Seit Mai 2003 kürt eine hochkarätige ORF-Jury aus unabhängigen LiteraturkritikerInnen und BuchhändlerInnen jeden Monat eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten Buch-Novitäten. Auf der aktuellen ORF-Liste der besten Bücher im Dezember 2009 rangiert Alois Hotschnig mit seinem neuen Erzählungsband Im Sitzen läuft es sich besser davon auf Platz 2:

Die Begründung der ORF-Jury:
»Er gehört zweifellos zu den interessantesten, weil unbestechlichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart: der in Innsbruck lebende gebürtige Kärntner Alois Hotschnig. Mit seinem soeben erschienenen Erzählband beweist er abermals, dass es nur mit sprachlicher Präzision möglich ist, der Absurdität und Vergeblichkeit der Existenz literarisch gültig beizukommen. Anhand von Themen wie Alter, Tod und Gebrechlichkeit macht Hotschnig in diesem Erzählband mit viel groteskem Witz und ganz ohne erhobenen Zeigefinger deutlich: das Leben ist verworren, brüchig, umso mehr gilt es Klarheit, nicht Eindeutigkeit zu schaffen – nur so lässt sich der eigenen Wahrheit ein Stück näher kommen. Alois Hotschnig schreibt auch mit diesem Band gegen die bequeme Unmündigkeit an und das in einer entschlackten Sprache, die stets auf der Hut vor sich selbst ist.«

 

© Thomas Böhm

Alois Hotschnig ist 1959 geboren und lebt als freier Autor in Innsbruck. 1989 erschien die Erzählung Aus, für die er den Förderpreis des Landes Kärnten erhielt, 1990 folgte die Erzählung Eine Art Glück. 1992 wurde Hotschnig beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Landes Kärnten ausgezeichnet, und im selben Jahr erschien sein Roman Leonardos Hände, für den er den Anna-Seghers-Preis erhielt. 1994 wurde das Theaterstücks Absolution in Wien uraufgeführt. Alois Hotschnig erhielt 1999 das Robert-Musil-Stipendium. 2000 erschien sein zweiter Roman Ludwigs Zimmer. 2002 wurde ihm der mit 15.000 Euro dotierte Italo-Svevo-Preis für sein Gesamtwerk verliehen, im Jahr darauf der Österreichische Förderpreis für Literatur. Er war 2004/2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg, schreib 2006 den Erzählungsband Die Kinder beruhigte das nicht und erhielt 2007 den Tiroler Landespreis für Kunst sowie 2008 den mit 14.600 Euro dotierten Erich-Fried-Preis.

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