ISBN: 978-3-462-03735-7
Erscheinungsdatum: 28. September 2006
176 Seiten, Taschenbuch
Mit Zeichnungen von Rita Ackermann und Andro Wekua
KiWi 951
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Hänsel und Gretel im Ostblock – ein Märchen für Erwachsene
Eine doppelte Flucht: Anna und Max, beide fast 14, brechen aus. Raus aus der Kindheit, raus aus der DDR. Fort von Eltern, die nicht mit ihnen sprechen, hinein in ein selbstbestimmtes Leben. Sie trampen durch den Ostblock bis ans Schwarze Meer, wo sie per Schiff in die Türkei türmen wollen, und entkommen dabei nicht nur Kinderhändlern und der rumänischen Polizei, sondern erleben ein ganz neues Gefühl: Eine erste zarte Liebe erwacht.
Anna (Selbstauskunft: »Ich bin ja noch nicht richtig etwas«) und Max (»Ich sehe aus wie etwas, das noch im Ofen ist«) sind Nachbarskinder. Sie leben in einem Wohnblock in der DDR, lernen sich aber erst kennen, als Annas Mutter mal wieder betrunken auf der Straße umfällt und Max sie rettet. Während die Mutter schnarchend ihren Rausch ausschläft, beschließen die beiden die Flucht. Einfach weg. Sie trampen Richtung Polen, geraten in die Fänge eines Ehepaares, das Kinder an Fabrikbesitzer verkauft, bekommen eine Ahnung vom Glück in Budapest und werden in Rumänien zum Betteln gezwungen. Doch die Flucht gelingt: In Constanta gehen die beiden als blinde Passagiere an Bord eines türkischen Frachtschiffs. Anna und Max lassen eine Heimat zurück, die ihnen keine war, und starten Hand in Hand in ein neues Leben.
In ihrem neuen Buch bringt Sibylle Berg zusammen, was zusammen gehört: Märchen und Coming-of-age-Roman, Satire und Romanze. Aus der wechselnden Perspektive von Anna und Max berichtet sie von der ganz normalen Pubertätshölle, mit Verlassenheitsgefühlen, erstem Verliebtsein und Eifersucht. Warmherzig und skurril, zärtlich und grotesk erzählt sie von der Flucht aus der doppelten Repression durch Eltern und Staat.
Ein modernes Märchen für Erwachsene, herzergreifend wie die Geschichte eines David Copperfield, raffiniert wie die Kunstmärchen eines Oscar Wilde, so präzise treffend und schlagartig einleuchtend, wie nur eine echte Berg es sein kann. Kongenial illustriert von Rita Ackermann und Andro Wekua.
»Eine wunderbare Märchentante, diese neue Sibylle Berg.« Stuttgarter Zeitung
»Besser als mit solchen Figuren könnte Sibylle Berg ihre Qualitäten nicht verdeutlichen. ...Es sind messerscharf beobachtete Zustände, die Berg beschreibt.« Galore Kulturjournal
»Sibylle Berg hat ein kokettes, sehr ironisches, geistreiches und humorvolles Märchen geschrieben. Die Sprache ist unprätentiös und pointiert.« ORF
»Ein Büchlein von typisch Bergscher Klarheit und Zärtlichkeit.« Mitteldeutsche Zeitung
»Wie immer weiß Sibylle Berg auch in diesem Märchen den Alltag mit einer solchen Scharfsinnigkeit und Beobachtungsgabe zu sezieren, große Funken Wahrheit in so kleine, treffende Sätze zu packen, dass man nur gespannt sein kann auf ihr nächstes Projekt.« ORF
»Für dieses Buch werden sie alle lieben. Sehr empfehlenswert.« literaturkritik.de
»Die mit leichter Hand geschriebene und überraschend romantische Geschichte vermischt Irreales und historische Ereignisse. Das Ergebnis ist geistreich und humorvoll.« dpa
Sibylle Berg, geboren vor nicht allzu langer Zeit in Weimar, gilt seit ihrem Debüt-Roman ...
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