ISBN: 978-3-462-04111-8
Erscheinungsdatum: 20. April 2009
256 Seiten, Gebunden
Lieferbar
Euro (D) 18.95 | sFr 33.50 | Euro (A) 19.50
Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.
Wie weiterleben, wenn man von einem Moment auf den anderen aus der Lebensbahn geworfen wird, wenn der Tod plötzlich nahe rückt? Mit seinem Tagebuch einer Krebserkrankung lässt uns Christoph Schlingensief teilhaben an seiner eindringlichen Suche nach sich selbst, nach Gott, nach der Liebe zum Leben.
Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss – ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.
Doch schon einige Tage nach der Diagnose beginnt Christoph Schlingensief zu sprechen, mit sich selbst, mit Freunden, mit seinem toten Vater, mit Gott – fast immer eingeschaltet: ein Diktiergerät, das diese Gespräche aufzeichnet. Mal wütend und trotzig, mal traurig und verzweifelt, aber immer mit berührender Poesie und Wärme umkreist er die Fragen, die ihm die Krankheit aufzwingen: Wer ist man gewesen? Was kann man noch werden? Wie weiterarbeiten, wenn das Tempo der Welt plötzlich zu schnell geworden ist? Wie lernen, sich in der Krankheit einzurichten? Wie sterben, wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden? Und wo ist eigentlich Gott?
Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.
»Christoph Schlingensief ist kühn, er lässt alles raus, was ihn bewegt und woran er nicht ersticken will. Wir wissen nicht, ob er gesund wird, wir wünschen es ihm und wir lesen dieses Buch und sind da ganz eng bei ihm.« Elke Heidenreich
»Dieses Buch ist eine der wichtigsten Neuerscheinungen dieses Frühjahrs.« Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung
»Es ist ein schreckliches Buch, ein elendes, ein wahnsinniges trauriges, ein sehr, sehr schönes Buch.« Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Vor allem (...) soll es eine Kampfschrift fürs Leben sein, für das Leben hier auf der Erde, für das Glück hier unten und die Liebe zu sich selbst. Das sind die schönsten und anrührendsten Passagen in diesem Wahnsinnsbuch.« Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Ein Millionenschicksal, gewiss. Aber dieses Millionenschicksal hat nun eine Sprache gefunden, die keine klinische Sondersprache ist, sondern krachend, lachend und wimmernd den Schock in Worte fasst.« Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Schlingensief spricht und schreibt derart offensiv von Sterben und Tod und behält im Überlebenskampf trotz des übermächtigen Gegners die Oberhand, indem er dem Tod etwas abtrotzt, Kunst nämlich. (...) es haut einem die Beine weg.« Benjamin von Stuckrad-Barre, Welt am Sonntag
»Schlingensiefs Bericht kann sich schon deswegen niemand entziehen, weil er jeden auf eine sehr drastische Weise an die eigene Sterblichkeit erinnert. Das Buch ist der Versuch, sich und die Krankheit von außen zu betrachten, dadurch Autonomie zu bewahren. Das macht es lesenswert.« aspekte.zdf.de
»Es ist ein ungemein lebendiges Buch (...). Weil Schlingensief in jedem Moment darum kämpft, nicht im Strudel von medizinischen Apparaten und Prozeduren, Medikamenten und vagen Prognosen zu versinken.« Rüdiger Schaper, Tagesspiegel
»Christoph Schlingensief hat den Mut, all seine Angst, Weinerlichkeit, Hoffnung, Liebe, seine Fluchten in katholische und esoterische Refugien, seine guten Vorsätze und fehlerhaften Vergangenheiten auszubreiten.« Kölner Stadt-Anzeiger
