Vierundzwanzig Türen #4 (Monika Peetz)

Vor ein paar Wochen fragten wir unsere Autorinnen und Autoren, ob sie Lust hätten, für uns und für Sie, liebe Leser, ihre Türen zu öffnen. Wir fragten: Womit beschäftigen Sie sich zurzeit? und Wo befinden Sie sich? Dürfen wir mal sehen?

Von sperrangelweit offenen Türen bis hin zur diskret angelehnten, von Herein! bis Ist offen!, von Tür zu, es zieht! bis Moment, ich komme lieber raus! war alles dabei.

Wir wünschen gute Unterhaltung mit unseren Vierundzwanzig Türen und viel Glück bei der großen Weihnachtsverlosung!

Tür 4: Monika Peetz Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Dankesrede von Bärbel Flad zur Übersetzerbarke 2013

Hinrich Schmidt-Henkel überreicht die Übersetzerbarke 2013 an Bärbel Flad, gestaltet von dem in Bonn lebenden italienischen Maler Enrico Calderoni. (Foto: Frankfurter Buchmesse/Nurettin Çiçek)

Hinrich Schmidt-Henkel überreicht die Übersetzerbarke 2013 an Bärbel Flad, gestaltet von dem in Bonn lebenden italienischen Maler Enrico Calderoni. (Foto: Frankfurter Buchmesse/Nurettin Çiçek)

Dankesrede

von

Bärbel Flad

anlässlich der Überreichung der Übersetzerbarke 2013

am 9. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse

 

Lieber Hinrich, liebe Jury, liebe Freunde und Kollegen aus der Bücherwelt

Dir, lieber Hinrich, danke ich  für Deine Worte und der Jury und allen Beteiligten für ihre Entscheidung.

Die Übersetzerbarke ist für mich eine wunderbare Bestätigung meiner langjährigen beruflichen Arbeit, und dieses Bild von Enrico Calderoni  „Nuatatrice chi traduce l’ombra“ – „Schwimmerin, den Schatten übersetzend“ passt ganz wunderbar in mein Arbeitszimmer. Ich weiß schon, wie sehr sich mein Mann freut, einen Haken dafür in die Stahlbetonwand zu bohren.

„Warum bist du eigentlich nicht Übersetzerin geworden“, bin ich oft gefragt worden. Die Antwort ist: Ich war und bin noch immer leidenschaftlich Lektorin. Und außerdem hätte ich dann ja auch nicht die Barke bekommen. Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Laudatio von Hinrich Schmidt-Henkel für Bärbel Flad

Hinrich Schmidt-Henkel überreicht die Übersetzerbarke 2013 an Bärbel Flad, gestaltet von dem in Bonn lebenden italienischen Maler Enrico Calderoni. (Foto: Frankfurter Buchmesse/Nurettin Çiçek)

Hinrich Schmidt-Henkel überreicht die Übersetzerbarke 2013 an Bärbel Flad, gestaltet von dem in Bonn lebenden italienischen Maler Enrico Calderoni. (Foto: Frankfurter Buchmesse/Nurettin Çiçek)

Laudatio

Hinrich Schmidt-Henkel

für

Bärbel Flad

anlässlich der Überreichung der Übersetzerbarke 2013

am 9. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse

 

 

Liebe Bärbel Flad, lieber Helmut Flad, liebe Vertreter des Hauses Kiepenheuer & Witsch, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Jury der Übersetzerbarke, liebe Antje te Brake, meine Damen und Herren,

im Namen des Verbandes der Literaturübersetzer, des VdÜ, begrüße ich Sie zur diesjährigen Verleihung der Übersetzerbarke, unserer Auszeichnung für Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um das Übersetzen oder die Literaturübersetzer verdient gemacht haben. Dieses Jahr hat die unabhängige Jury, bestehend aus unseren Kollegen Christiane Buchner, Frank Heibert und Tobias Scheffel, sie Bärbel Flad zuerkannt, der Lektorin, ja Lektorenlegende Bärbel Flad. Wer sie kennt, weiß, dass sie sich nicht gerne feiern lässt. Liebe Bärbel, da musst du jetzt durch, und das tut mir nicht leid! Artikel lesen ›

Vierundzwanzig Türen #3 (Martin Sonneborn)

Vor ein paar Wochen fragten wir unsere Autorinnen und Autoren, ob sie Lust hätten, für uns und für Sie, liebe Leser, ihre Türen zu öffnen. Wir fragten: Womit beschäftigen Sie sich zurzeit? und Wo befinden Sie sich? Dürfen wir mal sehen?

