis, das über allem wabert.


Mittwoch, 11. Oktober, 21.00 Uhr Bookfest Bistro, NM57 Frankfurt, Lesung und Gespräch
Freitag, 13. Oktober, 19.30 Uhr Debütabend mit Klaus Zierer, Stadtkirche Darmstadt


Peter Littger
The devil lies in the detail - Folge 2

Peter Littger, geboren 1973 in Aachen, besuchte ein englisches Internat und studierte in Berlin und London. Er war u.a. Redakteur der ZEIT, ein Gründungsredakteur des Magazins Cicero und in verschiedenen Positionen im Verlag Gruner+Jahr. Heute ist Peter Littger Berater für Medieninhalte, Autor und Kolumnist, u.a. für SPIEGEL ONLINE. Als Juror im »Bundeswettbewerb Fremdsprachen« engagiert er sich für die Förderung von Schülern. Darüber hinaus setzt er sich für die deutsch-britischen Beziehungen ein und ist u.a. Mitherausgeber des Essay-Bands »Common Destiny vs. Marriage of Convenience – what do Britons and Germans want from Europe?«.
Die Buchreihe »The devil lies in the detail« ist aus seiner erfolgreichen Sprachkolumne »Fluent English« hervorgegangen. Der erste Band führte viele Wochen die Bestsellerliste an und wurde über 200.000mal verkauft.

The devil lies in the detail – Folge 2

Speaking English is sometimes too high for you? And you still have an allday problem with the devil in the detail? More help is on the way! Denn nach dem überwältigenden Erfolg seines Nr.-1-Bestsellers »The devil lies in the detail« legt SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Peter Littger glücklicherweise nach: Pünktlich zur Urlaubszeit nimmt er uns wieder mit auf seine unterhaltsamen und hintergründigen Reisen zwischen den Sprachen. Mit viel Humor beschreibt er in seinen kurzweiligen Alltagsgeschichten erneut die häufigsten Patzer, die uns passieren, wenn wir Englisch sprechen, widmet sich diesmal ausführlich typisch deutschen Redewendungen und den besten Varianten, sie zu übersetzen – und vermittelt nicht zuletzt jede Menge nützliches Hintergrundwissen über die kulturellen Unterschiede zwischen England, den USA und der deutschsprachigen Welt.


Norman Ohler
Die Gleichung des Lebens

Norman Ohler wurde 1970 im pfälzischen Zweibrücken geboren. Nach dem Abitur schrieb er 1990 seine erste Novelle »Der Reporter«. Mit 22 Jahren besuchte er die renommierte Hamburger Journalistenschule, es folgten Arbeiten für die Zeitschriften »Spiegel«, »Stern« und »Geo«.

Die Gleichung des Lebens

Sommer 1747. Friedrich der Große will das unwegsame, von aufsässigen wendischen Fischern bewohnte Oderbruch in Ackerland verwandeln. Das Mathematikgenie Leonhard Euler soll die nötigen Berechnungen durchführen. Doch als ein Ingenieur des Königs ermordet wird, verliert sich Euler in diesem preußischen Amazonien, das dem Untergang geweiht ist, sich aber mit allen Mitteln wehrt. Ein hinreißender historischer Roman über ein verlorenes Paradies und den Triumph der Moderne.


Mittwoch, 11. Oktober, 21.45 Uhr – 22.00 Uhr Literatur im Römer


Hanns-Josef Ortheil
Der Typ ist da

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kultur-journalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und zuletzt dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Der Typ ist da

Voller Drive und Witz erzählt Hanns-Josef Ortheil in seinem neuen Roman von drei jungen Frauen und einem Fremden, der die Gabe besitzt, ihre Leben komplett zu verändern. Uner­war­tet ist der Typ plötzlich da. Er heißt Matteo, ist Venezianer und von Beruf Restaurator. In Venedig hat er die Kölner Studentin Mia flüchtig kennengelernt und ist ihrer Einladung in die Stadt am Rhein gefolgt. Mia lebt gemeinsam mit zwei Freundinnen in einer WG im Kölner Norden. Ahnungslos nehmen sie den Fremden bei sich auf und spüren schnell, wie stark seine Gegenwart auf sie wirkt. Denn Matteo ist zurückhaltend, unaufdringlich, strahlt aber zugleich etwas reizvoll Magisches und Unergründliches aus. Begeistert zeichnet er den Dom und seine Figuren und sucht in der ganzen Stadt nach Spuren uralter Verbindungen zwischen dem Kölner Norden und dem venezianischen Süden, zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Dabei entdeckt er immer genauer die Abgründe seiner eigenen Existenz, ein Sog, der auch seine Mitbewohnerinnen erfasst. Als er zurück in die Heimat will, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Und alle fragen sich: Wer ist Matteo? Ein brillanter Zeichner? Oder vielleicht sogar ein Engel, mit himmlischen und teuflischen Sphären vertraut und im Bunde? Und wer sind sie selbst?


