Thomas Hettche

Die Liebe der Väter

Roman

Die Liebe der Väter

Die berührende Geschichte eines Vaters, der um seine Tochter kämpft

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe.

Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt.

Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. »Die Wilde Jagd« tobt um das Ferienhaus auf der Düne, ein Wintersturm. Und in der Silvesternacht, zusammen mit Freunden im »Sansibar«, steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel. Atemlos folgt man seiner Stimme, die erzählt, was ihm geschieht – gegenwärtig, distanzlos, unmittelbar.

Dieser Roman über die Schwierigkeit, heute Vater zu sein, ist Thomas Hettches persönlichstes Buch. Meisterhaft gelingt es ihm, die Atmosphäre des winterlichen Sylt mit einem Familiendrama zu verbinden, in dem es um die eigene Vergangenheit geht, die persönliche Integrität und eine gemeinsame Zukunft.


Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-04187-3
Erschienen am: 19.08.2010
224 Seiten, gebunden mit SU
Lieferbar

Preis

Deutschland
16,95 €
Österreich
17,50 €

Rezensionen

Über den Autor

Thomas Hettche
Thomas Hettche, 1964 am Rand des Vogelsbergs geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Filmwissenschaft und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz.
Thomas Hettche debütierte 1989 mit dem Roman »Ludwig muß sterben«. Es folgte 1992 der Erzählungsband »Inkubation« und 1995 »Nox«, ein Roman, der in der Nacht des Mauerfalls in Berlin spielt. Sein Essay über Venedig »Animationen« wurde 1997 von der Goethe-Universität Frankfurt als Promotion angenommen. »Der Fall Arbogast« erschien 2001 und wurde in über ein Dutzend Sprachen übersetzt. 2003 erschien »Stellungen“, eine Nachdichtung von Sonetten Pietro Aretinos. 2006 dann der USA-Roman »Woraus wir gemacht sind«, 2007 »Fahrtenbuch 1993-2007«. 2010 folgte der Roman »Die Liebe der Väter«, der in den Raunächten auf Sylt spielt und die Nöte eines Vaters und seiner halbwüchsigen Tochter zum Thema hat, 2012 der Essayband »Totenberg«, eine intellektuelle Autobiographie in zehn Gesprächen, und 2014 der Roman »Pfaueninsel«, der von dem kleinwüchsigen Schlossfräulein Maria Dorothea Strakon erzählt, das von 1810 bis 1880 auf der Pfaueninsel in der Havel vor den Toren Berlins lebte.

Thomas Hettche wurde u.a. mit dem Rauriser Literaturpreis und dem Robert-Walser-Preis 1990 ausgezeichnet, dem Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, dem Rom-Preis der Villa Massimo 1996, dem Spycher: Literaturpreis Leuk 2001, dem Premio Grinzane Cavour 2005, erhielt den Düsseldorfer Literaturpreis 2013, den Wilhelm-Raabe-Preis und den Bayerischen Buchpreis 2014, den Solothurner Literaturpreis 2015 und den Wolfgang-Koeppen-Preis der Hansestadt Greifswald 2016.
Thomas Hettche ist Mitglied des PEN und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Werke
Ludwig muß sterben (1989)
Inkubation (1992)
NOX (1995)
Animationen (1999)
Der Fall Arbogast (2001)
Woraus wir gemacht sind (2006)
Fahrtenbuch 1993 – 2007 (2008)
Die Liebe der Väter (2010)
Totenberg (2012)
Pfaueninsel (2014)

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