Mit den Waffen der Frauen – Cora Stephan im Interview

Cora Stephan. Foto © Isolde Ohlbaum

Cora Stephan. Foto © Isolde Ohlbaum

OB KATZEN ODER DIE KANZLERIN, ob Kulturgeschichte des Krieges oder aktuelle Kommentare mit analytischer Tiefenschärfe: Als Autorin ist Cora Stephan eine Alleskönnerin und hat mehrfach Karriere gemacht – unter ihrem eigenen Namen mit Büchern über Politik und Geschichte sowie unter Pseudonymen, z.B. als Anne Chaplet mit preisgekrönten Krimis. Nun beweist sie ihr literarisches Talent mit ihrem persönlichsten Buch: Ab heute heiße ich Margo in dem es um zwei Frauen, zwei Töchter, zwei Kriege, zwei Deutschlands – und ein gemeinsames Schicksal geht. Ein mitreißender Roman über Zeitgeschichte als Familiengeschichte.

Im Büchermenschen Exklusiv-Interview spricht Cora Stephan über ihr Schreiben und über die Arbeit an »Ab heute heiße ich Margo«. Artikel lesen ›

Berserker Brinkmann und der Buchmessebusen – Aus dem Verlegerleben#1

Unter den Autoren, die Dieter Wellershoff ins Programm gebracht hatte, war ein Berserker: Rolf Dieter Brinkmann. An guten Tagen verbreitete er Spott und Hohn, an schlechten Gift und Galle. Er schimpfte unermüdlich auf alles: auf die Stadt Köln und ihre Kulturpolitik (die gerade unter Kurt Hackenberg eine Blütezeit erlebte), auf das Feuilleton der Zeitungen und Rundfunkanstalten und mit besonderer Inbrunst auf seinen Verlag, seinen Lektor und auf mich, den neuen Bürgersohn da oben. »Vermufft« war sein Lieblingswort und fasste zusammen, wie er seine Umwelt sah. Er kam nicht gern allein, meist brachte er seine Gefolgschaft mit, an deren Spitze er sich in Wortschlachten stürzte. Er war an- und aufregend, er gab mir keine Chance, ihn zu mögen. Er hat nie jemanden im Verlag tätlich angegriffen, aber er verhielt sich so, dass man es ihm zugetraut hätte. Er war wie ein Jungstier, immer auf der Suche nach dem roten Tuch, auf das er losgehen konnte. Artikel lesen ›

Lektorin Viola Hefer über Kamel Daouds Roman »Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung«

Von Viola Hefer

Es gibt Bücher, die liest man, wie man Filme guckt, abends nach der Arbeit, die Füße hochgelegt, ein Getränk in Griffnähe. Man konsumiert fleißig drauf los, kann sich für ein paar Stunden vor der Welt verstecken und hat ein gutes Gefühl dabei.

Und dann gibt es die Bücher, die einen auf andere Weise nicht mehr loslassen, die einen anspringen, sich festkrallen, bis man die letzte Seite gelesen hat und die einem dann auch noch eine ganze Weile hinterherschleichen, weil man irgendwie immer noch nicht fertig ist mit ihnen. Artikel lesen ›

Aus dem Notizbuch des Verlegers #19 (»Panikherz«)

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Mit einem Moleskine, das ihm der Rowohlt-Kollege Alexander Fest geschenkt hat, fing es an. Aus so einem ersten kleinen schwarzen Notizbuch wird im Laufe der Jahre schnell mal ein Berg. Das (im Bild unten) sind die vergangenen neun Jahre unseres Verlegers Helge Malchow in Stichworten. Was steht da drin? Was macht dieser Mann den ganzen Tag? Und was hat es mit dem einzigen roten Buch auf sich? Wir zeigen es Ihnen in unserer Kolumne »Aus dem Notizbuch des Verlegers«. Alle Einträge wurden von uns mit Fußnoten versehen, in diesen befinden sich Erklärungen, Enträtselnden zu den Notizen und – sehr niedrig dosiert – Werbung. Für das ZEITmagazin füllte Helge Malchow den Proust-Fragebogen für Blogger aus. Artikel lesen ›

Volker Weidermann über Irmgard Keun

Es gibt nur zwei Bilder von Irmgard Keun (1905 – 1982), denke ich immer. Es gibt natürlich viel mehr. Aber ich kenne nur die zwei, will nur die zwei kennen. Das eine mit den kurzen Locken, die ihr über die linke Stirnseite fallen, der weiße Schal, hinten hochgeschlagen, der um den Hals herumfließt, die Augen, die schauen, als hätte sie sich soeben in den Fotografen verliebt, oder in die Welt. Eine Trauer ist darin und eine Scheu und eine mädchenhafte Selbstsicherheit. So eine Ruhe vor allem. Der Mund lächelt nicht. Die Augen lächeln. Mit Sicherheit. Das Leben wird kommen. Ich weiß, es wird schön, es wird unendlich schön, weil ich schön bin und weil ich schreibe, für mich, für die Männer, für die ganze Welt. Da war sie einundzwanzig, als das Bild entstand, und von Köln längst nach Berlin geflohen. Oder sie war sechsundzwanzig. Man wusste das lange nicht so genau, sie hat ihr Geburtsjahr 1905 ihrer ersten Romanheldin Gilgi angepasst – 1910. Irmgard Keun hatte immer ein dichterisches Verhältnis zur Wahrheit und zu ihrem Leben.

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Willkommen im Club, Isabel!

Isabel Bogdan, Autorin „Der Pfau“, Kiepenheuer&Witsch ©Smil

© Smilla Dankert

Isabel Bogdan ist Bloggerin, Sachbuchautorin, ist Übersetzerin, hat alle Level bei Facebook durchgezockt und schießt mit ihren Tweets den Vogel ab, sie kennt, sie strickt, sie knüpft, sie macht und tut, tut, tut. Telefonieren eher ungern.