Von sperrangelweit offenen Türen bis hin zur diskret angelehnten, von Herein! bis Ist offen!, von Tür zu, es zieht! bis Moment, ich komme lieber raus! war alles dabei.

Wir wünschen gute Unterhaltung mit unseren Vierundzwanzig Türen und viel Glück bei der großen Weihnachtsverlosung!

Tür 3: Martin Sonneborn

Martin Sonneborn, geboren 1935, ist Parteienmitglied und Vorsitzender von Die PARTEI. Außerdem Titanic-Mitherausgeber. Er arbeitet in Berlin an der Übernahme von Spiegel, ZDF und KiWi. Zuletzt erschien bei uns sein Buch »Quatsch und mehr« (zusammen mit Benjamin Schiffner).

Im Moment steht er vor einer großen Entscheidung:

Ich überlege gerade, ob ich einer Regierung Merkel/Gabriel ins Amt verhelfen soll. Ausgerechnet dem Weihnachtsmann Gabriel! Als SPD-Mitglied tut mir die Vorstellung weh, im Sinne der CDU müßte ich natürlich dafür stimmen, ebenso wenn ich meine Mitgliedschaften in der Links-Partei und der FDP ernst nehme. (Die Grünen haben mich rausgeschmissen, da ist es egal.) Eine ganz schöne Verpflichtung, so ein Mitgliederentscheid! Zumal wenn ich dabei das ganze Land in Geiselhaft nehme, wie ich in diversen Kommentaren lesen durfte. Aber vielleicht ist die Abstimmung auch ganz einfach. Die Titanic hat den SPD-Abstimmungsbogen vorab gezeigt, und da gab es drei Antwortmöglichkeiten: „JA“, „KLAR“ und „AUF JEDEN FALL“. Vielleicht würfle ich es einfach aus.

Sonneborn

 

 

 

Vierundzwanzig Türen #2 (Christine Westermann)

Vor ein paar Wochen fragten wir unsere Autorinnen und Autoren, ob sie Lust hätten, für uns und für Sie, liebe Leser, ihre Türen zu öffnen. Wir fragten: Womit beschäftigen Sie sich zurzeit? und Wo befinden Sie sich? Dürfen wir mal sehen?

Von sperrangelweit offenen Türen bis hin zur diskret angelehnten, von Herein! bis Ist offen!, von Tür zu, es zieht! bis Moment, ich komme lieber raus! war alles dabei.

Wir wünschen gute Unterhaltung mit unseren Vierundzwanzig Türen und viel Glück bei der großen Weihnachtsverlosung!

Tür 2: Christine Westermann

Artikel lesen ›

Vierundzwanzig Türen #1 (Klaus Modick)

Vor ein paar Wochen fragten wir unsere Autorinnen und Autoren, ob sie Lust hätten, für uns und für Sie, liebe Leser, ihre Türen zu öffnen. Wir fragten: Womit beschäftigen Sie sich zurzeit? und Wo befinden Sie sich? Dürfen wir mal sehen?

Von sperrangelweit offenen Türen bis hin zur diskret angelehnten, von Herein! bis Ist offen!, von Tür zu, es zieht! bis Moment, ich komme lieber raus! war alles dabei.

Wir wünschen gute Unterhaltung mit unseren Vierundzwanzig Türen und viel Glück bei der großen Weihnachtsverlosung!

Tür 1: Klaus Modick Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Laudatio von Carolin Emcke für Eva Menasse

© Ekko von Schwichow

© Ekko von Schwichow

Laudatio

von Carolin Emcke

auf Eva Menasse

anlässlich der Verleihung des Heinrich-Böll-Preises 2013

am 22. November 2013 im Historischen Rathaus der Stadt Köln

 

Ich kenne Eva Menasse nicht.
Das ist ein etwas ungewöhnlicher Anfang für eine Laudatio.
Aber in diesem Fall lohnt es sich, das zu erwähnen.

Eva Menasse und ich sind uns ein einziges Mal begegnet. Bei einem Abendessen im Haus einer Freundin in Berlin, zu dem kurioserweise nur Frauen eingeladen waren, noch dazu Frauen, die sich untereinander (fast alle) nicht oder nur als Leserinnen ihrer jeweiligen Bücher kannten.

