Ausgezeichnet: Christian Krachts »Imperium« eines der 10 besten Bücher 2015 in den USA

Imperium von Christian Kracht,  US-Ausgabe

Imperium von Christian Kracht, US-Ausgabe

Diese Nachricht krönt eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die unser Autor Christian Kracht gerade in den USA erlebt: Die amerikanische Ausgabe seines jüngsten Romans »Imperium« ist soeben von Publishers Weekly zu einem der zehn besten Bücher des Jahres 2015 gewählt worden. Auf der Liste von Publishers Weekly, der US-Fachzeitschrift für Buchverlage, Buchändler und Literaturagenten, stehen alljählich die besten Belletristik-Titel und Sachbücher. Schaut man sich den Top 10-Jahrgang 2015 genauer an, der aus einer Longlist von insgesamt 150 Titeln ausgewählt wurde, dann ist »Imperium« abzüglich der Sachbücher und Memoirs im Bereich Literatur hinter James Hannahams »Delicious Foods« sogar der zweitbeste US-Roman des Jahres!

»An oddball masterpiece that begins with thumb-sucking nudist August Engelhardt fleeing Germany in 1902 to establish a South Sea utopia—one in which coconuts are the only food. Disaster predictably strikes the idealistic, naïve Engelhardt (a real historical figure) in this strange, engrossing tale, by turns slapstick, philosophical, and suspenseful«, heißt es denn auch in der Begründung von Publishers Weekly.

Die Erfolgsstory von »Imperium« in Übersee ist keineswegs selbstverständlich.

Grundsätzlich haben es Bücher aus dem Ausland sehr schwer, überhaupt auf dem US-Buchmarkt Fuß zu fassen – nicht zuletzt auch deutschsprachige Literatur. Es gibt bedeutend mehr englischsprachige Literatur, die in fremde Sprachen übertragen wird und die insbesondere auch in Deutschland durch große amerikanische Gesellschaftsromane das Romanverständnis unserer Tage dominiert. Einen US-Verleger zu finden, gilt als besonderer Glücksfall für jeden nichtenglischsprachigen Autor, bedeutet die Übersetzung und Verbreitung schon qua Sprache den Zugang zur Weltleserschaft.

Christian Kracht © Frauke Finsterwalder

Christian Kracht © Frauke Finsterwalder

Das Werk des Schweizer Autors Christian Kracht wurde bereits in viele Sprachen übersetzt. Sein Roman Imperium, der 2012 im Original erschien, der mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet wurde und der mit Tom Schilling in der Hauptrolle verfilmt wird, ist ein internationaler Erfolg. Übersetzungen sind in 17 Ländern erschienen, unter anderem in Kroatien, Tschechien, Dänmark, Ungarn, Israel, Italien, Spanien, Niederlande, Norwegen sowie in Russland, Südkorea, der Türkei und in Vietnam. Mit der von Daniel Bowles vorzüglich übersetzten US-Ausgabe von »Imperium« im renommierten New Yorker Verlag Farrar, Straus and Giroux ist in diesem Sommer nun erstmalig ein Buch von Christian Kracht auch in englischer Sprache veröffentlicht worden.

Ab dem 14. Juli 2015 wurde das Erscheinen von Imperium von einer – für einen ausländischen Autor – ungewöhnlichen Serie an Interviews, Besprechungen und Veranstaltungen in vielen US-Städten begleitet. Christian Kracht hat den Roman dabei selbst vorgestellt und die US-Rezensenten haben das Buch aus dem Stand geliebt: Imperium sei »amüsant«, eine »flink erzählte historische Farce« (Wall Street Journal), »auf morbide Art komisch« (Huffington Post), mit einem »erfrischend kauzigen Held« und »bizarren Details« (New York Times Book Review). Zwar schreibe Kracht »nicht so respektlos wie Houellebecq«, dafür gelängen ihm »elegantere, lustigere Sätze« (Flavorwire). Karl Ove Knausgård, der gefeierte Autor des autobiographischen Romanprojekts »Mein Kampf«, pries das Werk des Kollegen: »Imperium is astonishing and captivating, a tongue-in-cheek Conradian literary adventure for our time.«