Dagmar Ploetz
Hundert Jahre Einsamkeit (Neuübersetzung)

Dagmar Ploetz, geboren 1946 in Herrsching, übersetzt seit 1983 u.a. Werke von Isabel Allende, Julián Ayesta, Rafael Chirbes, Manuel Puig, Mario Vargas Llosa und Gabriel García Márquez. 2012 wurde sie mit dem Münchner Übersetzerpreis ausgezeichnet. 2010 erschien von ihr »Gabriel García Márquez. Leben und Werk« bei Kiepenheuer & Witsch. Hochwertige Leinenausstattung mit farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen.

Hundert Jahre Einsamkeit

Mit seinem Roman »Hundert Jahre Einsamkeit«, der sich weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkaufte, gelang Gabriel García Márquez 1967 der Durchbruch als Schriftsteller. Die Familiensaga um das kolumbianische Dorf Macondo gehört inzwischen zu den modernen Klassikern der Weltliteratur. Zum Jubiläum erscheint der Roman jetzt in einer kongenialen Neuübersetzung von Dagmar Ploetz.
»Hundert Jahre Einsamkeit« erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, das zunächst wie das Paradies erscheint. Abgeschnitten vom Rest der Welt durch Sümpfe, Urwald und eine undurchdringliche Sierra, ist es der Ort, an dem sich alle Träume, Alpträume und Entdeckungen des Menschen noch einmal zu wiederholen scheinen.


Freitag, 13. Oktober, 16.30 Uhr – 16.50 Uhr FAZ-Stand, Halle 3.1, Stand D106


Ralf Schnell
Heinrich Böll und die Deutschen

Ralf Schnell, geboren 1943 in Oldenburg ist emeritierter Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Medienwissenschaft. Er studierte an der Universität Köln und an der Freien Universität Berlin. Als Hochschullehrer wirkte er an der Universität Hannover (1972–1987), an der Keio-Universität Tokio (1988–1997) und an der Universität Siegen (1997–2006), die er von 2006 bis 2009 als Rektor leitete. Er nahm zahlreiche Gastprofessuren, vor allem in Ostasien, wahr. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, ist Mitglied des WDR-Rundfunkrats und Schirmherr des Literaturfestivals »Literaturpflaster« (Bad Berleburg). Seit 2010 lebt er in Berlin. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Deutsche Literatur von der Reformation bis zur Gegenwart« (2011), »Geschichte der deutschsprachigen Literatur seit 1945« (2003), »Medienästhetik« (2000), »Germanistik. Was sie kann, was sie will« (2000) und »Dichtung in finsteren Zeiten« (1998).

Heinrich Böll und die Deutschen

Eine scharfsinnige Studie zum 100. Geburtstag eines der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands.
Heinrich Böll (1917-1985), geboren in Köln, im Zweiten Weltkrieg einfacher Soldat, nach 1945 Repräsentant der »Trümmerliteratur«, Autor bedeutender Romane, kritischer Intellektueller mit hoher öffentlicher Wirksamkeit und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1972. Wie hielt es der Schriftsteller Böll mit den Deutschen, und wie hielten es die Deutschen mit ihm?
Ralf Schnell, ausgewiesener Kenner der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, ist Mitherausgeber der Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls. Er widmet sich in seinem Buch dem Verhältnis Bölls zu Deutschland und den Deutschen und zeigt in lebendiger, anschaulicher Form, auf welche Weise die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts Bölls Leben geprägt haben – und welche Resonanz die künstlerischen Antworten Bölls bei seinen Lesern fanden.
Ausgehend von Bölls Herkunft und Jugend – die kinderreiche Kölner Kleinbürgerfamilie katholischen Glaubens, die Kriegsteilnahme und Gefangenschaft – folgt Schnell den zentralen Aspekten von Bölls Biografie und Werk. Er beleuchtet die literarischen Anfänge des jungen Familienvaters in der Nachkriegszeit, die Auseinandersetzung mit Kriegsschuld und Holocaust, den politischen Konservatismus der Adenauer-Ära, die Formierung des Literaturbetriebs durch die Gruppe 47 und Bölls Verhältnis zur DDR und zur RAF. Unentbehrlich für alle, die Heinrich Bölls Werk kennen oder neu entdecken wollen.


