ISBN: 978-3-462-03914-6
Erscheinungsdatum: 27. August 2007
208 Seiten, Gebunden
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»Wie ich vor vielen Jahren war: jünger, schöner und meistens neben dir.«
Westberlin im Jahr 1987: Soja, gelernte Setzerin, Republikflüchtling, Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herzen, trifft Harry, groß, frei, still-entschlossen, abgründige Vergangenheit, düstere Zukunft. Und fortan bestimmt sein Schicksal ihr Leben.
Geblieben ist ein Schulheft mit undatierten Einträgen, genau neunundachtzig Sätze, in denen Harry festhielt, was ihn beschäftigte, während er mit Soja zusammen war. Vieles kommt vor, eine fehlt: Soja. Jahre später macht sie sich daran, die gemeinsame Geschichte zu erzählen und die Leerstelle zu füllen, die Harry hinterließ. Sie erinnert sich an den Mann, der sie durch seine Entschiedenheit beeindruckt, gleich anfangs mit einem Geschenk verstört und ihr Herz mit einem Kinderkuss erobert hat – und um den sie sich leidenschaftlich und wider alle Vernunft bemüht.
Obwohl er sich in jeder Hinsicht bedeckt hält, gibt Harry einiges preis: nach einem Raubüberfall zehn Jahre im Knast, auf Bewährung draußen, Bewährungsauflagen verletzt, weil Drogentherapie abgebrochen, angewiesen auf neue Maßnahme, sonst umgehende Inhaftierung. Und das bringt Soja nicht gegen ihn auf, sondern auf Trab. Sie organisiert eine neue Therapie, verpflichtet ihre wenigen Freunde zu einer lückenlosen Begleitung und ignoriert doch alle Indizien dafür, dass Harry ihr manches verschwiegen hat. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die nächste Bombe platzt.
Katja Lange-Müller, vielfach ausgezeichnete Meisterin der Erzählung, greift dem Leser mit diesem lange erwarteten Roman ans Herz: Einfühlsam, komisch und in einer melancholischen Tonlage erzählt sie davon, wie eine unglückliche Liebesgeschichte das größte Glück im Leben sein kann und liefert fast nebenbei ein atmosphärisch dichtes Porträt des geteilten, stillstehenden Berlins der 80er-Jahre.
»Dieses Buch selbst ist ein Glück...eine jener großen Liebesgeschichten, wie sie in der Literatur aller Zeiten rar waren und sind.« Ingo Schulze, Der Spiegel
»Traurig, wahr, von großer Wucht: Katja Lange-Müller erkundet in ihrem großen Roman, wie weit Hingabe tatsächlich gehen kann. Dieses Buch ist eine nackte Wahrheit, aber diese Nacktheit ist eine poetische Kraft.« Ijoma Mangold, SZ
»Die Geschichte von Soja und Harry hatte gut angefangen. Gut ausgehen konnte sie nicht. Dafür ist sie - als Literatur - gut geworden, ganz ausgezeichnet sogar.« Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau
»Katja Lange-Müller reiht sich mit Böse Schafe endgültig unter die bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren ein.« NDR
»Katja Lange-Müller hat nicht nur ein berührendes, sie hat ein sprachlich hochwertiges Buch geschrieben.« Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten
»Katja Lange-Müller zählt zu den präzisesten und sprachlich versiertesten Autoren.« Deutschlandradio Kultur
»Ein Bekenntnis zur Unbedingtheit der Liebe, ein Buch über Berlin, den Fall der Mauer und ein Buch über die Sucht, die stärker ist als jeder Versuch, die Vernunft einzusetzen.« Verena Auffermann
»Katja Lange-Müller kann wirklich von der Liebe und der Sucht erzählen. Ohne Melodramatik, ohne Tremolo, aber immer mit einem lebensklugen Ton über das Tragikomische in unserem modernen Leben. Ein besonderes Buch.« NDR Kultur
»Die beiden und ihre Liebesgeschichte interessieren einen schon nach wenigen Seiten so sehr, dass man das Buch kaum mehr weglegen möchte. Was auch an Lange-Müllers lebensnaher, gelenkiger Sprache liegt. ...Ein herausragendes Buch.« Spiegel Online
»Ein furioser Roman…Ein besonderes Buch« Badische Zeitung
»Eine große Liebesgeschichte« Der Tagesspiegel
»Voll klarer Erkenntnis, so ohne Bitterkeit lässt dieses Buch den Leser zurück, dass man nur staunen kann und bewundern. Böse Schafe ist die Chronik einer unmöglichen Beziehung - eine letzte Ansprache an den Geliebten, ein großer Monolog der Abschiednehmens. Ganz unbestechlich und dabei ohne jeden moralischen Urteilsdrang wie die Autorin beim Schreiben sollte man auch an die Lektüre herangehen - dann wird man viel gewinnen.« Anke Westphal, Berliner Zeitung
»Am Ende dieses so hinreissenden wie anrührenden Romans angelangt, möchte man - allein, um der Erzählerin noch eine Weile zuhören zu können - gleich wieder von vorne beginnen.« Neue Züricher Zeitung
»Wie die Autorin diesem von Sozialarbeitern und unterschiedlichsten >wirrköpfigen Alibi-Proleten<, darunter auch >das ganze 68er-Gedöns<, in Szenekneipen und Wohngemeinschaften bedrängten West-Körper mit kultiviertem Ost-Blick zu Leibe rückt und ein Denkmal setzt, ist köstlich.« Tagesanzeiger
»Katja Lange-Müller erzählt die Geschichte von Soja und Harry schnörkellos knapp mit trockenem Humor. Das zeugt von hoher Kunst. Böse Schafe ist ein ergreifender, großartiger Roman.« Heide Soltau, NDR Info Kultur
»Es ist ein Roman, der eine äußerst zarte, hintergründige Liebesgeschichte erzählt, etwas rau verpackt, auch der Umgang der Liebenden miteinander ist von einer speziellen Rauheit, die die Situation erfordert, ein Junkie und eine lebenslustige ältere Frau. Und in diesem rauen Ton verbirgt sich einfach eine anrührende Geschichte. (...) ein ästhetisch außergewöhnlich gutes und deshalb von mir aus auch schönsten Buch der letzten Jahre.« Hubert Winkels, Jurymitglied Wilhelm-Raabe-Preis
Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Berlin-Lichtenberg. Neun Jahre Schule an der 19. ...
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