Christian Kracht
Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Roman

ISBN: 978-3-462-04041-8

Erscheinungsdatum: 22. September 2008
160 Seiten, Gebunden

Lieferbar
Euro (D) 16,95 | sFr 25,90 | Euro (A) 17,50


Zum Inhalt

Der Krieg der Schweizer

Nach Faserland und 1979 der lange erwartete neue Roman von Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten ist die literarische Erfindung eines alternativen Verlaufs der Weltgeschichte seit dem 1. Weltkrieg. Eine spannende Reise ans Ende der Nacht …

Es ist das Jahr 1917. Lenin besteigt  n i c h t  den plombierten Waggon von Zürich nach St. Petersburg. Die russische Revolution findet  n i c h t  statt. Stattdessen erlebt die Schweiz einen kommunistischen Umsturz, und die Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich völlig anders als wir sie heute kennen.

Christian Kracht beginnt sein neues Werk mit der präzisen Sprache eines Kriegsberichts, doch allmählich schleichen sich Elemente des Unwirklichen ein, und die uns bekannten Parameter verschieben sich mehr und mehr.

So erzählt dieser zunächst historisch anmutende Roman die Geschichte eines Schweizer Politkommissars, der einen Mord aufklären soll und zur Réduit, zur großen Schweizer Bergfestung, in das Herz der Finsternis reist.

Der poetische Zauber, mit dem sich Christian Krachts düster-schillernder Zukunftsentwurf in fast filmischen Bildern wie ein – durch einen alten Projektor ratternder – Dokumentarfilm auf die Netzhaut des Lesers projiziert, liegt vor allem darin, dass er zwar innerhalb uns bekannter Koordinaten, jedoch in einer uns vollkommen fremden Welt spielt. Einer Welt, in der die Schweiz ein sozialistisches Imperium ist, eine Kolonialmacht, die sich im immerwährenden Krieg befindet.

Zugleich Polit-Thriller, Science-Fiction und historischer Roman, führt uns Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten in eine betörend fremde Welt, an dessen Ende nur die Kraft der Liebe steht.

Rezensionen

»Christian Kracht liefert in seinem neuen Roman Atmosphäre pur - und das im schönsten Deutsch, das derzeit zu lesen ist. (...) Die ersten Sätze von Christian Krachts neuem Roman üben eine magische Wirkung aus, die man in der vielgefeierten jungen deutschen Literatur sonst nicht erfährt.« Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

»Ein winziges Steinchen hat er aus dem Turm der Weltgeschichte gezogen, alles stürzte ein, und Kracht hat es neu zusammengesetzt zu einem Roman aus einer fremden Welt. (...) Es ist auf beinahe jeder Seite wie ein neuer Schock, wie es Christian Kracht gelingt, die Gewöhnlichkeit des Ungeheuerlichsten zu beschreiben. (...) Das ist Kracht-Kunst, das ist das Irritierende, Kunstvolle, Schöne seines Stils: diese kristallklare, eisigklare Sprache, die Genauigkeit, die immer wieder, manchmal mit einem einzigen, unpassenden Wort, manchmal einem Satz, einem Absatz, unterbrochen wird und ins völlig Irreale, manchmal ganz Absurde kippt.« Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»In einem Spätsommer, wo wieder Panzer rollen und von Geopolitik und Kontinentalinteressen gesprochen wird, ist kaum zu glauben, dass Krachts Roman auf der soeben vorgestellten Longlist des Deutschen Buchpreises fehlt.« Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Was in Ich werde hier sein im Sonnenschein un dim Schatten selbst geschieht, erfährt man so nicht - und das weiß der listenreiche Autor ganz genau. Denn ihm ist klar wie selten jemandem, dass er, wenn er Erzähltechniken der Phantastik in die deutsche Gegenwartsliteratur importiert, damit die Radarfallen der lizenzierten öffentlichen Literaturbetrachtung unterfliegt. Mehr noch als Humor nämlich diskreditiert Phantastik in Deutschland ihre Praktiker. (...) Wenn man hierzulande über Phantastik schreibt, ist gestattet, straflos alles durcheinanderzuschmeißen (...). (...) Kracht macht sich seinen Spaß mit dieser kritischen Indolenz. Weil er das Blech der gewöhnlichen, moralisierenden politischen Literatur schon mit dem Roman 1979 zurückgewiesen hat, nimmt er mit dem neuen Roman nun im Tausch das Gold der Phantastik an sich, aber unter der Ladentheke - eine Transaktion, von der er weiß, dass die Kritik weithin zu dumpf vor sich hin denkt, um sie zu beobachten. Wo es anderen darum geht, Romane gegen den Krieg oder den Totalitarismus zu schreiben, baut Kracht mit dem Understatement echten, in sich ruhenden Größenwahns gleich ein Buch gegen die Geschichte als solche.« Dietmar Dath, Frankurter Allgemeine Zeitung