Freitag, 13. Oktober, 16.10 Uhr – 16.30 Uhr Deutschlandfunk Köln, Halle 3.1, Stand J37
Freitag, 13. Oktober, 16.45 Uhr Kulturzeit, Halle 4.1, Stand E108


Uwe Timm
Ikarien

Uwe Timm, geboren 1940, freier Schriftsteller seit 1971. Sein literarisches Werk erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch, zuletzt Vogelweide, 2013, Freitisch, 2011, Am Beispiel eines Lebens, 2010, Am Beispiel meines Bruders, 2003, mittlerweile in 17 Sprachen übersetzt, Der Freund und der Fremde, 2005, und Halbschatten, Roman, 2008. Uwe Timm wurde 2006 mit dem Premio Napoli sowie dem Premio Mondello ausgezeichnet, erhielt 2009 den Heinrich-Böll-Preis und 2012 die Carl-Zuckmayer-Medaille.

Ikarien

Deutschland Ende April 1945: Während regional noch der Krieg tobt, bricht der junge amerikanische Offizier Michael Hansen von Frankfurt nach Bayern auf und bezieht Quartier am Ammersee. In einem Münchner Antiquariat findet er einen früheren Weg-gefährten des Eugenikers Alfred Ploetz, den Dissidenten Wagner. Von ihm lässt er sich die Geschichte einer Freund-schaft erzählen, die Ende des 19. Jahr-hunderts in Breslau begann und die beiden Studenten über Zürich bis nach Amerika führte – und mitten hinein in die Auseinandersetzung um die beste gesellschaftliche Ordnung: hier ein Sozialismus nach Marx, dort das utopische Projekt der Gemeinde Ikarien, die vom französischen Revo-lutionär Étienne Cabet in Amerika gegründet wurde. Hansen kommt durch die Lebensbeichte Wagners dem faustischen Pakt auf die Spur, den der Rassenhygieniker Ploetz mit den Nazis einging, und dem ganz anderen Schicksal, das den Antiquar wegen seiner widerständigen Haltung ereilte. Seine Reise durch das materiell und moralisch zerstörte Land lässt Hansen Zeuge eines Aufbruchs werden, der die deutsche Geschichte prägen sollte. Zugleich wird sie zu einer éducation sentimentale – auch in der Liebe werden ihm einige Lektionen erteilt. Eine faszinierende Zeitreise durch die deutsche Geschichte und eine ganz eigene und überraschende Darstellung der »Stunde Null«.


Mittwoch, 11. Oktober, 14.30 Uhr – 15.00 Uhr Süddeutsche Zeitung, Halle 3.0, Stand C119
Mittwoch, 11. Oktober, 16.00 Uhr – 16.30 Uhr Spiegel, Halle 3.0, Stand D56
Donnerstag, 12. Oktober, 10.00 Uhr – 11.00 Uhr ARD Bühne, WDR Tischgespräch
Donnerstag, 12. Oktober, 12.00 Uhr -12.30 Uhr ZEIT, Halle 3.1, Stand D13
Donnerstag, 12. Oktober, 20.30 Uhr Literatur im Römer
Freitag, 13. Oktober, 11.00 Uhr – 11.20 Uhr FAZ, Halle 3.1, Stand D106
Freitag, 13. Oktober, 13.30 Uhr – 14.00 Uhr Kulturzeit, Halle 4.1, Stand K108
Freitag, 13. Oktober, 14.45 Uhr – 16.00 Uhr ARD Bühne, SWR 2 Literatur
Freitag, 13. Oktober, 16.45 Uhr – 18.10 Uhr ARD Forum, BR Bücherdiwan
Freitag, 13. Oktober, 20.00 Uhr , Lange ARD-Radio-Buchnacht, Sendesaal des HR
Samstag, 14. Oktober, 14.00 Uhr – 14.30 Uhr Blaues Sofa


Bernd Ulrich
Guten Morgen, Abendland - Der Westen am Beginn einer neuen Epoche

Bernd Ulrich, geboren 1960 in Essen, hat drei Kinder. Er ist seit vierzehn Jahren stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Politikressorts der Zeit. Für seine journalistischen Arbeiten erhielt er 2013 den Henri-Nannen-Preis und 2015 den Theodor-Wolff-Preis. Buchveröffentlichungen u.a.: »Deutsch, aber glücklich.«, 1997, »Wofür Deutschland Krieg führen darf. Und muss.«, 2011, »Sagt uns die Wahrheit!«, 2015.