Eva Menasse und ich haben uns den gesamten Abend lang gestritten. Es gab kein einziges Thema, bei dem wir einer Meinung waren, ein und dieselbe Perspektive teilten oder uns auch nur schlichtend auf eine halbwegs gemeinsame Position hätten verständigen können. Wir haben leidenschaftlich, mit immer kleinteiligerer rhetorischer Munition miteinander gerungen – ohne Einigung.

Sie können sich also meine Überraschung ausmalen, als mich vor einiger Zeit die Anfrage erreichte, ob ich mir vorstellen könne, die Laudatio auf Eva Menasse zu halten. Artikel lesen ›

Ausgezeichnet: Dankesrede von Eva Menasse zum Heinrich-Böll-Preis

© Ekko von Schwichow

© Ekko von Schwichow

Dankesrede

Eva Menasse

zur Verleihung des Heinrich-Böll-Preises

am 22. November 2013 im Historischen Rathaus der Stadt Köln

 

Was hätte wohl Heinrich Böll dazu gesagt? Zur Umfrage einer Wochenzeitung kurz vor der letzten Bundestagswahl, in der von 48 bekannten Wissenschaftlern, Künstlern, Intellektuellen etwa ein Viertel mehr oder weniger deutlich, mehr oder weniger stolz ihre Wahlverweigerung öffentlich bekundeten? Wo dieses Viertel der Befragten egozentrische Sätze schrieb wie „selten war ich mir so unschlüssig“, unfreiwillig komische Sätze wie „früher habe ich noch an Parteien geglaubt“, denkfaule Sätze wie „wie soll man in differenzlosem Feld eine Entscheidung treffen“, und bemitleidenswert erschöpfte Sätze wie den folgenden: „Das Beste, was wir im Augenblick haben, ist die erzwungene Solidarität unter uns Wahlmüden“? Was hätte er gesagt zu dem großen Essay eines angesehenen Wissenschaftlers, der wortgewaltig viel richtige Kritik an hochkomplexen politischen Phänomenen äußerte, nur um dann mantraartig  zu dem unterkomplexen Schluß zu kommen, die einzige Möglichkeit, darauf zu reagieren, sei nicht mehr wählen zu gehen? Artikel lesen ›

Aus dem Notizbuch des Verlegers #3

malchow 350pxMit einem Moleskine, das ihm der Rowohlt-Kollege Alexander Fest geschenkt hat, fing es an. Aus so einem ersten kleinen schwarzen Notizbuch wird im Laufe der Jahre schnell mal ein Berg. Das (im Bild unten) sind die vergangenen acht Jahre unseres Verlegers Helge Malchow in Stichworten. Was steht da drin? Was macht dieser Mann den ganzen Tag? Und was hat es mit dem einzigen roten Buch auf sich?

Wir zeigen es Ihnen ab sofort in unserer neuen Kolumne »Aus dem Notizbuch des Verlegers«. Alle Einträge wurden von uns mit Fußnoten versehen, in diesen befinden sich Erklärungen, Enträtselungen zu den Notizen und – sehr niedrig dosiert – Werbung. Für das ZEITmagazin füllte Helge Malchow kürzlich den Proust-Fragebogen für Blogger aus. Artikel lesen ›

Kleist, der Krieg und die Welt: Dankesrede von Katja Lange-Müller zum Kleist-Preis

© Ute Mahler

© Ute Mahler

Dankesrede

Katja Lange-Müller

zum Kleist-Preis 2013

am 17. November 2013

im Berliner Ensemble

 

 

KLEIST,  DER  KRIEG  UND  DIE  WELT

„Jahrgang 21 und lebend…“, mit diesen Worten begann eine Rede, eigentlich eine Selbstauskunft, des Autors Max Walter Schulz, der während meines Studiums am Literaturinstitut der DDR in Leipzig dessen Direktor war und der dann, 1991, doch eines sogenannten natürlichen Todes starb. Damals begriff ich nicht gleich, was Schulz meinte, schon gar nicht, warum, als er von sich sprach, in seiner Stimme ungläubiges Staunen, verhaltene Trauer und leiser Stolz mitschwangen; vielleicht nicht in dieser Reihenfolge, aber sicher in dieser Kombination. Also machte ich mich schlau und las in einem Buch, dass sehr viele deutsche Männer gerade des Jahrgangs 1921 während des 2. Weltkriegs den „Tod gefunden“ hätten. Den Tod gefunden? – grübelte ich. Haben sie ihn denn gesucht? Artikel lesen ›