»Kracht ist - als Autor, Figur und Symptom - eine der interessantesten Erscheinungen der neueren Literatur. (...) seine archaisch schlichte, klirrend kalte Prosa hebt sich vorteilhaft vom literarischen Einerlei ab (...).« Martin Halter, Stuttgarter Zeitung 

»Christian Kracht bricht mit den Erzählmoden der Literatur und schreibt den wohl besten Roman dieses Herbstes. Reinheit, Glück, Verlorenheit – von ihnen berichtete Kracht in all seinen Romanen. Noch nie tat er es mit diesem erzählerischen Aberwitz. Jeder kurze Absatz dieses Buchs ist ein kunstvoller Akkord, enthält Sätze, durch die zuweilen Ernst Jünger und Joseph Conrad blitzen. (...) So ungern man auch »Roman des Jahres« schreien möchte: Beim Deutschen Buchpreis wird in diesem Jahr nur der Zweitbeste gekürt.« David Hugendick, ZEIT online

»Dieser Roman stand auf keiner Liste. Ihm gebührte dennoch Preis über Preis. Für den merkwürdigsten Plot und das radikalste Denken zum Beispiel. (...) Für die unterkühlteste, für die leuchtendste und für die eigenwilligste Sprache. (...) Für den rätselhaftesten Roman des Jahres: Mit diesem Buch wird man nicht fertig, mit vielen andern auf der Liste schon.« Die Welt

»Ein einziger Satz von Kracht, diesem Literaturextremisten und Radikal-Ästhetizisten, hat mehr Kraft als die ganze verzagte deutsche Gegenwartsliteratur mit ihrem faden Realismus. Kracht schreibt das kristallklarste Deutsch seit Gottfried Benn. Zum Glück hat er mehr Humor als Benn.« Stern

»Mit diesem Roman verabschiedet sich Christian Kracht endgültig von seinem Image als Popliterat. Es ist ein verstörendes und doch faszinierendes Buch, das man nicht einfach so weglegen kann.« Jan Ehlert, NDR Kultur

»Ich werde hier sein im Sonneschein und im Schatten - ein Satz, ein Titel, so schön und schaurig wie eine scharfe Klinge (...). Es ist schrecklich, was Kracht macht - und es ist schön. Es ist der Triumph dieses Romans, dass er die Spannung aufbaut zwischen diesen beiden Polen, Schönheit und Schrecken, und eine Sprache findet, die so klar ist, so kalt, so neu und dabei so alt, dass sie den Blick eröffnet in die komplexen, verwirrenden, verführerischen Strudel, die uns fortziehen aus unserer Zeit. Kracht hat die Fähigkeit, die Wirklichkeit, die wir haben, zu nehmen und umzustülpen, sie grundsätzlich anders zu denken. Das hat manchmal eine fast psychedelische Wirkung, diese unzuverlässigen Worte, diese trügerische Schönheit, und die Reise, auf die er uns schickt, wird dann wirklich zu einem Trip.« Georg Diez, dasmagazin.ch

»Kracht bedient sich großzügig bei Traditionen und Vorbildern. Stellt sie auf den Kopf und macht etwas Neues daraus. Eine Vision, die so grell strahlt, dass man beim Lesen zu erblinden droht. Manchmal wähnt man sich im Märchenwald, dann wieder in einem großangelegten Witz. (...) Weshalb man sich immer wieder an dieser aufs Feinste polierten Prosa erfreuen kann.«
Sven Boedecker, Sonntagszeitung

»Kracht erreicht damit eine Ebene des schwarzen Humors, die schwärzer und beißender nicht sein könnte. (...) Während viele jüngere deutsche Autoren eigene Befindlichkeiten auf Papier bringen, wagt Christian Kracht den Wurf: Literatur wird Welttheater.« Andreas Puff-Trojan, Münchner Merkur

»Kracht malt diesen unkontrollierbaren Wahnsinn, diese Vision einer vollständig entzivilisierten Gesellschaft mit Sätzen voll strenger Schönheit, mit Bildern von großer Eindringlichkeit. Die noch lange nach Ende der Lektüre ihre verstörende Wirkung entfalten.« Christian Hümmeler, Kölner Stadt-Anzeiger

»Krachts Fähigkeit, mit wenigen Worten und Sätzen Atmosphären zu schaffen und Stimmungen zu erzeugen, ist eine Freude für die Freunde des geschliffenen Wortes. Er ist ein großer Könner auf dem Gebiet des Einschmelzens und Amalgamierens.« Barbara Oetter, Freitag