Guten Morgen, Abendland – Der Westen am Beginn einer neuen Epoche

Das Wüten der Welt. Die politischen Selbstverständlichkeiten sind gehörig ins Wanken geraten. Die Welt, wie wir sie kannten, ist »aus den Fugen«. Doch mittlerweile zeigen sich die Konturen einer neuen Welt immer klarer. Man muss sie nur sehen wollen.
Die Erschütterungen dieser Jahre sind hilfreich und notwendig, um den aufgeklärten, aber auch privilegierten Kreisen dieses Landes die Augen zu öffnen für die Ursachen, die viel zu lange verdrängt worden sind: die Wucht, mit der die weltweiten Krisenherde an unser Leben unmittelbar heranrücken, und die grotesken und obszönen Ungerechtigkeiten, die so sichtbar werden und die sich die Opfer nicht mehr bieten lassen, bei uns und weltweit …
In Zeiten von Brexit, Trump-Amerika, IS-Terror, weltweiter Flüchtlingsströme und neuem Nationalismus wächst das Bedürfnis und die Notwendigkeit politischer Bestandsaufnahmen und Analysen, die über den Tag hinaus reichen. Dieser Arbeit hat sich Bernd Ulrich, Leiter der Politik-Redaktion der Zeit, in den letzten Jahren mit Bravour gewidmet und bei den zahllosen nationalen und internationalen Krisen immer wieder mit kühlem Verstand nach Ursachen und Zusammenhängen gefragt. Darauf basierend entwirft Bernd Ulrich ein präzises Epochenbild, das für die politische Kultur dieses Landes und für ein höchst notwendiges demokratisches Engagement unverzichtbar ist.


Ranga Yogeshwar
Nächste Ausfahrt Zukunft

Ranga Yogeshwar, geboren 1959, Diplomphysiker, arbeitete von 1987 bis 2008 als Wissenschaftsredakteur beim WDR in Köln und ist inzwischen als freier Journalist und Autor tätig. Er entwickelte und moderierte zahlreiche Sendungen (u.a. »Quarks & Co«, »Die große Show der Naturwunder« und »Wissen vor acht«), in denen Wissenschaft populär vermittelt wird. Ausgezeichnet mit über 50 Ehrungen und Preisen, darunter der Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Journalistik (1998), der Grimme-Preis (2003) und der Deutsche Fernsehpreis (2011) und viele Journalistenpreise in verschiedenen Kategorien, wurde Ranga Yogeshwar 2009 die Ehrendoktorwürde der Universität Wuppertal verliehen. Seine beiden Bücher »Sonst noch Fragen?« (KiWi 1103) und »Ach so!« (KiWi 1188) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ranga Yogeshwar ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Nächste Ausfahrt Zukunft

Dieses Buch kommt zur rechten Zeit. Wir befinden uns inmitten eines epochalen Wandels: Die digitale Revolution, Fort-schritte in der Gentechnik oder die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz greifen auf fundamentale Weise in unser Leben ein und verändern ganze Branchen, aber auch Lebensmodelle und ganz konkret unseren Alltag. Das Smartphone ist erst zehn Jahre alt, aber hat von Amazon bis WhatsApp, von Airbnb bis Uber unser Leben umgekrempelt. Und was mag da noch alles kommen, und wie rasch? Viele fürchten sich vor einer Welt, die so anders sein wird als alles, was wir kennen. Yogeshwar stellt die aktuellen und zukünftigen Umbrüche auf verständliche Weise in ihrer ganzen Breite dar: von der Digitalisierung bis zur Gentechnik, von der Totalüberwachung bis zum (Alb-)Traum vom ewigen Leben. Er berichtet von seinen Besuchen in einem Klon-Labor in Südkorea, im Forschungslabor für künstliche Intelligenz in Schweden und in der Ruine eines Atomkraftwerks in Japan. Er schildert seine Fahrt im Prototyp eines autonomen Fahrzeugs, testet in einem Selbstversuch, wie man mit einem »infizierten« Handy abgehört werden kann, und erinnert sich an seine Kindheit in Indien, dem Subkontinent, auf dem Vergangenheit und Zukunft eine spannende Symbiose eingegangen sind. Yogeshwar ordnet die gegenwärtigen Entwicklungen auch in die Menschheitsgeschichte ein, die immer eine Geschichte des Fortschritts war. Entscheidend wird sein, das ruft er uns zu, dass wir die Chancen, die mit dem Wandel auch verbunden sind, wahrnehmen und die Gestaltung der Zukunft nicht anderen überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen.


