Aus dem Notizbuch des Verlegers #26 (Volker Weidermann)

malchow 350pxMit einem Moleskine, das ihm der Rowohlt-Kollege Alexander Fest geschenkt hat, fing es an. Aus so einem ersten kleinen schwarzen Notizbuch wird im Laufe der Jahre schnell mal ein Berg. Das (im Bild unten) sind die vergangenen neun Jahre unseres Verlegers Helge Malchow in Stichworten. Was steht da drin? Was macht dieser Mann den ganzen Tag? Und was hat es mit dem einzigen roten Buch auf sich? Wir zeigen es Ihnen in unserer Kolumne »Aus dem Notizbuch des Verlegers«. Alle Einträge wurden von uns mit Fußnoten versehen, in diesen befinden sich Erklärungen, Enträtselungen zu den Notizen und – sehr niedrig dosiert – Werbung. Für das ZEITmagazin füllte Helge Malchow den Proust-Fragebogen für Blogger aus.

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In der letzten Woche hat Volker Weidermann im Spiegel einen großen Übersichtsartikel über die großen Romane weltweit zwischen 1989 und 2016 geschrieben, eine plausible Periodenbestimmung: Zu Recht lässt er diese Epoche mit den Satanischen Versen von Salman Rushdie beginnen und zu Recht setzt er als vorläufigen Endpunkt Michel Houellebecqs Unterwerfung. Der Bogen reicht von Beginn des islamistischen Terrors (der Fatwa gegen Salman Rushdie) bis zu den fatalen Auswirkungen, die die Islamisierungsprozesse auf das Innere der westlichen Zivilisation haben. Dazwischen als Kulminationspunkt der 11. September 2001, auf den z.B. Don DeLillo mit Falling Man literarisch reagiert hat. Dazwischen folgen dann 50 Romane, die tatsächlich einen vorläufigen Kanon ergeben, obwohl solche Auswahlen immer Einwände erlauben. (Mir fehlen z.B. die beiden epochalen Romane Unendlicher Spaß von David Foster Wallace und die Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell.) Die ideale Ergänzung zu dieser gelungenen Auflistung großer Romane sind Volker Weidermanns biografische Portraits, die nun in gebündelter Form als Buch erschienen sind (Dichter treffen). Bei sechs Autoren überschneiden sich Buch und SPIEGEL-Text und ergänzen einander: Houellebecq, Franzen, Herta Müller, Jan Peter Bremer, Knausgård, Orhan Pamuk. Perfekte Kombination.

Produktplatzierung

weidermannVolker Weidermann kennt sehr viele Autoren, trifft aber nur diejenigen, die ihm wirklich gefallen. Während er in »Lichtjahre« die Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1945 bis heute erzählte, stellt er nun die Schriftsteller vor, die ihm am wichtigsten sind – in intensiven und anschaulichen Porträts.
→  Zum Buch »Dichter treffen« von Volker Weidermann

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