Hans Weiss
Korrupte Medizin
Ärzte als Komplizen der Konzerne

ISBN: 978-3-462-04037-1

Erscheinungsdatum: 18. November 2008
272 Seiten, Gebunden

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Euro (D) 18.95 | sFr 33.50 | Euro (A) 19.50


Zum Inhalt

Ein Medizinjournalist wechselt seine Identität und wird Pharma-Consultant. Erschreckendes Ergebnis seiner Recherchen: Weite Bereiche unserer Medizin stehen unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Ärzte - vom Klinikchef bis zum Allgemeinarzt - machen sich zu gut bezahlten Handlangern.

Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet - auf dem Papier - eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Damit baut er sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren eine respektable Identität als Pharma-Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu Marketingdokumenten und Datenbanken und nimmt Kontakt zu Klinikchefs und Chefärzten auf.

Warum sind Medikamente so teuer? Weil so viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Medikamenten investiert wird, die allen Patienten zugutekommen! So die Antwort der Pharmaindustrie. Tatsächlich wird intern ungeniert kritisiert, dass es mit der Innovationskraft der Industrie nicht weit her ist. Was unter »Forschung und Entwicklung« verbucht wird, sind meist Marketingmaßnahmen, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne zu erhöhen. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, die ständig untersuchen, wie häufig Medikamente verschrieben werden, welcher Umsatz damit erzielt wird, warum Ärzte bestimmte Medikamente verschreiben und andere nicht, welche Wirkung Pharmavertreter auf die Zahl der Verschreibungen haben. Ohne die aktive Mithilfe von Ärzten wäre das alles nicht möglich. Pharmakonzerne kontrollieren das Gesundheitswesen durch das so genannte »Thought Leader Management« - spezielle Firmenabteilungen, die sich nur damit beschäftigen, wie einflussreiche Ärzte für die Zwecke der Pharmaindustrie am besten eingesetzt werden. Die Antwort: Das geschieht am wirksamsten mithilfe von lukrativen Beraterhonoraren, teuren klinischen Studien und Einladungen zu hoch bezahlten Vorträgen vor Ärzten.

Aus dem Inhalt:
- Wie Klinikchefs sich zu unethischen und verbotenen Studien an ihren Patienten verführen lassen

- Reportagen aus dem Alltag der Pharmaindustrie: Wie sie die Ärzte im Griff hat

- Detaillierte Honorarlisten der Pharmaindustrie für Ärzte, die nach ihrer Bedeutung in die Kategorien A, B und C oder »Gold«, »Silber« und »Bronze« eingeteilt werden

- Die Namen prominenter Ärzte aus Deutschland und Österreich, die auf der Zahlungsliste von Konzernen stehen

- Konkrete Beispiele für Betrügereien und Manipulationen der Konzerne - von der Forschung und Lehre bis zur Durchsetzung neuer Medikamente

- Hitliste der rücksichtslosesten Konzerne: Wie viel sie für die Korrumpierung von Ärzten ausgeben, welche Gewinne sie machen, wie viel sie in Forschung und Marketing investieren

Rezensionen

»Nie zuvor wurden so offen Ross und Reiter benannt: Hans Weiss dokumentiert detailreich den verdeckten Einfluss der Pharmaindustrie auf Politik, Forschung und medizinische Behandlung.« Robert Jütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Recherchen (von Hans Weiss) belegen, dass trotz aller Regeln der freiwilligen Selbstkontrolle in der Pharmaindustrie immer noch gilt: Die Pharmaindustrie gibt mehr Geld aus für Marketing als für Forschung. Mit ihren massiven Werbeanstrengungen beeinflusst sie das Verschreibeverhalten der Ärzte.« WDR-Sendung »Neugier genügt«

»Große Ungeheuerlichkeiten: Pharmakritiker Hans Weiss hat viel darüber zu erzählen, wie Ärzte sich seinen Recherchen nach von Pharmakonzernen korrumpieren lassen.« Süddeutsche Zeitung