Sie ist ein Tausendsassa, ein Wunderwuzzi oder ein Siebesich – so nennt der Schweizer Menschen mit Mehrfach-Begabung. DAS kann ja jeder behaupten. Jeder Verlag. Aber was sagen ihre Freunde? Artikel lesen ›

Die Autorenwand: #30 Benjamin von Stuckrad-Barre

Jeden Donnerstag veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Bild von der KiWi-Autorenwand. Bei Instagram, facebook und twitter kannst Du die Bilder unter den Hashtags #Autorenwand, #ErsterSatz, vielleicht auch unter #200shadesofgrey finden. Die Reihenfolge der Autoren ist vollkommen dem Zufall überlassen. Nur eines bleibt von Bild zu Bild gleich: Genannt wird immer das erste KiWi-Buch des Autors, zusammen mit dem ersten Satz aus selbigem. Wenn Du mehr über die Autorenwand erfahren willst, lies bitte den Blog-Artikel »Autoren an der Wand«.
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Vea Kaiser und das Vinyl – About My Shelf (Verlag von Wegen)

Es ist so weit. Wir stellen auf unserem Blog ein nicht-verlagseigenes Buch vor. Hoppla. Was hat uns bloß so ruiniert? Nichts. Doch, die Musik vielleicht.
Man muss diesem Buch aber auch zugutehalten: Es könnte ganz geschmeidig in unser Programmregal gleiten und nicht weiter auffallen, also nicht negativ. Es ist also ein sehr gutes Buch. Es ist nicht nur wunderbar gutaussehend, da ist auch Musik drin. Und Vea Kaiser. Und somit auch ganz viel KiWi.

 

About_My_Shelf_Cover_klein-213x300About My Shelf

20 Künstlerinnen und Künstler sprechen über ihre Platten- und Bücherregale. Was steht darin? Welche sind ihre Lieblingswerke? Was hat sie in ihrem eigenen Schaffen inspiriert?

About My Shelf gibt Einblick in die Regalwelten von:

Markus Acher | Françoise Cactus | Franz Dobler | Roman Ehrlich | Katarina Fischer | Kevin Hamann | Vea Kaiser | Karen Köhler | Cherilyn MacNeil | Nagel | Hendrik Otremba | Melanie Raabe | Ulrike Almut Sandig | Pola Lia Schulten | Franz Schütte | Frank Spilker | Valeska Steiner | Kilian Teichgräber | Linus Volkmann | Benedict Wells

Der Verlag von Wegen stellt uns freundlicherweise den kompletten Beitrag von Vea Kaiser zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür und viel Erfolg mit diesem schönen Programm-Auftakt! Artikel lesen ›

Vierundzwanzig Türen #24 (Buchhandlung ocelot)

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Vor zwei Jahren haben wir unsere Autoren gefragt, ob sie für uns ihre Türen öffnen möchten. Bei Klaus Modick borgten wir uns für unseren Adventskalender den Titel seines Romans* »Vierundzwanzig Türen«. Klaus Modick war auch der erste unserer Autoren, der uns einen kleinen Einblick in sein Reich gewährte.
Dieses Jahr haben wir bei Buchbloggern und Buchhändlern angeklopft. Wir wollten wissen, »Wer bist Du, was sind Deine Orte«? Und wir fragten, welches Buch aus unserem Programm sie Ihnen, unseren Lesern, empfehlen möchten. Es hat uns sehr glücklich gemacht, so viele begeisterte Reaktionen und Beiträge zu erhalten. Wir hoffen, auch Sie freuen sich, bekannte Gesichter unter den Bloggern und Buchhändlern wiederzusehen oder bisher unbekannte kennenzulernen. Jedes empfohlene Buch wird natürlich verlost. Entweder Sie nehmen an unserer großen Weihnachtsverlosung teil oder Sie versuchen Ihr Glück täglich bei Facebook.
*Oh! Wäre William Blake nicht Selfpublisher, sondern KiWi-Autor gewesen, würde unser  Adventskalender vielleicht auch »Die Pforten der Wahrnehmung« heißen. Wie auch immer. Treten Sie ein, nehmen Sie wahr! Artikel lesen ›

Vierundzwanzig Türen #23 (Birgit Böllinger – Blog Sätze&Schätze)

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Vor zwei Jahren haben wir unsere Autoren gefragt, ob sie für uns ihre Türen öffnen möchten. Bei Klaus Modick borgten wir uns für unseren Adventskalender den Titel seines Romans* »Vierundzwanzig Türen«. Klaus Modick war auch der erste unserer Autoren, der uns einen kleinen Einblick in sein Reich gewährte.
Dieses Jahr haben wir bei Buchbloggern und Buchhändlern angeklopft. Wir wollten wissen, »Wer bist Du, was sind Deine Orte«? Und wir fragten, welches Buch aus unserem Programm sie Ihnen, unseren Lesern, empfehlen möchten. Es hat uns sehr glücklich gemacht, so viele begeisterte Reaktionen und Beiträge zu erhalten. Wir hoffen, auch Sie freuen sich, bekannte Gesichter unter den Bloggern und Buchhändlern wiederzusehen oder bisher unbekannte kennenzulernen. Jedes empfohlene Buch wird natürlich verlost. Entweder Sie nehmen an unserer großen Weihnachtsverlosung teil oder Sie versuchen Ihr Glück täglich bei Facebook.
*Oh! Wäre William Blake nicht Selfpublisher, sondern KiWi-Autor gewesen, würde unser  Adventskalender vielleicht auch »Die Pforten der Wahrnehmung« heißen. Wie auch immer. Treten Sie ein, nehmen Sie wahr!

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