Sommerliche Landpartie mit Autoren – Aus dem Verlegerleben#5

Es gab keinen besonderen Anlass, keine Notwendigkeit, keinen Hintergedanken. Die Idee, die deutschsprachigen Autoren des Verlages zu einem Treffen einzuladen, entstand in launiger Stimmung am Ende einer Mittwochsbesprechung, kam ins Protokoll, geriet dann für einige Zeit in Vergessenheit und erfuhr eine Wiederbelebung, als wir das Programm der Bücher verabschiedeten, die im Herbst 1996 erscheinen sollten…. Artikel lesen ›

Der abendliche Überraschungsgast – Aus dem Verlegerleben#4

Die Tätigkeit des Verlegers hat etwas Endloses. Nie stellt sich das Gefühl »Alles geschafft!« ein. Wer auf geregelte Arbeitszeiten Wert legt, sollte einen anderen Beruf ergreifen. Auf meinem Schreibtisch lagen in einer Mappe die nicht erledigten Vorgänge. Um diesen Stapel abzutragen, machte ich Überstunden, aber, wie von Geisterhand geführt, wuchs er immer wieder an. Zum… Artikel lesen ›

Samba-Rhythmen in Stockholm: Nobelpreis für Gabo – Aus dem Verlegerleben#3

Stockholm ähnelt einer entfernten Verwandten von Hamburg. Vom Krieg verschonte Bürgerhäuser mit zurückhaltenden, aber edlen Fassaden liegen an malerischen Binnengewässern. Feudale Stadtpalais öffnen ihre gepflegten Parks dem Publikum. Keine Bettler, keine in Gruppen herumstehenden arbeitslosen Jugendlichen. Von Ende Mai bis Mitte September regnet es kaum, im Sommer muss es herrlich sein in Stockholm. Aber ich… Artikel lesen ›

Gehobener Wortschatz – Gute Nachrichten über ein verschüttetes Verlagsgedächtnis und über den Wiederaufbau des Kölner Stadtarchivs

„Neben der Warenausgabe rechts“. Wenn Joseph Beuys Recht hat und Mysterien sowieso eher im Bahnhof als im Museum stattfinden, dann wundert einen nicht, dass die Wiedererweckung des über 1000jährigen Kölner Stadtgedächtnisses an einem eher profanen Ort geschieht: im südlichen Kölner Stadtteil Porz-Lind, unweit der A 59, an einem Parkplatz, rechts neben der Warenausgabe eines großen… Artikel lesen ›

Erinnerungen an E.L. Doctorow von Reinhold Neven DuMont

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Ed Doctorow 1990 Von Reinhold Neven DuMont Ed Doctorow erinnerte mich an einen väterlichen Freund, einen Kunsthistoriker, der versucht hat, mir zwischen Abitur und Studienbeginn in London das Betrachten von Bildern beizubringen. Doctorow vertrat die Meinung, dass jeder, der ein literarisches Gespür hat und die Lust am Lesen kennt, die Fähigkeit hätte, zumindest ein Buch… Artikel lesen ›

»Nicht einknicken«: Helge Malchow über die Fatwa gegen Salman Rushdie und warum die Angst nicht siegen darf

Der Roman »Unterwerfung« von Michel Houellebecq besteht aus fünf Kapiteln. Nur dem letzten Kapitel ist ein Motto vorangestellt, es lautet: »Wenn der Islam nicht politisch ist, ist er nichts« und stammt von dem iranischen Religionsführer Ayatollah Khomeini. Wie diese Politik aussieht, erfuhr die Welt vor 26 Jahren, im Februar 1989, als besagter Ayatollah Khomeini die… Artikel lesen ›