Mittwoch, 11. Oktober, 15.00 Uhr -15.30 Uhr ARD Bühne
Freitag, 13. Oktober, 11.30 Uhr – 12.00 Uhr Blaues Sofa
Freitag, 13. Oktober, 13.30 Uhr – 13.50 Uhr FAZ, Halle 3.1, Stand D106
Freitag, 13. Oktober, 16.00 Uhr – 16.30 Uhr Süddeutsche Zeitung, Halle 3.0, Stand C119
Freitag, 13. Oktober, 20.00 Uhr Lange ARD-Radio-Buchnacht, Sendesaal des HR
Samstag, 14. Oktober, 09.30 Uhr – 10.30 Uhr ARD Bühne
Samstag, 14. Oktober, 17.00 Uhr Open Books, Haus am Dom


Volker Weidermann
Träumer - Als die Dichter die Macht übernahmen

Volker Weidermann, geboren 1969 in Darmstadt, Studium der Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Autor beim Spiegel und Leiter des »Literarischen Quartetts« im ZDF. Bisherige Buchveröffentlichungen bei Kiepenheuer & Witsch: »Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute« (2006), »Das Buch der verbrannten Bücher« (2008), »Max Frisch. Sein Leben, seine Bücher« (2010), »Ostende, 1936« (2014), »Dichtertreffen. Begegnungen mit Autoren« (2016).

»Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen« erscheint am 9. November 2017!

Wann gab es das schon einmal – eine Revolution, durch die die Dichter an die Macht gelangten? Doch es gab sie, die kurzen Momente in der Geschichte, in denen alles möglich erschien …Von einem solchen Ereignis, der Münch-ner Räterepublik, erzählt Volker Weidermann so mitreißend, dass der Leser zum Augenzeugen der turbulenten, komischen und tragischen Wochen zwischen November 1918 und April 1919 wird, die München, Bayern und Deutschland erschütterten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Absetzung des bayerischen Königs beginnt der magische Moment, in dem alles möglich erscheint: radikaler Pazifismus, direkte Demokratie, soziale Gerechtigkeit, die Herrschaft der Fantasie. An der Spitze der Rätebewegung stehen die Schriftsteller Ernst Toller, Gustav Landauer und Erich Mühsam, die Literatur in Wirklichkeit verwandeln wollen. Doch auf die Tage euphorischer Aufbruchstimmung folgt rasch Ernüchterung …
In rasantem Tempo und aus der Perspektive von Beteiligten und Beobachtern vor Ort wie Thomas Mann, Klaus Mann, Rainer Maria Rilke, Adolf Hitler, Victor Klemperer oder Oskar Maria Graf entsteht so ein historischer Thriller über ein einzigartiges Ereignis der deutschen Geschichte. Und der Traum von direkter Demokratie und sozialer Gleichheit, den die Räterepublik träumte, berührt und beschäftigt uns bis heute.


Freitag, 13. Oktober, 14.30 Uhr Spiegel, Halle 3.0, Stand D56


Günter Wallraff

Günter Wallraff, Jahrgang 1942, lebt und arbeitet in Köln. Veröffentlichungen u.a.: Wir brauchen dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben (1966; 1970 unter dem Titel Industriereportagen), 13 unerwünschte Reportagen (1969), Ihr da oben, wir da unten (mit Bernt Engelmann), Unser Faschismus nebenan (1975), die Dokumentation einer in Athen durchgeführten Protestaktion Wallraffs gegen das griechische Obristenregime. Besonderes Aufsehen erregte Wallraff 1977 mit seinen verdeckten Recherchen innerhalb der Redaktion der Bild-Zeitung ( Der Aufmacher und weitere Bücher zum Thema). Mit über 5 Mio. Exemplaren der deutschsprachigen Ausgabe und 38 Übersetzungen war Ganz unten (1985), die Reportage über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern, das erfolgreichste Sachbuch der Nachkriegszeit. Große Medien- und Leserresonanz fanden die Reportagen in dem Band Aus der schönen neuen Welt (2009, 2012) und dem von ihm herausgegebenen Band Die Lastenträger (2014).



Samstag, 14. Oktober, 10.30 Uhr Podiumsgespräch mit Günter Wallraff: Mehr als Erdogan. Die andere Türkei – wie die Demokratie überlebt