»Die Sprache und der Stil sind selbstverständlich wieder wundervoll; der Sprachvirtuose Christian Kracht kann es sich leisten, seine Welt auf nur 148 Seiten zu präsentieren, weil jedes Wort am richtigen Platz steht und dort ohne ausschweifende, umständliche Erklärungsversuche seine Kraft entfalten kann um die gewünschten Bilder und Assoziationen bei den Lesern zu erzeugen.« The Art of Culture online

»Dem Autor gelingt es grandios, spezifische Stimmungen intensiv zu vergegenwärtigen. Das ist die Stärke des Buchs. Die Schweiz erscheint beispielsweise als schockgefrostetes altertümliches Reis aus Eis und Schnee. (...) Solche atmosphärischen Bilder überzeugen. Der Leser kann an ihnen vorbeischreiten wie in einer Galerie.« Timo Schmeltzle, Die Rheinpfalz 

»(...) Krachts Roman [ist] reizvoll, denn ihn zu lesen bedeutet, Gewissheiten unserer Gegenwart von der Fiktion aus zu hinterfragen.« Andreas Tobler, St. Galler Tagblatt

»Krachts neues Buch ist von exzellentem Stil (...).« Susanna Gilbert, dpa

»Anders als die emsige Schar der Hobbyhistoriker agiert Kracht mit einem ästhetischen Programm: Für ihn liefert die Geschichte narrative Strukturen, starke Zeichen und Figuren, die er wie Kulissen auf der Bühne seiner Texte verschiebt.« Welt Online

»Mit Christian Krachts neuem Buch lebt das Genre des spekulativen Geschichts-Romans neu auf.« Thomas Lindemann, Welt

»Der neue Kracht hat eine neue Sprache. Scharf geschnittene, energetische Sätze - so nimmt die Erzählung immer wieder neu Anlauf, holt Atem, steigert sich in reichere Musikalität. Bleibt aber immer leicht. Eine nüchterne Art, poetisch zu sein.« Wolfgang Büscher, ZEIT Magazin

»Eine schwarzromantische Geschichte vom Ende aller Moral, aller Gesellschaft. Und man gibt sich diesem Albtraum hin. Man kann nicht anders. Mit kantigen, kalten Sätzen stanzt Kracht eines jener Bücher in die Literaturlandschaft, die es braucht, damit man den Kopf frei bekommt. (...) Das eine ganz eigene Welt entwirft aus einer ganz eigenen Sprache.« Elmar Krekeler, Berliner Morgenpost

»Während die meisten der deutschsprachigen Autoren zwischen dreißig und vierzig Jahren eigene Befindlichkeiten aufs Papier bringen oder gar sinnieren, ob Texte zwischen zwei Buchdeckeln angesichts von Internet und Multimedia noch Sinn machen, wagt Christian Kracht den großen Wurf: Literatur wird Welttheater. (...) Wer Krachts neuen Roman liest, (...) wird den Atem anhalten aufgrund eines Schriebstils, der seinesgleichen im deutschsprachigen Raum suchen darf. Der Autor kann erzählen, beschreiben und er tut dies mit Präzision. Ein Hauch des 19. Jahrhunderts weht einem beim Lesen entgegen, aber durch die Kraft der Imagination entgeht der Autor aller postmoderner Spielerei.« ORF.at

»Sprachlich ist das Buch meisterhaft gearbeitet, die Epiphanien des Schreckens, die Ruhepunkte und die Erlösungsmomente stellen sich unvermittelt in wenigen einfachen, aber glanzvoll zurechtgefeilten und rhythmitisierten Sätzen ein.« Deutschlandradio

»Kracht betreibt kontrafaktische Geschichtsschreibung. Sein grandioser Schauerroman (...) [ist] eine schwarzromantische Geschichte vom Ende aller Moral, aller Gesellschaft. Mit kantigen, kalten Sätzen stanzt Kracht eines jener Bücher in die Literaturlandschaft, die es braucht, damit man den Kopf frei bekommt.« Elmar Krekeler, Der Spiegel

»Krachts düstere Endzeitvision ist bedrückend und faszinierend zugliech. Es gelingt ihm, über lange Strecken eine Atmosphäre völliger Entfremdung zu schaffen, ohne dass das Unwirkliche seiner Geschichte zum schlichtweg Unwahrscheinlichen oder Unmöglichen wird.« Tageblatt

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Über den Autor/ die Autorin

Christian Kracht, 1966 geboren, ist Schweizer. Bisher erschienen von ihm drei Romane, Faserland ...
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