Gabriel García Márquez

Der General in seinem Labyrinth

Der General in seinem Labyrinth

Sein Denkmal steht in fast jeder Stadt Lateinamerikas. Ein Staat, eine Währung, Straßen und Plätze sind nach ihm benannt. Simón Bolívar, der General und Held des Unabhängigkeitskrieges der südamerikanischen Kolonien gegen die spanische Krone, wird noch heute als der Libertador, der Befreier, verehrt. Der Bürgerssohn aus Caracas mit einem Schuß Mulattenblut in den Adern, der sich in Rom, Paris, London auskannte und in den Salons seiner Zeit glänzte, der Tausende von Büchern las, überquerte mehrfach die Anden und ritt mit seinen Soldaten Tausende von Meilen durch den Kontinent, um seine Vision von einem befreiten und vereinigten Südamerika zu verwirklichen. Er schrieb unermüdlich Briefe, persönliche und politische, er konnte ebenso unnachahmlich fechten wie tanzen und war ein unwiderstehlicher Bewunderer schöner Frauen. Über 10 Jahre erlebte er als Präsident des von ihm geschaffenen Staates Kolumbien die Höhen des Ruhms, aber auch die Niederungen korrumpierender Macht und die Angriffe seiner Gegner. 1830 erklärte Bolívar in Santa Fe de Bogota seinen Rücktritt. »Wer sich einer Revolution verschreibt, pflügt das Meer«, sagte er bitter am Ende seines Lebens, als der Traum von der Einheit zerstoben war und er schwerkrank mit wenigen Getreuen den Magdalena-Strom hinab zur Karibik fuhr, um möglicherweise ins Exil zu gehen.
Gabriel García Márquez beschreibt in seinem Roman diese letzte Reise des 47jährigen Bolívar. In Rückblenden läßt er noch einmal den glorreichen Libertador auftreten, holt aber auch den General vom Denkmalssockel herunter und zeigt in einem spannungsreichen Geflecht historischer Ereignisse den Menschen in seinem körperlichen und seelischen Verfall, im Labyrinth seiner Leiden und verlorenen Träume.


Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-02013-7
Erschienen am: 01.01.1989
360 Seiten, gebunden mit SU
Lieferbar

Preis

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19,90 €
Österreich
20,50 €

Rezensionen

Über den Autor

Gabriel García Márquez
Gabriel García Márquez wurde am 6. März 1927 in dem kolumbianischen Dorf Aracataca als ältestes von sechzehn Kindern geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt zogen die Eltern nach Barranquilla, García Márquez blieb allerdings bis Ende 1936 bei seinen Großeltern mütterlicherseits.
Bereits während des Jurastudiums begann García Márquez seine journalistische Arbeit und verfasste Artikel und Reportagen für u.a. EL Universal in Cartagena. Damals lernte er auch seine ... mehr

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