»Korrupte Medizin: Ich bin sehr froh, dass dieses wichtige Thema behandelt wird. Ich sehe das positiv. Die Offenlegung der Firmenverbindungen von Ärzten und Wissenschaftlern ist nicht zu kritisieren, sondern zu loben.«
Dr. Reinhard Krepler, Chef der größten österreichischen Klinik - Wiener Allgemeines Krankenhaus -, im Wiener Kurier

»Was Hans Weiss in seinem wahren Beruf als Medizinjournalist kaum gelungen wäre, kaufte er mit der falschen Identität eines Pharmaberaters von einer Consulting-Firma in den USA: eine Studie, die nach Branchenangaben auflistet, welche Stundensätze die Pharmaindustrie Ärzten bezahlt, die für sie tätig werden. Meinungsbildner von globaler oder nationaler Bedeutung erhielten laut Liste umgerechnet bis zu 2400 Euro – pro Stunde.«
Kurt-Martin Mayer, Focus

»Das Bewerben der Medikamente durch die Pharmaindustrie funktioniert genau so wie beschrieben. Sie sucht sich gewisse nationale und internationale Köpfe aus, die dann auf gewissen Fortbildungsveranstaltungen und Kongressen entsprechende Vorträge halten. Die Teilnehmer werden natürlich eingeladen und es wird erwartet, dass dort das kundgetan wird, was für das entsprechende Präparat der Firma nützlich ist. Ich habe Pharmavertreter gefragt, warum sie für solche Veranstaltungen so viel Geld ausgeben. Es wäre doch sinnvoller, gute Studien zu finanzieren, die die Überlegenheit ihres Präparates beweisen. Als Antwort erhielt ich die klare Feststellung, dass derartige Veranstaltungen viel besser für den Umsatz ihrer Präparate sind als wissenschaftliche Arbeiten. Dies würden ihre Umsatzzahlen eindeutig belegen." Profil-Leserbrief von Universitäts-Dozent Dr. Erwin Hauser, Landesklinikum Thermenregion Mödling

»(...) die Undercover-Masche fördert Details über die gelebte Praxis ans Tageslicht, die ein Negieren des Problems immer schwieriger machen. Vielleicht ist Korrupte Medizin Anlass für die längst überfällige Diskussion über die Ehre des ärtzlichen Berufs.« falter.de

»Der allerneueste Wurf, der mit viel Trara auf den Markt kommt, heißt Korrupte Medizin, eine in Wallraff’scher Aufdeckermanier recherchierte Story, für die der erfahrene Medizinjournalist - er hat in den vergangen Jahren für Stern, Die Zeit und Spiegel gearbeitet und 2004 für seine Leistungen den Bruno-Kreisky-Preis erhalten - weder Mühen noch Kosten gescheut hat. Um hinter die Kulisse zu blicken, ließ sich Weiss zum Pharmareferenten ausbilden, lauschte aufmerksam pharmainternem Branchen-Sprech und baute eine Karriere als Pharmakonsulent auf, für zweifelhafte Studien versuchte er Ärzte zu gewinnen.« derStandard.at

»25 Jahre nach dem Bestseller Bittere Pillen will Hans Weiss es wieder wissen. Er tritt als Pharmavertreter, Arzt und Export-Import-Händler auf, verwendet seinen Geburtsnamen Johann Alois Weiss und das Pseudonym Peter Merten, und nimmt an internationalen Pharmakongressen teil.«
orf.at

»Günter Wallraff lässt grüßen! Ein Lehrstück investigativen Journalismus - informativ und erschreckend.« Lübecker Nachrichten

»Er analysiert - aus seiner Sicht - auch eine ganze Reihe bekanntgewordener Pharma-Flops der vergangenen Jahre.« DiePresse.com

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Über den Autor/ die Autorin

Dr. phil. Hans Weiss, 1950 in Hittisau/Österreich geboren. Studium der Psychologie ...
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