Die bis zur Publishers Weekly-Auszeichnung bislang größte Kracht-Würdigung war die Einladung des renommierten amerikanischen Literaturkritikers Michael Silverblatt. Der lud Christian Kracht in seine Radioshow Bookworm ein, die seit 1989 beim Sender KCRW in Los Angeles ausgestrahlt wird, wo Christian Kracht aktuell wohnt. Joyce Carol Oates und Umberto Eco waren bei Michael Silverblatt schon zu Gast, David Foster Wallace gleich mehrfach. Vor Christian Kracht war diese Ehre nur einem einzigen deutschsprachigen Autor zuteil geworden: W.G. Sebald.

Die grandiose Bookworm-Radioshow mit Christian Kracht kann man hier nachhören.

 

Pressestimmen zu »Imperium«:

Deutsche Originalausgabe bei Kiepenheuer & Witsch, 2012

Deutsche Originalausgabe bei Kiepenheuer & Witsch, 2012

»Krachts faszinierende Erzählung ist ein impressionistisches Porträt eines daumenlutschenden, kokosnussverrückten deutschen Nudisten. Angesiedelt im frühen 20. Jahrhundert und basierend auf einer realen historischen Figur, springt der Roman durch die Zeit, wechselt zwischen philosophischem, spannungsvollem und slapstickhaftem Tonfall, wartet auf mit Cameo-Auftritten eigentümlicher historischer Figuren (wie zum Beispiel des amerikanischen Erfinders von Vegemite), und dehnt seinen Rahmen weiter aus, um den drohenden Aufstieg der Nazis zu betrachten […] [Kracht] zeigt uns auf fantasievolle Weise den damaligen Zeitgeist am Beispiel eines unheilbaren Exzentrikers.« Publishers Weekly (starred review)

»Einen Satz über […] Imperium zu sagen, ist, als wollte man Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten in einen Orangenkern eingravieren. […]. Ein Abenteuerroman. Kein Zweifel.« Elfriede Jelinek

»So entspannt, so lustvoll wie in Imperium las sich der Autor noch nie. Es liegt eine große Heiterkeit über diesem Buch.« Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Christian Kracht’s Imperium is a Melvillean masterpiece of the South Seas . . . A strange, Mephistophelian novel, Kracht’s book is also, by several units of some arcane nautical measurement, one of the slyest and most original works of the last several years. And – thanks to Daniel Bowles – it’s one of the best translated.« —Jonathon Sturgeon, Flavorwire

»If, while sprawled in a deck chair or on the beach this summer, you crave a book whose tone and emotional landscape mirror your own state of torpor and cosseted relaxation, such a book would not be Imperium. Although this very amusing and bracingly oddball novel by the Swiss writer Christian Kracht does feature several palm-covered islands-not to mention many gallons of coconut oil and copious amounts of undress-calling it a beach read is like calling Psycho maternal. Based on a true story, Imperium, which was a best seller in Europe, is the fablelike account of a scrawny, nervous vegetarian and nudist from Nuremberg named August Engelhardt . . . [who] has set off for the German protectorates in the South Pacific to found a colony devoted to growing and eating only ‚the vegetal likeness of God.‘ By which is meant: coconuts . . . This barbed account of failed idealism shines a bright light on the ravages of obsession, all the while sprinkling the trail with memorably bizarre details.« —Henry Alford, The New York Times Book Review

»[Imperium is a] delightful historical farce . . . In Mr. Kracht’s deft retelling (and Daniel Bowles’s wonderfully ornate translation) the story becomes a loony allegory for Germany’s descent from grandiose idealism into stark raving lunacy.« —Sam Sacks, The Wall Street Journal

»Christian Kracht’s novel Imperium . . . reads at times like the best Werner Herzog movie Herzog has yet to make.« —Tobias Carroll, Biographile

»Comparable to the adventure stories of Robert Louis Stevenson, Jack London, and Daniel Defoe, albeit with a definite philosophical inclination, this amusing, fantastical tale features fabulous language, delightfully concocted descriptions, and an excellent translation by Bowles . . . Essential reading for those interested in the quirky characters of history.« —Lisa Rohrbaugh, Library Journal

(mv)

 

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