Vierundzwanzig Türen #24 (Buchhandlung ocelot)

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Vor zwei Jahren haben wir unsere Autoren gefragt, ob sie für uns ihre Türen öffnen möchten. Bei Klaus Modick borgten wir uns für unseren Adventskalender den Titel seines Romans* »Vierundzwanzig Türen«. Klaus Modick war auch der erste unserer Autoren, der uns einen kleinen Einblick in sein Reich gewährte.
Dieses Jahr haben wir bei Buchbloggern und Buchhändlern angeklopft. Wir wollten wissen, »Wer bist Du, was sind Deine Orte«? Und wir fragten, welches Buch aus unserem Programm sie Ihnen, unseren Lesern, empfehlen möchten. Es hat uns sehr glücklich gemacht, so viele begeisterte Reaktionen und Beiträge zu erhalten. Wir hoffen, auch Sie freuen sich, bekannte Gesichter unter den Bloggern und Buchhändlern wiederzusehen oder bisher unbekannte kennenzulernen. Jedes empfohlene Buch wird natürlich verlost. Entweder Sie nehmen an unserer großen Weihnachtsverlosung teil oder Sie versuchen Ihr Glück täglich bei Facebook.
*Oh! Wäre William Blake nicht Selfpublisher, sondern KiWi-Autor gewesen, würde unser  Adventskalender vielleicht auch »Die Pforten der Wahrnehmung« heißen. Wie auch immer. Treten Sie ein, nehmen Sie wahr!

Tür 24: Buchhandlung ocelot, not just another bookstore

Wir sind ocelot, not just another bookstore. Eine Buchhandlung in Berlin Mitte.

Wie wir sind und was wir können, erfährt man am besten bei einem persönlichen Besuch oder man treibt sich etwas auf unserer Facebookseite um.

 

Hinter dieser Tür …

… verbirgt sich unsere Lieblingskollegin – Dürfen wir vorstellen: La Marzocco GB 5 AV!

Keine Sorge, die Menschen, die hier arbeiten, lieben sich ohnehin heiß und innig, sind also schlichtweg alle Lieblingskollegen.

Aber diese silberglänzende Kaffeemaschine macht uns zu besseren Menschen und zu besseren Buchhändlern, deshalb gebührt ihr ein Platz hinter diesem Türchen.

Wir nennen sie liebevoll ‚Die Schöne‘!

Kaffeepeople

 

Wenn wir morgens nach einer durchlesenen Nacht zur Arbeit kommen, blinkt sie schon unternehmungslustig und ist bereit, den ganzen Tag an unserer Seite zu stehen. Sie kann zaubern. Davon sind wir alle überzeugt. Sie macht uns wach und stark und geduldig und gutlaunig. Mit ihr fallen uns sogar für die komplexesten Fälle die perfekten Buchempfehlungen ein. Nach einer Lesung gibt sie uns auch weit nach Mitternacht nochmal die nötige Kraft, um die Stühle einzuklappen, die Kasse zu zählen und die Klos zu putzen.

Sie freut sich, wenn Freunde zu Besuch kommen. Wenn wir über ihrem Kaffee sitzen und quatschen und uns dabei die lustigsten Ideen einfallen, summt sie glücklich vor sich hin. Sie erkennt die Stammkunden schon, bevor sie die Tür geöffnet haben und macht auch den Touristen, die vielleicht nie wieder kommen, einen Kaffee, der ihre Augen vor Verzückung leuchten lässt. Sie verzeiht viel. Solange die Basisbohne gut ist, macht sie aus jedem Kaffee den perfekten Espresso. Sie verwandelt sanft und kraftvoll die Milch zum perfekten Cappuccinoschaum. Sie wird niemals müde.

Und manchmal, wenn wir ganz allein mit ihr sind, erzählt sie uns, worüber sich die Bücher mit leisem Blätterrauschen in der Nacht unterhalten haben. Dann sagt sie uns auch, welches Buch gern mal wieder ganz vorn stehen würde, welchem Titel wir mal wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit widmen sollten. Sie ist nämlich bibliophil, die Gute, die Schöne! Sie ist dafür gemacht worden, in einem Buchladen zu wohnen.

KiWi soll euch »Der totale Rausch« von Norman Ohler schenken

Es ist äußerst treffend, die im 2. Weltkrieg weit verbreitete Droge »Pervertin« mit dem Wort »pervers« zu assoziieren.

Die Propagandapraxis einer offiziellen Verteufelung jeglicher Drogen vor dem Hintergrund militärisch-systematischer Verabreichung von Crystal-Meth-Derivaten an tausende Soldaten, grenzt in Dimension und Methode an menschlich Abgründiges.

Norman Ohler gibt in seinem im September bei KiWi erschienenen Buch »Der totale Rausch« einen umfassenden und dabei dennoch erstaunlich kurzweiligen Blick hinter die Kulissen der zugedröhnten Nazis.

Dabei scheut er sich nicht vor reißerischen Kapitelüberschriften wie »High Hitler« oder »Die Pillenpatrouille«, was wohl auch an Ohlers Erfahrung als Drehbuch-und Romanautor liegen mag. Uns hat diese Tendenz zur Effekthascherei nicht gestört, denn sie lockert die Fakten angenehm auf und verleiht dem historischen Sachbuch eine Note »Breaking Bad«. Darum empfehlen wir Norman Ohler, weil sein Zugriff auf Non-fiction nicht sediert, sondern beflügelt. Gut so!

Ohler

 

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