»Bei Schlingensief wird die Schönheit unserer Welt nicht durch das Verschweigen des Grauens und das Ignorieren des Todes sondern umgekehrt durch deren fortwährende latente Anwesenheit sichtbar. Deshalb ist sein Buch so hoffnungsvoll.« Carl Hegemann, Berliner Zeitung
»Dem so schmerzlich erfahrenen Verlust an Autonomie begegnet Schlingensief mit dem Talent, das er besitzt: der Artikulationsfähigkeit und der Ausdruckskraft des Künstlers.« Badische Zeitung
»Schlingensief schildert das in seiner Situation wohl unvermeidliche Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Auflehnung (...).« Wilfried Mommert, Sächsische Zeitung
»Es ist die Geschichte einer Krankheit und die Geschichte einer Liebe, die beide verschmelzen, so wie bei Christoph Schlingensief immer alles verschmilzt, was für ihn zählt.« Simone Meier, Basler Zeitung
»Sein Tagebuch zeugt nicht nur von unbändigem Lebenswillen, sondern vermittelt vor allem den Entwurf eines Menschseins, in dem Krankheit und Tod nicht schamvoll ausgespart sind.« Evelyn Becker, Neue Presse
»Es ist in siner Wut-Wucht ein großes Buch, "gegen die Sprachlosigkeit des Sterbens". Schlingensief haut nicht mehr auf die Pauke, sondern macht sich berührbar. Ein geradezu erbittertes Plädoyer für das Leben, die Kunst.« Nürnberger Nachrichten
»Ein sprachgewaltiges Lamento. (...) Was besticht, sind die Unmittelbarkeit und die Sprachmacht. Der Künstler rückt uns ganz nah, lässt uns in seine Seele schauen.« Die Rheinpfalz
»Schlingensief ist ein gewichtiges Sprachrohr für unzählige Patienten.« Tiroler Tageszeitung
»Es ist das (...) bewegende Zeugnis unbändigen Lebenswillens trotz manchmal tiefster Verzweiflung und "aufschreiender Seele" eines Mannes, der doch glaubte, "das große Los in diesem Leben" gezogen zu haben.« Nordkurier
»Es ist ein tieftrauriges, sehr ehrliches und sehr bewegendes Buch.« tip Berlin
»(...) eine Welt ohne Schlingensief ist nun wirklich nicht vorstellbar.« Simone Meier, Tagesanzeiger
»(...) erschütternd ehrlich.« Bild Frankfurt
»Was man nach der Lektüre unbedingt bewundert, sind die Verve und die Kraft, sich nicht selbst zu zensieren, mit der er das Nicht-sagen-Können kompensiert. Gerade in seiner Nichtperfektion ist dies ein zutiefst menschliches Buch.« Dirk Knipphals, taz
»Christoph Schlingensief zeigt uns all das, was normalerweise beschwiegen wird und verborgen bleibt, das, was wir höchstens selbst irgendwann erleben können. Das macht das Buch kostbar.« Barbara Dobrick, Deutschlandfunk
»(...) die Lektüre wirkt sehr direkt und ungefiltert auf den Leser ein. Man wird zum Zeugen einer Achterbahnfahrt der Gefühle (...), begleitet Schlingensief wie er emotionale Höhen und Tiefen durchlebt und durchleidet, denen sich Menschen in dieser Situation ausgesetzt sehen.« Bernhard Hartmann, General Anzeiger
»Das Buch ist mehr als ergreifend, es ist auf seine Art nicht nur etwas besonderes, es ist phänomenal.« rezensionen.ch
»Besteht Schlingensiefs Stärke nicht gerade darin, Schwächen und Sehnsüchte zu artikulieren und in Bilder zu übersetzen, die die meisten sich selbst nie einzugestehen wagten, geschweige denn in der Öffentlichkeit? Die kindliche Kraft, offen zu reden, prägt auch dieses Krebstagebuch.« Eva Behrendt, Literaturen
Christoph Schlingensief, geboren 1960 in Oberhausen, Studium der Philologie, Philosophie und ...
Mehr über Christoph Schlingensief
Kommentieren Sie dieses Buch: