ISBN: 978-3-462-04082-1
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2009
480 Seiten, Taschenbuch
KiWi 1057
Originalausgabe
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Der kurze Sommer der Liebe und Rebellion: Sebastian, Leander und Rieke proben den Aufstand
Berlin, im Sommer 2005: Gerhard Schröder hat die Vertrauensfrage gestellt und damit vorgezogene Neuwahlen erzwungen. In den Parks ist das Grillen verboten, und dann geht das Ordnungsamt auch noch gegen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit vor. Das ist zu viel, beschließt eine Gruppe junger Studenten und begehrt auf.
Sie alle stecken mitten im Studium, jenseits der Euphorie des Anfangs und noch vor dem Einsetzen der Examenspanik. Hausarbeiten sind ein lästiges Übel, der Stundenplan aber angenehm löchrig, und jetzt sind sowieso Semesterferien. So trifft man sich im Park, am See oder auf Partys – und immer geht es auch um Politik. Besonders Sebastian verfolgt die Parlamentsdebatten, Pressekonferenzen und Diskussionen im Fernsehen, regt sich auf über Heuchelei und Machtpoker, findet aber eigentlich sein Verhältnis mit Rieke viel aufregender.
Als die Idee eines Blogs aufkommt, mit dem man eine Gegenposition artikulieren könnte, ist Sebastian noch Feuer und Flamme. Schon mit der Titelfindung geht es aber nicht richtig voran, und währenddessen schmiedet Leander viel radikalere Pläne. Als Rieke plötzlich in ihrer Handtasche eine Pistole mitbringt, die einst Andreas Baader gehört haben soll, eskaliert die Situation. Nur ein Fanal scheint geeignet, die nötige Aufmerksamkeit zu erregen. Und da er auch noch mit Luzie etwas angefangen hat, muss Sebastian dringend eine Entscheidung treffen ...
Thilo Bock liefert das schillernde Porträt einer Generation jenseits von Ideologien und Utopien. Die Unzufriedenheit mit den Verhältnissen ist groß, die Angst um die eigene Zukunft noch größer, und ansprechende Alternativen sind eher Mangelware. Trotzdem gibt es eine Bereitschaft zur Radikalisierung, die selbst vor dem Äußersten nicht zurückzuschrecken scheint. Mit großem Gespür für Befindlichkeiten und Sprechweisen erzählt Thilo Bock von Freiheit, Sehnsucht und Verantwortung.
»Das Buch ist ein ambivalentes Porträt der Generation der "Nullfünfer", einer Generation, die das schale Gefühl nicht los wird, in einer Welt zu leben, in der alles schon mal dagewesen ist, in der alles relativ und nichts wirklich schlimm ist. (...) Thilo Bock hat dieser Dünnbrettbohrer-Jugend Lebensgefühl und Sprache abgelauscht und zu einem schier endlos mäandernden Gedanken- und Sprachstrom verdichtet. Die dekadente Selbsterkenntnis des Erzählens trifft genau ins Schwarze (...).« Jenny Hoch, Spiegel Online
»Einfühlsam fängt Thilo Bock das Bedürfnis junger, kluger Menschen, die sich in einer überhitzten Situation befinden, ein.« Martin Wanko, Vorarlberger Nachrichten
»Thilo Bock zeichnet in seinem Romandebüt das Bild einer Generation, die sich wohl behütet im Schatten ihrer Vorgängergenerationen bewegt. Alles, was sie tut, ist bereits besetzt, wird zum popkulturellen Zitat. (...) Bock scheint laberwütigen Studenten beim Debattieren direkt ins Maul geschaut zu haben.« Holger Günther, Der Tagesspiegel
Thilo Bock wurde 1973 in Berlin geboren und lebt dort bis heute. Zwischendurch hat er studiert ...
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